Fischen, was auf den Tisch kommt

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Wegen Kälte beißen die Forellen beim

Münster - Zur Tradition an Karfreitag gehört es, dass Christen Fisch essen und auf Fleisch verzichten. Was liegt da näher, als den Fisch, der auf den Tisch kommt, selber zu angeln? Die Mitglieder des ASV Münster ebenfalls pflegen eine sehr lange Tradition. Von Verena Scholze

„Bereits seit vielen Jahren wird die Angelsaison mit einem gemeinsamen Forellenangeln am Karfreitag eröffnet“, erzählte der neue 1. Vorsitzende des Vereins, Klaus Däschler, der das Amt seit wenigen Wochen inne hat und von dieser Tradition nicht abweichen will.

So wurden auch in diesem Jahr 125 Kilogramm Forellen wenige Tage zuvor im Bitzensee ausgesetzt. „Die Forelle eignet sich besonders zum Anfischen, da sie kühles Wasser bevorzugt“, erläuterte Däschler. „Im Vergleich zur Forelle sind die anderen Arten wesentlich träger und kommen erst bei wärmeren Temperaturen vom Grund des Sees in Richtung Wasseroberfläche“, so Däschler weiter.

Rund 35 Angler

Ein weiterer Grund dafür, dass die Wahl der Vereinsgründer damals auf die Forelle fiel, scheint der zu sein, dass eine Forelle sehr attraktiv in der Zubereitung ist und auf verschiedene Arten verarbeitet werden kann, vermutet Däschler. Jedoch schien es selbst den an Kälte gewohnten Forellen am Karfreitag etwas zu kühl für diese Jahreszeit gewesen zu sein, denn die Anzahl der gefangenen Fische hielt sich zum Leidwesen der Angler sehr in Grenzen.

Rund 35 Angler, darunter auch eine Handvoll Kinder und Jugendlicher, hatten sich bereits am frühen Morgen trotz wetterbedingter widriger Umstände am Bitzensee eingefunden und trotzten der Kälte und den zwischendurch kurzzeitig einsetzenden Schneeschauern. Nur wenige der Angler hatten das Glück, dass eine der ausgesetzten Forellen anbiss. Jedoch ließen sich die Vereinsmitglieder davon die Laune nicht verderben und nutzen die Zeit zum Fachsimpeln.

Eine über 50-jährige Vereinsgeschichte

„Wir veranstalten dieses Jahr noch ein paar Events“, berichtete Däschler. Neben dem Bitzensee-Cup, der beliebtesten Veranstaltung des ASV Münster, der immer über zwei Tage ausgetragen wird, finden dieses Jahr erstmals zwei Backfischfeste statt. Das erste wird im Mai sein, und die Besucher und Fischliebhaber werden bei frischem Fischfilet und Kartoffelsalat Gaumenfreuden haben.

Der Münsterer Angelsportverein blickt auf eine über 50-jährige Vereinsgeschichte zurück. Derzeit hat der Verein rund 120 Mitglieder, davon sind rund zwei Drittel aktive Angler.

Jedoch liegt der Schwerpunkt der Vereinsmitglieder nicht nur auf dem Angelsport, auch Naturschutz wird großgeschrieben. So umfasst das Gelände am Bitzensee rund 30 000 Quadratmeter, 20 000 davon sind Gewässer.

Die Pflege dieses Areals und der Fischbestände einschließlich vorzunehmender Renaturierungsmaßnahmen obliegt dem Verein. Seit Jahrzehnten verfolgen die Gewässerwarte des Vereins akribisch das Laichverhalten der Fischbestände.

Bestand der heimischen Bachforelle erhalten

Mit einer Aktion wird sich der Verein dieses Jahr an der Hegegemeinschaft Gersprenz (HG) beteiligen. Bei diesem Projekt organisieren lokale Angelvereine mit Förderung durch den Verband hessischer Fischer jedes Jahr mit großem Aufwand den Besatz an jungen Bachforellen in der Gersprenz und ihren Zuflüssen.

Dieser Besatz ist notwendig, um den Bestand der heimischen Bachforelle zu erhalten. „Unser Verein wird Brutboxen sowie Setzlinge zu dieser Aktion beitragen“, sagte Däschler.

Dabei belaufen sich die Kosten pro Box auf rund 800 Euro. Die Überwachung der Brutboxen sowie der jungen Bachforellen wird 14 Tage andauern. In dieser Zeit werden pro Box vier Teams im Wechsel die Überwachung vornehmen und somit ebenfalls durch ihren Arbeitseinsatz einen Beitrag zu der Aktion leisten.

Quelle: op-online.de

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