Gemeinde verbessert die Klimatisierung / Auch Fotovoltaik und neue Heizung kommen

Frische Brise für die Kulturhalle

Die Glasfront der Halle lässt die Hitze ein. Foto: tm

Münster – Kaum über einen längeren Zeitraum auszuhalten ist es bei hochsommerlichen Temperaturen in der Kulturhalle. VON JENS DÖRR

Schweißtreibende Erlebnisse hatten die Besucher beispielsweise im vergangenen Jahr im großen Saal bei der „Let’s Musical“-Premiere des AGV-Münster-Chors „Flame“ oder kürzlich im Foyer bei der Muna-Infoveranstaltung. Mit der schwülwarmen Luft im Inneren soll es bald vorbei sein: Die Gemeinde will in den nächsten Wochen die Klimatisierung verbessern - und die Kulturhalle durch weitere Investitionen zum energetischen Vorzeigeobjekt machen.

Den Weg dafür machten die Gemeindevertreter Ende Juni mit ihrer Entscheidung frei, investive Mittel in Höhe von 2,5 Millionen Euro für die Sanierung und Erweiterung des Rathauses sowie rund eine Million für die technische und bauliche Sanierung des Hallenbads fürs Erste abzuplanen, weil man das weitere Vorgehen bei den zwei Großvorhaben erst noch weiter analysieren müsse. Zugleich wurden andere Investitionen, die eigentlich später hätten getätigt werden sollen, in den Investitionsplan 2019 vorgezogen. Darunter der Umbau der raumlufttechnischen Anlage in der Kulturhalle für 280 000 Euro und die Erneuerung der Heizung für 100 000 Euro (wir berichteten).

Die Verbesserung der Klimatisierung und der Heizungstausch sollen in den nächsten Wochen umgesetzt werden, verspricht Bürgermeister Gerald Frank (SPD). Mit Blick auf die schwer zu ertragende Wärme an heißen Tagen im Kulturhallen-Inneren betont er zunächst, dass es sich bislang um „keine Klima-, sondern eine Lüftungsanlage gehandelt“ habe. „Dabei nimmt man die frische Luft von außen. Der frische Sauerstoff wurde aber nicht wahrgenommen, weil er mit der warmen Luft reinkam“, räumt Frank ein, dass ein nennenswerter Kühleffekt bislang fehlte. Was sich mit der Modernisierung nun ändern soll: „Mit ihr können die Gemeinde und die Vereine mit der Kulturhalle wieder verlässlich planen – das ganze Jahr über.“ Bislang fiel die Halle in den Sommermonaten praktisch für die Nutzung flach.

Der Umbau der raumlufttechnischen Anlage ist auch als Part eines Maßnahmenbündels zu sehen, mit dem Münster seine Kulturhalle bei Komfort und energetischer Nachhaltigkeit optimieren will. „Der Tausch der Heizung wäre erst 2025 fällig gewesen“, so Frank. „Ihn vorzuziehen ist aber effizienter und Teil eines Gesamtkonzepts. An der konzeptionellen Herangehensweise merkt man immer mehr auch die Arbeit unseres Klimaschutz-Managers Eric Maercker.“

Klimatisierung und Heizung sollen den Strom, den sie für ihren Betrieb benötigen, künftig von einer Fotovoltaikanlage erhalten, die seitlich an der Kulturhalle und nicht auf ihrem Dach angebracht werden soll. „Damit ist dann die weitgehend autarke Stromversorgung gewährleistet“, blickt Frank vorfreudig voraus. Allein mit der Klimaanlage werde man künftig 430 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr einsparen. „Das entspricht 32 Flügen nach Neuseeland.“ Auch finanziell würden sich die Investitionen für Münster rasch lohnen. „Von den Gesamtkosten in Höhe von 380 000 Euro erhalten wir 316 000 aus KIP-Mitteln“, sagt Frank. KIP steht für „Kommunales Investitionsprogramm“, ein gemeinsames Förderprogramm von Bund und Ländern. „Unsere Energiekosten in der Kulturhalle werden künftig von 16 000 auf 3 500 Euro pro Jahr sinken.“ Den Eigenanteil der Gemeinde an den Investitionen in Höhe von 64 000 Euro hätte Münster durch die Ersparnis also in wenigen Jahren wieder rausgeholt. Vor allem könne es nach dem Beschluss der Gemeindevertreter rasch in die bauliche Durchführung gehen: „Das Geld ist da. Wir setzen es um, sobald es möglich ist.“

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare