Kaisersaal proppenvoll

Fotografen-Nomade Markus Mauthe erzählt Faszinierendes vom Rand der Welt

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Gesundheitlich angeschlagen kümmerte sich Fotograf, Umweltaktivist und Referent Markus Mauthe dennoch um eine perfekte Technik, wollte er seine Bilder doch bestens präsentieren. 

Münster – Wenn der Naturfotograf und Umweltaktivist Markus Mauthe unterwegs ist, geht es um die Lebensräume unserer Erde. Wenn er in Münsters Kaisersaal ist, geht es um die besten Plätze. Von Thomas Meier

Am Mittwochabend jedenfalls war bereits lange vor Beginn der Greenpeace-Veranstaltung kein freies Stühlchen mehr im knapp 200 Sitze fassenden Kinosaal zu bekommen. Die hohen Erwartungen des Publikums sollten erneut nicht enttäuscht werden.

An den Rändern der uns bekannten Welt leben sie, die letzten indigenen Gemeinschaften – fernab der Zivilisation, und doch betroffen von ihren Folgen. Bevor auch diese letzten indigenen Lebensweisen der stetigen Globalisierung weichen müssen, ist der Fotograf Markus Mauthe zu ihnen gereist – mit dem Ziel, die Schönheit ihrer Kulturen für uns sichtbar zu machen. Drei Jahre Arbeit steckt in der neuen Liveshow „An den Rändern des Horizonts“ und seit Herbst ist der 49-jährige Fotograf unterwegs für Greenpeace, auch oder vor allem von den großen Bedrohungen an den Rändern des Zivilisation zu künden.

Mauthes Bildband ging weg wie warme Semmeln.

„Berlin, Magdeburg, Bremen, Hannover, Frankfurt und nun folgerichtig in Münster in Hessen“ freute sich Jan Stemme über den hohen Besuch mit eindrucksvollem Tourfahrplan im Kaisersaal. Stemme, Erster Beigeordneter der Gemeinde und seit Jahren bei Greenpeace aktiv, ist zu verdanken, dass der Weltenbummler in Sachen Umweltaktivismus zum zweiten Mal einen Stopp in Münster einlegt. „Ich habe gleich als der neue Tourplan herauskam in der Greenpeace-Zentrale angerufen und gefragt, ob Markus Mauthe vielleicht nochmals zu uns kommen könnte.“ Und nicht nur, dass er konnte, er wollte sogar: „Dicht an dicht gedrängt die Zuhörerschaft in einem nicht zu großen Saal, Aug’ in Auge mit dem Publikum – was kann einem Vortragenden schöneres geschehen?“, fragte Mauthe ins Publikum, den ersten Applaus einstreichend.

1969 in Friedrichshafen am Bodensee geboren kam der aus einer Fotografenfamilie stammende Nomade mittlerweile um den gesamten Globus herum. Vom Amazonas-Indianern bis zu den Tschuktschen in Sibirien lernte er fremde Völker und indigene Städte kennen. Und begonnen hatte all dies „als Interrailer“, wie er dem Publikum verriet, als er einen kurzen Abriss über seinen Werdegang gab.

Da seine Stimmbänder von den Auftritten in den großen Hallen noch ein wenig angeschlagen waren, sollte der erste Teil des Horizont-Vortrages vom Band vorgetragen werden, nach der Pause sprach Mauthe live und ging auch auf Fragen der Zuschauer ein. Doch ob aus Konserve oder aus geschundenem Halse kommend war das Gebotene überaus lebendig.

Bevor Mauthe dem Band das Wort überließ, beschrieb er kurz sein jüngstes Projekt: „In den vergangenen Jahren war ich wieder mit meiner Kamera in den verschiedensten Ecken unseres Planeten unterwegs und habe viele Fotos und spannende Erlebnisse mit nach Hause gebracht. Indigene Völker spielen dabei eine zentrale Rolle. Menschen aus vier Kontinenten, die in solch unterschiedlichen Lebensräumen wie Wäldern, Savannen, im Eis oder auf dem Wasser leben, erzählen ihre Geschichten.“ Auf seinen Reisen begleitete den mittlerweile in Brasilien Beheimateten stets ein Filmteam. Aus über 150 Stunden Filmmaterial entstand ein Kinofilm entstanden, dazu bereichern seine bewegten Bilder die neue Liveshow.

Warum uns die Natur so gut tut

Was Mitte November Premiere hatte im großen Saal der Laeiszhalle im Hamburg sollte nun die Münsterer im proppenvollen Kaisersaal ins Erstaunen versetzen. Faszinierende Bilder von Naturschönheiten und exotischen Menschen wurden geboten, versetzt mit knallharten Nachrichten über den Zustand der letzten naturbelassenen Refugien des Planeten Erde. Die Reise führte vom Südsudan und Äthiopien zu den Seenomaden nach Malaysia und den Indios im brasilianischen Mato Grosso, die angefangen haben, sich gegen die Zerstörung ihres Lebensraums zu wehren.

Magische Momente, extreme Erfahrungen und beeindruckende Bilder erwarten die Zuschauer in seiner neuen multimedialen Liveshow. Über 20 Eingeborenenvölker in Tropenwald, Gebirge, Wüste, auf dem Ozean und im arktischen Eis hat er besucht. In seinen Aufnahmen versteht es der Lichtbildner meisterlich, charakteristische Landschaften, kulturelle Eigenheiten der Menschen und besondere Stimmungen einzufangen. Kein Wunder, dass er große und kleine Hallen füllt.

Quelle: op-online.de

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