Führungskrise bei der DJK

Münster (st) - Die DJK Blau-Weiß Münster hat keine gewählte Vereinsspitze mehr. In der turnusmäßigen Jahreshauptversammlung vor wenigen Tagen gelang es nicht, Kandidaten für den Vereinsvorsitz und die beiden Stellvertreter zu finden.

So musste der bisherige Vorsitzende Peter Waldmann, der zusammen mit dem Ehrenvorsitzenden Hubert Schledt und Herbert Müller als Wahlleitung fungierte, die Sitzung abbrechen und auf den 28. September vertagen.

Diesem Abbruch ging eine lebhafte Suche nach Nachfolgern für den nicht mehr kandidierenden Peter Waldmann und seine beiden Stellvertreter Wolfgang Tobisch und Michael Bonifer voraus. Waldmann hatte bereits im November angekündigt, dass er nach zehn Jahren an der Vereinsspitze nicht mehr zur Verfügung stünde. „Ich habe den Verein gerne geführt, doch jetzt bin ich einfach leer und kann dem Verein nicht das geben, was er für die Zukunft braucht und auch verdient“, sagte der scheidende Vorsitzende zu Beginn der Jahreshauptversammlung. Er machte dabei deutlich, dass er nicht aus Verärgerung oder wegen mangelnder Unterstützung der Mitglieder ausscheide. „Ich konnte mich in all den Jahren auf die Mitglieder verlassen. In der DJK gibt es eine Menge Helfer, die immer, wenn sie gebraucht werden, zur Stelle sind“, ermutigte Peter Waldmann die DJKler, die mit dem Gedanken spielten, seine Nachfolge anzutreten. Als Beweis nannte er den gerade eine Woche zuvor gefeierten 90. Geburtstag. Hier hatte die DJK eindrucksvoll bewiesen, was sie gemeinsam zu leisten im Stande ist.

Peter Roßkopf weiter im Amt

Bevor die Jahreshauptversammlung ohne gewählte Vereinsspitze auseinander ging, konnten aber noch viele Vorstandspositionen besetzt werden. So bleibt der erfolgreich arbeitende Rechner Peter Roßkopf weiter im Amt. Dominik Ruhmann versieht auch im zwölften Jahr das Amt des Schriftführers. Den Wirtschaftsausschuss übernimmt Waltraud Huther. Anika Herd und Kirsten Linnhoff bleiben Jugendleiterinnen. Die Aufgaben des Hallenwartes übernehmen Robert Oestreicher und Herbert Müller. Die Tischtennisabteilung wird von dem Leitungsteam Ursula Luh-Fleischer, Gerhard Roßkopf und Tobias Christmann geführt, die Kegelabteilung von Michael Weber und Georg Hassenzahl. Die Fastnachter werden künftig von Petra Schoeltzke geleitet, die Fußballer von Ferdinand Ries. Tobias Wade bleibt Abteilungsleiter Wintersport. Trotz ihres Engagements als Leiterin des Wirtschaftsausschusses bleibt Waltraud Huther Abteilungsleiterin Gymnastik.

Dass eine neue Vereinsführung keine Angst vor schlechten wirtschaftlichen Zahlen haben muss, machte der Kassenbericht von Rechner Peter Roßkopf deutlich. In einer in Anbetracht der vielen Zahlen großen Offenheit, zeigte Roßkopf auf, dass die DJK zwar nicht reich, aber gesund ist.

Auf Antrag des Vorstandes ernannte die Versammlung Magdalena Bernbach zum Ehrenmitglied. Bernbach war viele Jahre Rechnerin und hatte sich 20 Jahre um die Vergabe der Hobbykegelbahnen gekümmert. Einen Antrag auf Beitragserhöhung von etwa zehn Prozent zog der Vorstand zurück. Die Mitglieder signalisierten zwar Zustimmung zu der ersten Beitragsanpassung seit 2008, wollten aber genauer über die Kostenstruktur informiert werden. Diesem Wunsch trug der Vorstand mit der Rücknahme des Antrags Rechnung.

Ein lebhaftes Vereinsleben

Auch die Berichte aus den Abteilungen zeigten, dass in der DJK Blau-Weiß Münster ein lebhaftes Vereinsleben herrscht. So üben in der Tischtennisabteilung Woche für Woche 90 Kinder und Jugendliche ihren Sport aus. Mit insgesamt 26 Mannschaften besitzt die DJK die größte Tischtennisabteilung im Bezirk und eine der größten in Hessen. Die Kegelabteilung ist zurzeit auch für den Nachwuchs eine gute Alternative zu Gameboy und Facebook.

Wie geht es jetzt weiter in der Heinrich-Heine-Straße 9 in Münster? Zunächst bleibt der bisherige Vorstand geschäftsführend mit allen Rechten und Pflichten im Amt. Doch für die Zukunft ist das keine Option. Deshalb lädt der Vorstand bereits für 15. August alle interessierten DJKler zu einer Findungssitzung ein. „Hier können wir auch über eine Kollektivlösung für die Vereinsführung reden“, bringt Waldmann eine neue Form der Vereinsführung ins Gespräch.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Pixelio.de/S. Hofschläger

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