Workshops für den „Frauen-Kinotag“

Zum Frauentag mal einwickeln lassen

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Der Workshop „Sari wickeln“ war am Frauen-Kinotag besonders beliebt.

Münster – Nach und nach wandern die Zutaten für typisch indische Gewürzmischungen in die Pfanne. Kardamom, Curry und Nelken werden auf der heißen Herdplatte geschwenkt und gleichmäßig angeröstet. Bald durchzieht ein intensiver Duft – süß und würzig zugleich – den Raum.

„Die Mischung wird später, wenn sie abgekühlt ist, fein gemahlen“, erklärt Christine Wittenberger. Sie gehört zum Team, das jedes Jahr die Workshops für den „Frauen-Kinotag“ in Münster vorbereitet. In diesem Jahr zeigte Bettina Herzing-Müller den indischen Film „Die Schneiderin der Träume“. Passend zum Film waren auch das vorangegangene Frühstück sowie die anschließenden Workshops ausgewählt.

Bereits zum 14. Mal hatte Bettina Herzing-Müller in Kooperation mit der Gemeinde Münster in die Kaisersaal-Lichtspiele anlässlich des Internationalen Frauentags eingeladen. Mittlerweile gibt es eine kleine Fan-Gemeinde, die sich keine Veranstaltung zum Weltfrauentag entgehen lässt. Zu ihnen gesellen sich stets einige Neulinge.

Sieglinde Müller ist Wiederholungstäterin, wie sie selbst sagt. „Für mich ist der Frauentag auch ein Feiertag; für mich persönlich und für alle Frauen weltweit“, beschreibt sie die Bedeutung des 8. März. „Der Frauen-Kinotag ist mit seinem Rundum-Programm einmalig im Umkreis. Hier begegne ich vielen neuen und schönen Dingen, die ich sonst nicht erfahren könnte“, sagt Müller.

Weltfrauentag ist Anlas, Sari zu tragen

Eine der neuen, schönen Erfahrungen ist das Wickeln eines Sari. Er ist ein langes Tuch aus glänzendem Stoff, das auf verschiedene Weisen um den Körper geschlungen wird. Meist tragen es die Frauen in Indien, Nepal und Bangladesch zu besonderen Anlässen. Der Weltfrauentag ist Anlass genug, auch in Münster ein Sari zu tragen, weshalb sich einige Frauen gewissermaßen „einwickeln“ lassen.

Zu den Workshops gehören „Mehendi“-Bemalungen, also Muster und Ornamente, die in Indien traditionell mit Henna-Farben auf die Handrücken von Frauen gemalt werden. Diese sind nicht einfach nur eine Zierde, sondern haben häufig auch eine Bedeutung. „Man kann an den Mehendis unter anderem erkennen, ob eine Frau verheiratet ist“, erklärt Lisanne Mehlhorn vom Verein „Frauen helfen Frauen“, der ebenfalls in die Organisation des Frauen-Kinotags in Münster eingebunden ist.

Für Mehlhorn ist der Internationale Frauentag nach wie vor wichtig. „Er sorgt dafür, dass das Thema präsent bleibt“, sagt sie. Noch immer gebe es auch hierzulande bei der Bezahlung von Mann und Frau für die gleiche Arbeit erhebliche Unterschiede. Gerade in Ländern wie Indien, das beim Münsterer Frauentag im Mittelpunkt der Veranstaltung stand, seien Frauen im Alltag stark benachteiligt und würden von Männern dominiert und kontrolliert.

Eine geschiedene oder verwitwete Frau, wie die Hauptfigur im Film „Die Schneiderin der Träume“, wird von der Familie und der Gesellschaft ausgestoßen und hat praktisch keine Chance, noch einmal Fuß zu fassen. „Es ist wichtig, dass wir auch hier in Deutschland, wo Frauen per Gesetz gleichgestellt sind, auf die Missstände in anderen Ländern hinzuweisen“, findet Mehlhorn.

„Am Frauentag signalisieren Frauen, dass sie mehr sind, als Mutter oder jemand, der etwas dazuverdient“, sagt Angela Schäfer, die als externe Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde die Veranstaltung im Kino mit organisiert. (zeta)

Quelle: op-online.de

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