Frische Brötchen und Sektchen

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Die Qual der Wahl: Welche der vier Ketchup-Sorten wird die Dame wohl mit nach Hause tragen?

Altheim - „Heute morgen war die Hölle los“, sagt Felicitas Schulke leicht gestresst, gleichzeitig liegt Freude in ihrer Stimme. Punkt 9 Uhr hatten die neuen Pächterinnen Felicitas Schulke und Katja Fischer mit Helfern aus der Familie erstmals seit der Schließung im Dezember die Türen des „Altheimer Lädchen“ geöffnet (die OP berichtete). Jetzt um die Mittagszeit hat der erste Ansturm nachgelassen. Von Jens Dörr

Ein wenig Zeit zum Durchatmen für die beiden sympathischen Frauen, die in der Nacht zuvor bis 1 Uhr mit dem Feinschliff beschäftigt waren. „Ich finde es besonders toll, dass so viele Altheimer mitgeholfen und den Pächterinnen Mut gemacht haben“,sagt derweil Nicole Mustafa, bei der Gemeinde Münster für die Wirtschaftsförderung zuständig. Auch Bürgermeister Walter Blank ist zur Ladeneröffnung vorbeigekommen und wünscht den beiden Unternehmerinnen viel Erfolg Blank und Mustafa sind aber nicht nur gekommen, um warme Worte loszuwerden, sie packen auch mit an. Schon ab 9 Uhr schenkt Mustapha Begrüßungs-Sekt an die Kunden aus, Blank gesellt sich gegen Mittag hinzu und backt Brötchen. „Die sind sogar alle was geworden“,sagt und lacht der Gemeinde-Chef und der keineswegs verbrannt daherkommende Duft der frischen Backerzeugnisse bestätigt ihn darin. Neben Brötchen, Knusperstangen oder süßen Stückchen findet man im Altheimer Lädchen allerlei weitere frische Produkte: Beim Betreten des Geschäfts gleich rechts lachen einen herrliche Birnen an und auch das Gemüse verlockt. Wie in jedem großen Supermarkt sind Milchprodukte und Tiefkühlwaren ganz hinten: Mit einigen Schritten und einer kleinen Empore hinauf steht man allerdings rasch davor. Das „Altheimer Lädchen“ ist ein Shop der kurzen Wege. Unterdessen entdeckt der OP-Autor auf Anhieb nichts, was er im Rahmen seiner täglichen Konsumgewohnheiten verbraucht und was nicht im Laden zu finden wäre. Angenehm fällt auch der Anteil an günstigen Eigenmarken ins Auge, die für kleinere Geldbeutel eine prickelnde Alternative darstellen. Apropos Prickeln: Der TSV Altheim hat bei Schulke und Fischer erst einmal 15 Kästen Bier vorbestellt. Nicht, dass es keine Getränke im Laden gäbe. Nur soll es beim TSV eine ganz bestimmte Marke sein. Die Pächterinnen wollen auch diesen Wunsch berücksichtigen und dieses Bier wird bald da sein. „Wir möchten in unserem Laden ständig mit den Kunden im Gespräch sein und erfahren, welche Produkte sie sich noch wünschen“, erzählt Schulke. Dann holt sie eine Liste hervor, auf der schon zahlreiche Kundenwünsche stehen – die erste Seite ist drei Stunden nach der Eröffnung voll geschrieben. An Auswahl mangelt es aber nicht: Zwischen vier Sorten Ketchup herrscht die Qual der Wahl. Und die Preise? „Bei uns sind die Sachen nicht teurer als bei Rewe“,betont Fischer. „Von dieser Handelsgruppe stammen unsere Produkte und nach deren Preisvorgaben richten wir uns.“Die Zukunftsaussichten des Ladens bringt Bürgermeister Walter Blank unmissverständlich auf den Punkt: „Es liegt an den Altheimern selbst, ob der Laden Bestand haben wird.“

Quelle: op-online.de

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