Fortwährend neue Mängel

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Bei den Sanierungsarbeiten muss noch viel getan werden, wie hier im kleinen Saal der Gersprenzhalle.

Münster ‐ Im Oktober wurde damit begonnen, Ende Dezember sollte sie abgeschlossen sein: Die Sanierung des Foyers, der Küche und des kleinen Saals der Münsterer Gersprenzhalle. Von Jasmin Frank

Doch bis heute ist der Bereich noch nicht nutzbar, eine Situation, die sich für die ortsansässigen Vereine zunehmend zu einem Problem auswächst. „Wir mussten unser Turnier absagen, das ist für uns nicht nur deshalb ärgerlich, weil es ein beliebter Treffpunkt ist, sondern auch, weil uns jetzt die Einnahmen davon fehlen“, moniert Lorenz Bauer, Vorsitzender des Skatclubs Herz-As, der hofft, die traditionelle Veranstaltung wenigstens im Herbst nachholen zu können. „Einen Termin legen wir aber vorsichtshalber noch nicht fest, man kann ja nie wissen, wie lange sich die Arbeiten noch hinziehen werden, denn es werden ja fortwährend neue Mängel aufgedeckt.“

Ähnlich geht es dem Arbeitergesangverein, der seinen großen Hallenflohmarkt am 26. März ab 13 Uhr trotz der widrigen Umstände durchführen wird. „Für uns ist der Zustand eine echte Einschränkung, denn wir müssen die Bewirtung direkt in der Halle anbieten, weil uns ja das Foyer fehlt. Dadurch können wir weniger Standplätze vergeben, was unsere Einnahmenseite deutlich schmälert. Auf der anderen Seite entstehen uns mehr Kosten, denn wegen der Brandschutzmängel ist eine Brandwache erforderlich, die wir natürlich bezahlen müssen“, informiert der Vereinsvorsitzende Manfred Löbig. Auch er schaut sorgenvoll in die Zukunft, steht die Sanierung der großen Halle doch noch bevor und auch dort, so befürchtet er, könne ja noch das ein oder andere hinzukommen, was derzeit noch nicht absehbar ist.

Letztlich ist den Nutzern der verschiedenen Vereine nicht klar, weshalb sich die Baumaßnahmen dermaßen in die Länge ziehen. Die Gründe dafür kennt Thorsten Brunn Abteilungsleiter Planung, Bau und Liegenschaften der Gemeinde Münster, der informiert: „Das Hauptproblem ist, dass die Sanierungsarbeiten während des laufenden Betriebs vonstatten gehen. Gerade wegen der Nutzung der Gersprenzhalle durch die Schule auf der Aue kann nicht immer so gearbeitet werden, wie es vielleicht notwendig wäre. Zudem gibt es Mängel, die während der Planung nicht festgestellt werden konnten, sondern erst jetzt, im Laufe der Maßnahme, ans Tageslicht kommen.“

So wurde entdeckt, dass die Tragkonstruktion der Hallendecke noch mit einem Brandanstrich versehen werden muss, weil die Decke erst jetzt richtig geöffnet wurde. Nach derzeitigem Stand der Dinge sollen Foyer und kleiner Saal bis zum 1. April fertig sein, doch ob das vielleicht ein Aprilscherz wird, ist noch offen, denn selbst Brunn ist nicht direkt in die Planungen eingebunden. „Die Gemeinde Münster hatte schon im Jahr 2008 mit den Überlegungen für die Behebung der Brandschutzmängel begonnen. Bevor es zur Umsetzung kam, regte der Landkreis ein Jahr später im Rahmen des Konjunkturpaketes die energetische Sanierung der Halle an.

Damit alles aus einer Hand organisiert werden kann, hat der Kreis die Projektleitung übernommen, so dass wir letztlich auch nur eine rasche Beendigung der Maßnahme fordern können, aber keinen direkten Einfluss haben“, so Brunn, der zudem auf die verteilten Eigentumsverhältnisse an dem Gebäude verweist: Die Halle selbst gehört dem Landkreis, Foyer, Küche und kleiner Saal der Gemeinde. Dennoch ist wegen der Aufgabenverteilung der Landkreis für beide Bereiche verantwortlich und auch Brunn moniert, dass die Terminplanung wohl nicht ganz optimal gewesen sei.

Sicher ist: In den Sommerferien startet die Sanierung der Sporthalle und diese Arbeiten sind auf insgesamt zehn Wochen festgelegt. Bislang wird optimistisch erwartet, dass zumindest dieser Zeitplan eingehalten werden kann.

Quelle: op-online.de

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