Das Fußballfieber steigt

Münster/Eppertshausen - Gestern hat die Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine begonnen. Heute Abend startet auch die deutsche Elf gegen Portugal in das Turnier. Von Michael Just

Drei Wochen lang wird Europa im Zeichen des runden Leders stehen. Unsere Redaktion hat in Münster und Eppertshausen nachgefragt, inwieweit das EM-Fieber schon ausgebrochen ist.

Manuel Roth (35), Bankkaufmann aus Münster: „Natürlich schaue ich die EM und werde mich auch mitreißen lassen. Schwarz-Rot-Gold wird es an unserem Auto aber nicht geben: Ob Fähnchen oder Außenspiegelverkleidung, das hält an unserem Smart alles nicht so gut. Wir schauen zuhause oder bei Freunden, zum Teil wird auch gegrillt, der Klassiker eben. Der EM-Garten des SV Münster ist ebenfalls eine Alternative. Durch unseren 15 Monaten alten Sohn sind wir allerdings gebunden. Für ihn haben wir ein kleines Deutschland-Trikot gekauft. Die Erwartungen an unsere Mannschaft sind allgemein hoch, vielleicht wurden sie durch die letzten Spiele ein wenig gedämpft. Ich hoffe auf das Finale. Wenn wir soweit kommen, glaube ich aber nicht, dass wir gewinnen. Wenn doch, wäre es schön.“

Martina Ries (42), Beamtin aus Münster: „Fußball schaue ich sonst selten, bei der EM oder WM ist es aber ein Muss. Am besten ist Public Viewing im Freien. An die Commerzbank-Arena in Frankfurt habe ich gute Erinnerungen, dort war bisher die beste Stimmung. Die EM hat nur eine kleine Tücke: Am Sonntag fliege ich mit Freundinnen in den Urlaub in die Türkei. Wir wissen aber aus Erfahrung, dass es kein Problem ist, dort überall die Spiele zu schauen. Weil die Türken nicht dabei sind, dürften sie uns die Daumen drücken. In einer der letzten Urlaube war das so, zumindest bei uns im Hotel.“

Michael Becker (40), KFZ-Mechaniker aus Eppertshausen:

„Die EM verfolge ich mit meinen Söhnen zuhause vorm Fernseher. Das wird dann von der Atmosphäre wie im Stadion sein, weil die Jungs von Trikot bis zur Vuvuzela alles auffahren. Wenn schon EM ist, werden wir auch alle Spiele schauen, das dürfte ein TV-Marathon werden. Meine Söhne sind alle Bayern-Fans, deshalb sitzen wir mit der Hoffnung vor dem Fernseher, dass die Nationalelf nicht das Pech hat wie zuletzt die Bayern. Ich glaube, Deutschland kommt ins Endspiel gegen Spanien. Und diesmal gewinnen wir.“

Bruno Ries (56), Uhrmacher aus Eppertshausen: „Natürlich schaue ich, was soll ich auch sonst machen, wenn die Offenbacher Kickers nicht spielen. Wenn Italien verliert, werden wir uns bestimmt wieder bei unserem Lieblingsitaliener treffen, um ihn ein bisschen zu ärgern. Ich hoffe auf packende Spiele, so wie die Verlängerung 1996 Deutschland gegen England. Auch ohne das Elfmeterschießen am Ende hatte dieses Spiel alles, was Fußball zu bieten hat. Zum Glück liegen die Spiele von der Uhrzeit her günstig, so dass es keine Überschneidungen mit der Arbeitszeit gibt. Wie weit wir kommen, werden wir sehen, das Halbfinale ist aber ein Muss.“

Quelle: op-online.de

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