„Forscherwerkstatt“ der Kindertagesstätte Im Rüssel

Was der Darm mit Äpfeln macht

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Münsters Kindertagesstätte Im Rüssel ist ab sofort zertifiziertes „Haus der kleinen Forscher“. Naturkundliches Wissen wird hier qualifiziert von extra geschulten Erzieherinnen vermittelt. Die Kinder in der Kita Im Rüssel haben sich zuletzt intensiv mit der Verdauung und den dazugehörigen Organen beschäftigt. Seit gestern ist die Einrichtung ein zertifiziertes „Haus der kleinen Forscher“.

Münster - „Und das da ist der Darm“, kräht der kleine Jens, auf einen roten Plastikschlauch unterm Luftballon an einem aus Pappe ausgeschnittenen und stilisierten Torso deutend.Von Thomas Meier 

Die fünfjährige Ayse bemächtigt sich unterdessen des Kunststoff-Herzens des naturkundlichen Modells eines aufgeklappten Oberkörpers in der „Forscherwerkstatt“ der Kindertagesstätte Im Rüssel. Die gemeindliche Einrichtung hat es geschafft, sie ist nun „zertifiziertes Haus der kleinen Forscher“. Und zur Verleihung der dies auch beglaubigenden Urkunde durch Marie-Luise Buchczik von der Hochschule Darmstadt kamen gestern auch Bürgermeister Walter Blank mit Olaf Burmeister-Salg, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit im Rathaus, in die Kita, um den 15 Erzieherinnen nebst Kita-Leiter Peter Harenberg zu gratulieren.

In unserer technologieorientierten Gesellschaft wächst die Bedeutung der naturwissenschaftlichen und technischen Frühbildung. Die bundesweit aufgestellte gemeinnützige Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ unterstützt daher pädagogische Fachkräfte dabei, den Forschergeist von Mädchen und Jungen im Kita- und Grundschulalter qualifiziert zu begleiten. Das „Haus der kleinen Forscher“ ist mittlerweile die größte Frühbildungsinitiative Deutschlands.

Wie Marie-Luise Buchczik, Trainerin und Projektkoordinatorin für die Stiftung an der Hochschule in Darmstadt, erläuterte, entstand die Idee zur Initiative 2006 aus dem Projekt „McKinsey bildet“. Gemeinsam mit der Helmholtz-Gemeinschaft, der Siemens-Stiftung und der Dietmar-Hopp-Stiftung gründete McKinsey das „Haus der kleinen Forscher“. Die Gründer der Initiative hatten die Vision, jede Kita zu einem „Haus der kleinen Forscher“ zu machen. In der Kita Im Rüssel sind die beiden Erzieherinnen Susanne Berg und Eva Dlugosch seit 2009 emsige Betreiber des Forscher-Gedankens. Etliche Projekte wie beispielsweise Weltraum oder Vulkanismus durchlaufen auch derzeit die Kita, stets das Naturkundliche im Blick habend.

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

Das Projekt mit der Verdauung ist das bislang am besten dokumentierte in der Kindertagesstätte. Wie Kita-Leiter Harenberg erläutert, hätten die Fragen der Kinder die Erzieher auf die Idee gebracht. „Wieso kommt das Essen oben im Mund so rein und unten ganz anders wieder raus?“, lautete so eine der Kernfragen, der wahrlich gründlich nachgegangen wurde. Und freilich ergaben sich während der Nachforschungen auch die Beantwortungen weiterer Fragen wie: Was brauchen wir, um gesund zu sein? Wovon wird uns schnell schlecht? Mit verschiedenen Praxisideen und gemeinsam mit den Kindern wurden so auch die verschiedensten Aspekte des Gesundseins erforscht. Mit dem „Haus der kleinen Forscher“ begeben sich pädagogische Fachkräfte auf den Weg, Kindern die alltägliche Begegnung mit naturwissenschaftlichen, mathematischen und technischen Fragestellungen zu ermöglichen. Die Stiftung unterstützt Fachkräfte mit kontinuierlichen Fortbildungen dabei, das natürliche Interesse der Kinder ihrer Entwicklung angemessen zu begleiten. Peter Harenberg: „Ich bin schon gespannt, was wir als nächstes noch so alles erforschen werden.“

Quelle: op-online.de

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