Frischer Wind für Hund und Katz

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Das Kreistierheim in der Munastraße wird derzeit noch vom Tierschutzverein Münster und Umgebung betrieben. Bald führt es der Verein Kreistierheim Münster in eigener Regie.

Münster ‐ Nach vielen Querelen ums Münsterer Kreistierheim, nach hohen Wogen, die vor einiger Zeit um den Handel mit „importierten“ spanischen Hunden und falschen Impfpässen aus dem Veterinäramt des Landkreises schlugen, soll nun bald ein frischer Wind wehen im Tier-Asyl an der Munastraße. Von Thomas Meier

Denn seit einiger Zeit ist es sehr ruhig geworden ums Kreistierheim, das schon über 35 Jahre alt ist. Zu ruhig, wie einige Verantwortliche befinden. Sie versprechen, an der Munastraße bald ein Tierheim in völliger Transparenz zu präsentieren, ein „fröhliches Haus der Hoffnung, in das man gerne kommt“, wie Gabriele Dobner versichert, die ehrenamtlich eine leitende Position einnimmt.

Oberhand übers so genannte „Kreistierheim“ hat der „Verein Kreistierheim in Münster“, ein Zusammenschluss von zwölf Kommunen im Landkreis Darmstadt-Dieburg und der Stadt Rödermark (Kreis Offenbach). Bereits vor 1975 gegründet, ist sein Zweck die Unterhaltung eines gemeinschaftlich nutzbaren Tierheims zur Erfüllung des kommunalen Auftrages. Darunter fällt die Betreuung und Pflege herrenloser oder aus anderen Gründen betreuungsbedürftiger Tiere. Dazu zahlt jede Gemeinde einen jährlichen Obolus, dessen Höhe sich nach dem Einwohnerschlüssel richtet.

Vertrag 2009 wegen Differenzen gekündigt

Die Mitglieder dieses Vereins Kreistierheim beschlossen jetzt in ihrer Hauptversammlung über den zukünftigen Betrieb ihrer Tierbeherbergung. Ab 1. Januar 2011 werden seine Geschicke in eigener Regie geführt. Bisher war der „Tierschutzverein Münster und Umgebung e.V.“ vom Verein Kreistierheim mit dieser Aufgabe betraut worden. Der Vertrag ist Ende 2009 wegen der anhaltenden Differenzen in der Zusammenarbeit zum 31. Dezember 2010 gekündigt worden.

„Die Kommunen sind sich der Verantwortung bewusst. Wir wollen ein Tierheim, das den Bürgern einen Anlaufpunkt bietet und den Tieren eine Perspektive“, erklärt Walter Blank, Bürgermeister von Münster und Vorsitzender des Vereins Kreistierheim in Münster. Seit der Vertragsaufkündigung mit dem Tierschutzverein habe man sich intensiv mit der Thematik beschäftigt, sagt Carsten Helfmann, Stellvertreter von Walter Blank und Bürgermeister von Eppertshausen. Viele Gespräche seien geführt worden und das Veterinäramt habe die Betreiberkommunen beratend unterstützt. Es habe Termine mit Vertretern des Deutschen Tierschutzbundes und privaten Interessenten zur Leitung des Tierheimes gegeben. „Überzeugt hat letztendlich das Konzept der Tierfreunde Dieburg“, sagt Helfmann. Deren Vorsitzende Gabriele Dobner habe in einem Projektteam ein Zukunftskonzept erarbeitet und dem Vorstand präsentiert. In gemeinsamen Arbeitsgesprächen mit dem Verein Kreistierheim sei daraus ein zukunftsorientiertes Modell geworden.

Zur Umsetzung dessen wurde eine Kommission gebildet, in der Gabriele Dobner ehrenamtlich die Steuerung des Betriebs Kreistierheim übernehmen wird. Dazu stößt Martina Frühwein-Klumpp, die als praktizierende Tierärztin ihr Fachwissen einbringt. Walter Blank: „Damit stellen wir den Betrieb des Kreistierheimes sicher. Wir wollen hin zu einem Tierheim, das sich an den Bedürfnissen der Bürger und der Tiere orientiert.“

Hundetagesstätte im Tierheim integrieren

Auch hierfür hat Gabriele Dobner in ihrem Konzept bereits einige Ideen parat. So soll beispielsweise der Bereich Tierpension ausgebaut werden. Die neuen Betreiber wollen zudem eine Hundetagesstätte im Tierheim integrieren. Auf jeden Fall sollen die Öffnungszeiten wesentlich erweitert werden. Derzeit hält der das Heim betreibende Tierschutzverein seine Pforten einzig samstags für wenige Stunden offen. „Wir haben viele Baustellen angedacht. Doch müssen wir uns erst einmal ein Bild vom Ist-Zustand der Anlage verschaffen“, sagt Dobner. Was einmal in welcher Art ausgebaut oder vergrößert wird, könne man erst sagen, wenn man „den Laden richtig kennt.“

Und den kennt derzeit nur die derzeitige Chefin Beate Laudien, Vorsitzende auch des Tierschutzvereins, die auch auf dem Areal des Tierheims in der Munastraße 2 wohnt. Sie sei „im Guten“ mit dem Kreistierheims-Verein verblieben, erklärt sie auf Nachfrage unserer Zeitung. Bis Ende des Jahres werde sie ausgezogen sein und sich dann ganz dem Tierheim Babenhausen widmen, das ebenfalls seit vielen Jahren vom Tierschutzverein Münster betrieben wird.

Quelle: op-online.de

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