Freizeitgelände droht Vermüllung

Münster - „Auf den Freizeitgeländen, speziell dem in Altheim, herrschen Zustände, die für alle Beteiligten nicht zufrieden stellend sind“, informierte die Vorsitzende Hülya Lehr zur jüngsten Sitzung den Ausländerbeirat. Von Jasmin Frank

Seit Dezember trifft sich das Gremium regelmäßig und steuert zahlreiche Ideen zum Miteinander der verschiedenen Nationalitäten vor Ort bei. Gerade wenn es um Situationen geht, die schnell problematisiert werden können, sehen sich die Mitglieder zum schnellen Handeln aufgefordert.

Deshalb besuchte auch Hülya Lehr die Einrichtung, die bei schönem Wetter an den Wochenenden von einem internationalen Publikum stark frequentiert wird, und stellte fest: Es gibt sowohl ein Müll- als auch ein Hygieneproblem. „Die Besucher bemühen sich offensichtlich, ihren Müll in den vorgesehenen Behältnissen unterzubringen, doch sind diese voll, werden die Reste darum herum gestapelt. Dann kann es natürlich passieren, dass über Nacht Tiere oder Menschen kommen und diese auf dem Gelände verteilen“, erläuterte Lehr. Zudem sei nur ein Schild angebracht, dass den Weg zur Toilette weise und dieses auch nur schwer zu entdecken, weshalb offenbar die Nutzer des Geländes nicht zu den Sanitäreinrichtungen in der Sport- und Kulturhalle fänden und sich im Gebüsch entleerten.

„Das kann natürlich nicht so bleiben, deshalb wäre es eine gute Möglichkeit, eine Sanitäranlage direkt auf der Freizeitanlage aufzustellen. Zudem müsste die Beschilderung auf der Anlage ohnehin verbessert werden, denn auch die Regeln sind nur einmal zu finden und stehen nur auf deutsch dort, so dass sie nicht von allen verstanden werden können. Besser wären mehrsprachige Hinweisschilder oder Piktogramme“, so Lehr. Es müsse sich aber von Seiten der Besucher auch an diese Regeln gehalten werden, denn das sei in deren Heimatländern auch der Fall, stellte die Deutsche mit türkischen Wurzeln deutlich klar.

Badezeiten nur für Frauen?

Bürgermeister Walter Blank, Beobachter der Beiratssitzung, erläuterte, dass er sich über die rege Nutzung des Geländes sehr freue und auch den Bedarf deutlich sehe. Allerdings komme zunehmend der Eindruck auf, dass die Anlage nicht nur von Münsterer und Altheimer Einwohnern genutzt würde, sondern sich große Gruppen von Gästen aus der gesamten Region einfänden, was an den Nummerschildern der Autos deutlich würde. „Die Toiletten sind an den Wochenenden immer geöffnet und werden mehrfach gereinigt, da sehe ich keinen Bedarf für weitere Anlagen“, informierte er. Auch Kontrollen seien in Erwägung gezogen worden, doch koste das die Gemeinde nur für einen Monat 1 400 Euro und sei deshalb nicht umsetzbar.

Der Ausländerbeirat beschloss letztlich eine Empfehlung, dass das Konzept für die Freizeitanlage in Münster-Altheim umgehend unter modernen, ökologischen Gesichtspunkten an die gegenwärtigen sozialen und sanitären Bedürfnisse der Bürger und Mitbürger angepasst werden müsse.

Noch ein weiterer Punkt stand zur Debatte: Die Einrichtung von Badezeiten im Hallenbad nur für Frauen, die einer Glaubensgemeinschaft angehören, die die vorherrschende Kleiderordnung im Schwimmbad als zu freizügig interpretierten und dadurch an ihrer Teilnahme am öffentlichen Leben eingeschränkt würden, wenn nur eine Teilnahme am Badebetrieb gemeinsam mit den anderen Geschlecht möglich sei. „Die Rahmenbedingungen müssten so gestaltet sein, dass keine Blicke von Männern möglich sind, auch nicht von der Cafeteria aus“, regte Lehr an. Hier konnte Blank Erfreuliches berichten: Der Montag, an dem Schwimm- und Aquafitnesskurse stattfänden, würde ohnehin überwiegend von Frauen frequentiert. Die ersten beiden Stunden sei auch kein männliches Personal zugegen.

Diese Aspekte waren unbekannt, so wurde zu diesem Tagesordnungspunkt kein Beschluss gefasst.

Quelle: op-online.de

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