„Fußball kann doch jeder spielen“

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Über 200 Besucher waren in die Münsterer Kulturhalle gekommen, um sich auf der Tanzfläche zu tummeln und zwischendurch mit Kaffee und Kuchen zu stärken.

Münster - Der große Saal der Kulturhalle war am Sonntag prall gefüllt: Über 200 Besucher verteilten sich auf der Tanzfläche und an den Kaffeetischen, um einen beschwingten Nachmittag bei Live-Musik zu verbringen. Von Jasmin Frank

Die Tanzveranstaltungen mit unserer TV-Bigband sind ein voller Erfolg. Bisher waren wir ja immer in der Gersprenzhalle, aber wegen der großen Nachfrage wird von heute an hier getanzt“, sagt Bürgermeister Walter Blank stolz. Denn die Gemeinde war von Anfang an ein Befürworter des Projekts: „Als der Dirigent Armin Obert mit der Idee, einen Tanznachmittag mit einer Liveband zu veranstalten, zu mir kam, war ich sofort dabei. Da ich selbst ab und zu gerne tanze, kann ich schon verstehen, dass es ein Unterschied ist, ob ein Alleinunterhalter oder ein Orchester spielt. Wir haben deshalb von der Gemeinde die Räume zur Verfügung gestellt und die Organisation und die Werbung übernommen“, erläuterte der Verwaltungschef.

Die angenehme Atmosphäre wissen auch die Besucher zu schätzen, darunter Hedwig und Siegbert Lumma, die schon seit vielen Jahren tanzen und die Münsterer Veranstaltung zum zweiten Mal besuchen. „Wir tanzen bei so schöner Musik natürlich noch viel lieber. Eigentlich mögen wir alle Tänze, ob Fox oder Walzer. Nur bei Jive tun wir uns ein bisschen schwer, schließlich gab es den noch gar nicht, als wir tanzen gelernt haben“, erzählt Siegbert Lumma und hat dann aber keine Zeit mehr für einen Plausch bei Kaffee und Kuchen, denn als „Que Sera, Sera“ erklingt, füllt sich die Tanzfläche sogleich und auch die Lummas schweben übers Parkett.

Geglückte Premiere an neuer Stelle

Doch nicht nur Besucher mittleren und älteren Semesters sind in Münster tanzbegeistert, auch einige junge Leute sind mit von der Partie: „Tanzen macht unglaublich viel Spaß“, begeistert sich Nils Lichtweiß. „Fußball kann doch jeder spielen, aber tanzen ist etwas Besonderes“, findet der 16-Jährige. Er ist heute mit drei weiteren Jugendlichen da und dreht seine Runden mit der gleichaltrigen Manja Mör. Die Schülerin hat zwar im vergangenen November erst mit ihrem ersten Tanzkurs begonnen, aber gleich Feuer gefangen und berichtet: „Ich habe jetzt schon mehrere Kurse absolviert und immer noch dazugelernt. Wir sind oft in Darmstadt unterwegs, aber heute sind wir hier geblieben, um zu tanzen, denn mit einer Bigband im Hintergrund ist das ein ganz besonderes Gefühl.“

Diese besondere Stimmung ist dem Leiter der Bigband, Armin Obert, zu verdanken, der aufgrund seiner Familiengeschichte auf die Idee kam, den Tanzkaffee einzurichten: „Mein Vater hat schon Tanzmusik gemacht, vor allem in den 50er, 60er und 70er Jahren. Ich habe zu Hause ein Plakat aus dem Jahr 1957 gefunden, auf dem er für einen ‚Fünf-Uhr-Tanztee’ geworben hat. Daraufhin habe ich den Einfall an den Bürgermeister weitergeleitet.“ Er selbst liebt vor allem Stücke von Frank Sinatra, gespielt wird aber ein umfangreiches Programm, das viele Facetten abdeckt und im März kommenden Jahres im Rahmen des nächstfolgenden Tanzkaffees zu hören ist.

Wer vom vielen Tanzen müde war, der konnte im Eingangsbereich der Kulturhalle über die Ausstellung ‚Kunst zwischen der Kerb’ schlendern, die von Porzellanmalerei über Holzskulpturen und Gemälden bis hin zu Teddybären einiges zu bieten hatte und noch bis zur Altheimer Kerb zu sehen sein wird.

Quelle: op-online.de

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