Fiege-Bau

Bürgerinitiative sieht Ängste bestätigt

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Dieburg/Altheim - „Jetzt hat der Pressesprecher von Fiege, Jens Hamann, die Karten auf den Tisch gelegt: Die in der Bauvorbereitung befindliche riesige Lagerhalle am Dieburger Dreieck wird nach ihrer Fertigstellung zusammen mit dem Grundstück an eine Investmentfondsgesellschaft verkauft und zugleich langfristig zurückgemietet“, erklären die Kritiker des Baus riesiger Logistikhalle. Von Thomas Meier 

Den Verdacht, dass Fiege nicht lange Eigentümer des Objekts am Dieburger Dreieck bleiben werde, hegte die Bürgerinitiative „Bebauung Dieburger Dreieck“ schon lange. Nun sei es (fast) amtlich, so die BIBDD, die genüsslich die „schon fast trotzig anmutende Behauptung“ von Fiege zitiert: „Durch die Einbindung von Union Investment steigt sogar die Sicherheit für die Stadt, weil die Gesellschaft ein wirtschaftliches Interesse an der dauerhaften Nutzung des Logistikzentrums hat. Die von Projektgegnern genannte Gefahr einer Investitionsruine ist mit dieser Maßnahme völlig ausgeschlossen.“

Für die Bürgerinitiative ist diese Stellungnahme freilich die erwartete Steilvorlage: Ernsthaft werde allerdings niemand daran glauben, dass eine Fondsgesellschaft mit fast 24 Milliarden Vermögen nicht den Leerstand eines Objektes von „im Vergleich zum Gesamtvermögen lächerlichen 60 Millionen“ verkraften könne.

Bedenken gegen die Riesenlagerhalle

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Die BI habe ihre Bedenken gegen die Riesenlagerhalle im Allgemeinen und gegen den städtebaulichen Vertrag der Stadt Dieburg mit Fiege im Besonderen frühzeitig geäußert, erinnert BI-Pressesprecher Wolfgang Berz. Sie hätten aber bei den Verantwortlichen der Stadt Dieburg kein Gehör gefunden. Erst das von der Initiative angestoßene Bürgerbegehren gegen den städtebaulichen Vertrag rücke die gravierenden Einwände gegen das Projekt wieder in den Blickpunkt: Keine vertraglich abgesicherte Rückbauverpflichtung nach einem Brand oder im Fall einer Nutzungsaufgabe aus wirtschaftlichen Gründen sowie die im Vertrag fehlende Verpflichtung des Erwerbers (Fiege) zum Ausgleich eines Veräußerungsgewinns zugunsten der Stadt Dieburg.

Dass gerade der zweite Punkt brandaktuell sei, beweise die neuere Entwicklung. Insofern mute der an die Adresse der Bürgerinitiative gerichtete Vorwurf des Dieburger Bürgermeisters geradezu grotesk an, der Bürgerinitiative gehe es nur noch darum, Schaden zu verursachen, während die Aufgabe des Stadtoberhauptes darin bestehe, Schaden von der Stadt abzuwenden. Berz befindet für die BI: „Sofern die derzeitigen Planungen umgesetzt werden, würde Union Investment von Fiege ein Objekt erwerben, das – zumindest teilweise – zu Lasten der Haushaltskasse der Stadt Dieburg finanziert worden ist.“

Quelle: op-online.de

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