Flachlandtiroler auf Pokal-Achse

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Die Wandergesellschaft machte für ihre Tanzgruppen beste Werbung in eigener Sache.

Münster - Wer in der Gemeinde am gesellschaftlichen Leben der Vereine teilnehmen möchte, für den bedeuten die letzten Ferientage körperliche Anstrengungen. Von Michael Just

Stand am vergangenen Wochenende erst das Volksradfahren des Vereins Radsport an, hieß es nur sieben Tage später, festes Schuhwerk zu schnüren und sich auf die markierten Rundwege der Wandergesellschaft Frisch Auf zu begeben.

Das 36. Volkswandern über fünf und zehn Kilometer war eingebettet in das Sommerfest und das Jubiläum zum 90-jährigen Bestehen der Wanderfreunde in diesem Jahr. Wie bei den Radfahrern auch, ließ es sich bereits am Samstag auf Schusters Rappen begeben. Wie die Ausschreibung verdeutlichte, war die neu ausgedachte Fünf-Kilometer-Strecke auch für Kinderwagen und Rollstühle geeignet. Damit unterstrich Frisch Auf den Breitensport-Anspruch und das Ziel, möglich viele Teilnehmer zu mobilisieren.

"Wandersmann" Keil ganz klassisch

Während hier und da Sandalen, Turnschuhe und Jeans anzutreffen waren, zeigte sich Frisch Auf-Ehrenvorsitzender Günter Keil als einer der wenigen ganz ursprünglich mit Kniebundhose und Tirolerhut. Damit erfüllte er optisch voll die Anforderungen, die man eigentlich an einen Wandersmann stellt. „So bin ich geboren“, konstatiert der naturverbundene Münsterer, der auch im Mandolinenorchester spielt, zu seiner unfreiwilligen Rolle als Blickfang. Nur der Gamsbart fehlte noch zum perfekten Bild. „Der passt dann doch nicht so ganz in unsere Breiten“, führte Keil an.

Da der 74-jährige Dienst hatte, begab er sich nicht auf die Strecke. Das taten dafür Maria und Karl Löbig. Am Samstag wählten sie die fünf Kilometer-Tour. Mit Halbschuhen hatten die beiden optisch nur gering aufgerüstet. „Das reicht für Münster“, sagen sie dazu schmunzelnd. Dass sie auch anders können, beweisen sie im Herbst, wenn es bei einer organisierten Vereinstour in die Wildschönau geht. Auch vor der Haustüre, etwa im Odenwald und speziell in Heubach, lockt das Ehepaar die markierten Wege. Einer ihrer höchsten Berge, die sie erklommen haben, war die Ahornspitze im Zillertal mit 3 000 Meter. Zur Ausgangsposition auf 1 800 wurde der Lift genutzt, dann begann eine Hütte auf 2 400 Meter passierend der Aufstieg zum Gipfel. „Solange wir gesundheitlich fit sind, gehen wir wandern“, sagen die beiden Mittsiebziger.

Moderater Teilnehmerzuwachs

Am Samstag und Sonntag machten sich insgesamt 366 Flachlandtiroler auf die Strecke. Vergangenes Jahr waren es 342. Unterwegs galt es, zur Kontrolle einen Stempel einzuholen.

Die meisten Wanderer der 21 teilnehmenden Vereine und Gruppen stellte die Feuerwehr (64), es folgten die Radfahrer (43) und die DJK (39). Der älteste Teilnehmer war Franz Jonke mit 89 Jahren.

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Im Garten ihres Vereinsheimes hatten sich Gastgeber an beiden Tagen mit einen ansprechenden Bewirtung in biergartenähnlicher Atmosphäre ins Zeug gelegt. Vor allem der Sonntag lockte mit Hackbraten, Kaiserwetter und Tanzvorführungen der vereinseigenen Trachten- und Folkloregruppen.

Feuerwehr sichert sich Wanderpokal

Über allem strahlte der neue Wanderpokal. Dessen Vorgänger darf die Feuerwehr, nachdem sie ihn 2011 zum dritten Mal gewann, nun für immer in ihrer Vitrine glänzen lassen.

Für Bürgermeister Walter Blank hieß das als Schirmherr und Stifter, das Portemonnaie für einen neuen Pokal zu öffnen. Der Rathauschef nahm das aber gelassen: „Die Teilnehmerzahl ist, was letztlich zählt. Und da ist unsere Feuerwehr eben unschlagbar.“

Quelle: op-online.de

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