Kirchenchor Cäcilia

Foxtrott und Walzer zum Jubiläum

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Mit drei Liedern gab Cäcilia eine gewollt kleine Visitenkarte ab, um danach gleich wieder das Parkett zum Tanzen freizugeben.

Münster - „Leg deine Hand in meine Hand, lass den Himmel herabfallen, wenn er zerbricht, wir werden aufrecht bleiben bei allem was kommt.“ Von Michael Just 

Die Zeilen im Titellied „Skyfall“ des gleichnamigen James-Bond-Films beschreiben das Ende der Welt und den Jüngsten Tag, wie er in der Bibel vorhergesagt wird.

Am Samstagabend stehen die Mitglieder des katholischen Kirchenchors Cäcilia zunächst mit gesenktem Haupt auf der Bühne, um das preisgekrönte Lied, das einen Oscar und einen Grammy erhielt, zusammen mit Solistin Andrea Picard-Heinrich von der Gesangsformation der „Chordinetts“, zum Besten zu geben. Beim Refrain gehen die Köpfe ganz langsam nach oben, während die kräftigen Stimmen, zusammen mit der musikalischen Untermalung durch die Big Band des TV Münster, bei einigen Zuhörern für Gänsehaut sorgen.

Ihre Gründung vor 125 Jahren feierten die Sänger am Wochenende mit einem großen Jubiläumsball in der Kulturhalle. Vorsitzender Thomas Gold ließ im Vorfeld keinen Zweifel daran, dass ein Kirchenchor auch auf weltlichem Parkett richtig Gas geben kann. Dafür hatte man die Big Band des TV Münster verpflichtet, die die Besucher in ihren schicken Abendroben bis 1 Uhr zum Tanzen aufforderte. „Was wäre ein Geburtstagsfest ohne einen eigenen Auftritt?“ Diese Frage löste Cäcilia äußerst passend: Ein markantes Intermezzo mit drei Titeln, darunter dem bereits besagten „Himmelsfall“ sowie dem Dankeschön von Abba, dass es die Musik gibt.

Rund 320 Besuchern nicht enttäuscht

Bei freiem Eintritt erhofften sich die Organisatoren einen starken Zuspruch – und wurden mit rund 320 Besuchern nicht enttäuscht. Auf den Tischen lag neben der Getränkekarte auch das Tanz-Programm aus, so dass jeder frühzeitig sehen konnte, ob ihm die nächsten Körperbewegungen in Form eines Rumba, Foxtrott, Quickstep, Blues, Bossa Nova, Walzer, Cha Cha, Swing oder Jive im Blut liegen. Der Tanzmarathon startete mit einer Samba und klang, nach über 50 Titeln, mit einem Slowfox zum Klassiker „New York, New York“ von Frank Sinatra aus. Die Einladung zum Tanzen nutzten Paare aus der gesamten Region, sogar Mitglieder des Lions Clubs Darmstadt reservierten Tische.

„Wir haben von dem Ball gelesen“, erzählten Reinhold (51) und Ilona (47) aus Schaafheim. In Tanzcafés oder in ihrer Tanzschule ist das Ehepaar regelmäßig anzutreffen. Ein Lob haben sie für die Band und die schöne Kulturhalle parat. „Disco-Fox tanzen wir am liebsten. Der kam aber noch nicht“, führen die beiden schmunzelnd an. Beim ersten Titel nach der Pause sollten sie alsbald auf ihre Kosten kommen. Wer beim Tango noch ein klein wenig Anleitung brauchte, konnte bei der Showeinlage von Hanne und Klaus Barth etwas genauer hinschauen. Das Paar aus Münster tanzt professionell beim TSC Rödermark. Mit einem Pailettenkleid sowie einem Frack, der bis zu den Knien reichte, schwebten die Tanzsportler mit vollendeter Leichtigkeit über die Tanzfläche.

Mit Justina Kopton und Martin Bauer aus Dieburg hatten die Veranstalter noch ein weiteres, ganz junges Schautanzpaar verpflichtet, das im lateinamerikanischen Bereich eine rasante Vorführung bot. Als sich die Big Band zu später Stunde verabschiedete, übernahm DJ Alex Schönberner aus Altheim und rundete am Plattenteller die „After-Show-Party“ bis 4 Uhr musikalisch ab. Sein Repertoire reichte von den Sechzigern bis heute, zu dem Klassiker von Creedance Clearwater Revival, gepaart mit so manchem „Schmachtfetzen“, wie er zu später Stunde immer gut ankommt, gehörten.

Mit ihrem Jubiläumsball gelang den Sängern von Cäcilia eine rundum gelungene Veranstaltung, für die es von allen Gästen viel Lob gab. Der „Skyfall“ – das Herabfallen des Himmels – wurde nur besungen, denn mit dem Ende der Welt rechnen die Kirchensänger in absehbarer Zukunft natürlich nicht. Im Gegenteil: Nach dem Ball zeigt sich der Chor besonders motiviert, noch recht lange die Stimme zur Ehre Gottes und zur Freude der Mitmenschen zu erheben. „Morgen früh beim Gottesdienst wird das aber nicht der Fall sein. Da räumen wir erstmal auf“, so Vorsitzender Thomas Gold.

Quelle: op-online.de

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