Weltfrauentag im „Kaisersaal“

Frühstück vor „göttlicher Ordnung“

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Silvia Herlach, Sandy Gotthold, Christa Herget, Ulla Kreher und Imme Vetter sind stets dabei, wenn das Münsterer Kino in Kooperation mit der Gemeinde zum Frauenkinotag einlädt.

Münster -  Mit einem guten Frühstück vor der „göttlichen Ordnung“ und vielen Programmpunkten wurde der Weltfrauentag im „Kaisersaal“ begangen. Die 13. Auflage der Kooperation von Gemeinde und Lichtspielhausbetreibern erfreut sich nach wie vor großer Beteiligung.

Vor mehr als 100 Jahren schlossen sich Frauen zusammen, um gemeinsam dafür einzutreten, dass dem weiblichen Geschlecht dieselben Rechte zugestanden werden wie Männern. Aus dem Kampf um gleiche Rechte, der gleichzeitig in vielen Ländern geführt wurde, entstand der Weltfrauentag. Seinen Ursprung hat er in der Initiative sozialistischer Arbeiterinnen, die Gleichberechtigung in beruflicher, gesellschaftlicher und politischer Hinsicht forderten. Ein wesentlicher Punkt war dabei das Recht, an Wahlen teilzunehmen und sich selbst für ein politisches Amt zur Wahl zu stellen.

Das Wahlrecht für Frauen ist auch ein zentrales Thema des Kinofilms „Die göttliche Ordnung“. Der Film erzählt die Entwicklung der Frauen in einem Dorf in der Schweiz Anfang der 1970er Jahre, die politisch ambitioniert sind und ihre gesellschaftliche Gleichstellung einfordern. Sie stellen damit eine Tradition in Frage, die zuvor nie angezweifelt worden war. Die Rebellion führte zwar zum Erfolg, hatte jedoch auch verheerende Konsequenzen für die familiären und privaten Strukturen.

Am vergangenen Samstag zeigte das Kino „Kaisersaal Lichtspiele“ den viel gelobten Film anlässlich des internationalen Frauentags. Zum 13. Mal luden Bettina und Dieter Herzing-Müller zum Frauenkinotag in das Lichtspielhaus ein. Der Samstag nach dem offiziellen Weltgedenktag am 8. März war dem Anlass gewidmet.

Den Anstoß gab die Gemeinde Münster, die – analog zum Landkreis – den Internationalen Frauentag mit einem entsprechenden Aktionstag würdigen wollte. In den leidenschaftlichen Kinobetreibern fand die Gemeinde schnell Kooperationspartner, die mit einem engagierten Organisationsteam stets ein Ereignis auf die Beine stellen, das sich nicht nur an Frauen richtet, wie Dieter Herzing-Müller betont. „Die Filme, die wir anlässlich des Weltfrauentags zeigen, sind auch für Männer sehenswert. Sie ermöglichen auch Männern eine andere Perspektive“, sagt er.

Üblicherweise sind aber fast alle Kinogäste weiblich. Dies könnte am Gesamtkonzept des Frauenkinotags liegen. Denn der gezeigte Film ist nicht die einzige Aktion, sondern ein zentrales Element, nach dem sich die gesamte Veranstaltung ausrichtet. Bevor der Kinostreifen gezeigt wird, stimmen sich die Gäste mit einem gemeinsamen Frühstück auf den Tagesablauf ein. Passend zum Film gab es ein Frühstück mit Spezialitäten aus dem alpinen Nachbarland.

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Die anschließenden Workshops waren, wie in jedem Jahr, inspiriert von Szenen des zuvor gezeigten Films. „Wenn man sich die Workshops ohne den filmischen Kontext ansieht, wirken sie möglicherweise etwas klischeehaft“, sagt Rita Heckwolf-Traub vom Veranstaltungsteam. „Wir greifen stets Elemente aus dem Film auf, die wir dann gemeinsam handwerklich oder künstlerisch umsetzen.“ Nicht immer seien die Workshops selbsterklärend. So gehe es beim Socken stricken weniger um eine typisch weibliche Tätigkeit. Vielmehr solle die gemeinschaftliche Handarbeit, wie sie in einer Szene des Films dargestellt wird, das Verbindende, Gemeinschaftliche herausstellen und dazu anregen, über das filmische Werk noch einmal zu reflektieren.

„Seit es den Frauenkinotag in Münster gibt, nehmen wir daran teil“, erzählt Silvia Herlach, die zu einer fünfköpfigen Frauengruppe gehört. „Uns ist es wichtig, daran zu erinnern, dass sich bestimmte Strukturen von Ungleichbehandlung und Diskriminierung nicht mehr breit machen. Was die Frauen in der Generation vor uns erkämpft haben, ist nicht in jedem Land selbstverständlich.“ (zeta)

Quelle: op-online.de

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