Verengungen gegen schnelles Fahren eingerichtet

Frist abgelaufen: Iglauer Straße legal

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Mitarbeiter vom Bauhof Münster besprechen mit Bürgermeister Gerald Frank die künftige Straßenmarkierung in der Iglauer Straße, um den Verkehr zu beruhigen.

Münster - Der „illegale Status“ der Iglauer Straße ist beendet. Die Klagefrist gegen die Widmung als Straße, die der Gemeindevorstand bereits im August vergangenen Jahres beschlossen hat, ist abgelaufen, ohne dass eine Klage von Gegnern einer Öffnung eingegangen ist.

Somit ist die Widmung als Straße rechtskräftig. „Die jetzt bestandskräftige Umwidmung gibt uns als Gemeinde Rechtssicherheit und beendet eine jahrzehntelange Illegalität“, betont Bürgermeister Gerald Frank. Die Sperrung war letztes Jahr im April notwendig geworden, da sich wegen der grundhaften Erneuerung des Dieburger Nordrings massenweise Gewerbeverkehr ins Münsterer Wohngebiet verirrte, insbesondere in die Iglauer Straße (wir berichteten mehrfach).

Nach Abschluss der Arbeiten im Nordring drohten Gegner der Öffnung mit Verweis auf den „illegalen Status“ der Straße mit einer Klage. Andere Bürger fragten, wie eine jahrzehntelang genutzte Straße illegal sein könne. Doch die Gegner hatten recht, zumindest, was den Abschnitt auf Münsterer Gemarkung betrifft. Tatsächlich war nach dem Bebauungsplan dieser Abschnitt ein Grünstreifen. In Realität allerdings rollte dort seit über drei Jahrzehnten reger Verkehr über den Asphalt von und gen Dieburg. Geteert wurde die Fläche vermutlich im Zuge des Ausbaus des Nordrings. Damals wurde versäumt, das Areal auf Münsterer Gemarkung zu legalisieren und offiziell als Straße auszuweisen.

„Nun ist der rechtlich bindende Weg und das monatelange Tauziehen mit die Legalisierung und Öffnung der Iglauer Straße abgeschlossen“, erklärt Frank erleichtert. Allerdings wird die Iglauer Straße in veränderter Weise eröffnet. Die Verwaltung hatte nach der Sperrung viele Gespräche mit Bürgern geführt. Anwohner der Iglauer Straße sind durch das in den letzten Jahren erhöhte Verkehrsaufkommen nachvollziehbar genervt. Andere fordern vehement die Öffnung. Auch unter ihnen sind Anwohner sowie Eltern, die seit der Straßensperrung ein höheres Verkehrsaufkommen in der Stettiner Straße – und damit auf dem Weg vieler Kindergarten- und Schulkinder – beklagen.

„Ich habe Verständnis für beide Sichtweisen“, erklärt Frank. „Ich sehe meine Aufgabe darin, einen Interessenausgleich zwischen den Positionen zu suchen.“ Die nun gefundene Konsenslösung bringt zum einen freie Fahrt für Autos nach und von Dieburg. Andererseits wurden Maßnahmen ergriffen, den Verkehrslärm zu reduzieren. „Durch Markierungen und Verengungen wird es nicht mehr möglich sein, mit hohem Tempo die Stichstraße nach Dieburg zu durchfahren. Damit tragen wir den Bedenken von Anwohnern Rechnung“, sagt Frank.

Die rechtlichen Vorgaben wurden eingehalten. Ein illegaler Status wurde in einen legalen umgewandelt. „In die neue Regelung wurden Anwohner und Nutzer gleichermaßen mit eingebunden. Mit der Konsenslösung der Öffnung der Straße bei gleichzeitigen lärmmindernden Maßnahmen müssten eigentlich alle gut leben können“, meint Frank.

Er bedauert, „dass das Thema politisch unsachlich benutzt und falsche Informationen verbreitet wurden“, obwohl er in den Gremien ausführlich über die Ursache der Sperrung und die juristischen Gründe informiert habe: „Ich fand die Stellungnahme der CDU Ende März sehr irritierend. Darin wird behauptet, dass sich in den Jahren, in denen der Grünstreifen als Straße genutzt wurde, niemand beschwert habe. Vielleicht hat sich niemand bei der CDU gemeldet. Beschwerden sind aber definitiv bei der Gemeinde eingegangen.“

Mit den Fakten nehme es die Union nicht ganz genau. Sie habe behauptet, die Straße sei seit Oktober 2015 gesperrt. „Der Zeitpunkt ist schlecht recherchiert und die Erinnerung trügt“, erklärt Frank, „die Sperrung wurde in der ersten Aprilwoche 2016 vorgenommen nachdem die Lkw, die in das Dieburger Gewerbegebiet wollten, die Iglauer Straße ins Chaos gestürzt hatten.“ Nur durch die Sperrung im April 2016 habe das Münsterer Wohngebiet vom Andrang unzähliger Schwerlaster umgehend befreit werden können. (tm)

Quelle: op-online.de

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