Debatte in Münster

Friedhofswege in Altheim: Pflastern ist zu teuer

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Mindestens 80.000 Euro müsste die Gemeinde investieren, um 500 Meter Friedhofsweg zu pflastern.

Altheim - Erst hatte sich die SPD-Fraktion zu Wort gemeldet, dann die CDU. Der Zustand, vor allem der Wege, auf dem Altheimer Friedhof wird kontrovers diskutiert. Nun bezieht auch die Gemeindeverwaltung um Bürgermeister Gerald Frank (SPD) Stellung.

Mitglieder des Bau- und Planungs- sowie des Haupt- und Finanzausschusses haben sich kürzlich bei einem Vor-Ort-Termin ein Bild vom Altheimer Friedhof gemacht. Dabei wurde auch diskutiert, ob der Friedhof befestigte Wege braucht. Ein gepflasterter Weg brächte zwar mehr Komfort, würde allerdings zu drastisch steigenden Friedhofsbeiträgen führen, wie aktuelle Berechnungen der Gemeindeverwaltung belegen. Denn Investitionen in den Friedhof müssen laut Gesetz auf die Friedhofsgebühren umgelegt werden. Auch ökologische Aspekte und der kontinuierliche Wandel der Friedhofskultur spielen für die zukünftige Gestaltung eine Rolle. Friedhöfe sollen vor allem ein Ort sein, an dem Hinterbliebene in würdiger Umgebung trauern können. Dass sie bei jedem Wetter zu den Gräbern ihrer Verstorbenen kommen, ist dafür eine Grundvoraussetzung.

Im November 2017 hat die Friedhofsverwaltung Angebote eingeholt. Demnach würden die Kosten für einen befestigten Weg auf einer Länge von 500 Metern – damit wäre längst nicht der gesamte Friedhof abgedeckt – bei mindestens 80.000 Euro brutto liegen. Dieser Preis bezieht sich auf die günstigste Ausführung. Da aber nicht absehbar ist, welche Arbeiten im Vorfeld anfallen und eine ökologische Bauweise für einen Friedhof unabdingbar ist, muss man davon ausgehen, dass sich die Kosten massiv erhöhen.

Die Ausgaben für den befestigten Weg müssten durch zusätzliche Einnahmen refinanziert werden, teilt die Gemeindeverwaltung mit. Sprich: Die Kosten treffen alle Bürger, die Angehörige auf dem Friedhof bestatten lassen. Laut Berechnungen der Finanzabteilung könnten die Beiträge pro Bestattung um 85 bis 105 Euro steigen – sowohl in Altheim als auch in Münster.

Zudem befindet sich die Friedhofs- und Bestattungskultur allgemein im Umbruch: Immer mehr Angehörige legen Wert auf ein ursprüngliches Umfeld im Einklang mit der Natur. Das große Interesse an Bestattungen auf Friedwäldern in ganz Deutschland belegt diese Entwicklung. Der Altheimer Friedhof ist zwar kein Friedwald, allerdings strahlt auch er viel Natürlichkeit und Ursprünglichkeit und damit Werte aus, die in den kommenden Jahren wohl immer stärker nachgefragt werden. „Gerade bei einem kleinen örtlichen Friedhof sollte man beim Wegebau nie die Zukunftsplanung aus den Augen verlieren“, betont Tatjana Maier von der Friedhofsverwaltung. „Man muss daran denken, dass teure, befestigte Wege neue Entwicklungen und Alternativen, die sich aus der sich wandelnden Friedhofskultur und Bestattungsweise ergeben, von vornherein blockieren könnten.“ Maßnahmen, um die Beschaffenheit der unbefestigten Wege zu verbessern, wird der Bauhof in Kürze umsetzen. Unebenheiten im Boden werden ausgeglichen, was gleichzeitig dazu führen wird, dass das Gras besser gemäht werden kann als bisher. So lasse sich der Zugang zu den Grabstätten bereits durch einfache und kostengünstige Maßnahmen erheblich verbessern, hofft die Gemeindeverwaltung. (nkö)

Quelle: op-online.de

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