Die ganze Familie im Mittelpunkt

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Sichtlich wohl fühlen sich die Kindergartenkinder im neuen Familienzentrum.

Münster - Ein Netzwerk für Familien, das ist die Kindertagesstätte Sankt Michael nun offiziell, denn nach drei Jahren Projektarbeit darf sie sich neuerdings Familienzentrum nennen. „Der Unterschied zwischen den beiden Formen liegt im Schwerpunkt der Arbeit. Von Jasmin Frank

Während sich eine Kindertagesstätte in der Regel nur auf die Kinder einstellt, richten wir den Fokus auf die Familie als Ganzes“, erklärte Marietta Geist beim Tag der Offenen Tür am Samstag. Die Leiterin der Einrichtung ergänzt: „Nur wenn es der Familie gut geht, geht es auch den Kindern gut. “.

Zahlreiche Angebote runden nun das Programm für die 96 Kinder und ihre Eltern ab. So stehen ihnen Erziehungsberatung, Elterncafé, „Essen für einen guten Zweck“ sowie Entspannungs- und Naturangebote zur Auswahl. „Mein Sohn Robin und ich haben schon zusammen ein solches Angebot genutzt - wir waren beim Familienwaldtag“, erzählt Uli Göbel vom Elternbeirat. Das sei spannend gewesen: „Der Förster konnte jede Menge über die Pflanzen und Tiere des Waldes erzählen.“ Uli Göbel hat sich bewusst für das Konzept der Kindertagesstätte entschieden, denn er befürwortet eine Einbindung der ganzen Familie.

„Uns ist es wichtig, auf die Bedürfnisse der Eltern einzugehen. Manche haben finanzielle Engpässe, dann versuchen wir unbürokratisch zu helfen - zum Beispiel, indem wir auf Festen keine Preise für die Speisen festlegen oder Fahrten in die Kleiderkammer organisieren“, erläutert Leiterin Marietta Geist das Vorgehen. Auch Müttern, die durch die familiäre und berufliche Doppelbelastung ausgelaugt sind, wird mit Entspannungsabenden ein Angebot zum Ausgleich offeriert. Zudem gehört zum Konzept des Familienzentrums, dass darauf Wert gelegt wird, dass Eltern und Kinder viel Zeit miteinander verbringen können.

Damit also Feste, wie der Tag der Offenen Tür, nicht durch anstrengende Dienste der Eltern eingeschränkt werden, übernehmen Gruppen der Kirchengemeinde diese Aufgaben. Umgekehrt bereichert das Familienzentrum mit Eltern und Kindern aktiv Aktionen der Gemeinde. „Wir sind froh, dass die Verzahnung mit bürgerlicher und kirchlicher Gemeinde so gut funktioniert“, betont Marietta Geist, die zum Fest von Pfarrer Bernhard Schüpke mit bunten Regenschirmen für ihr Team ausgestattet wurde.

Auch die Kinder fühlen sich im frisch gebackenen Familienzentrum sichtlich wohl. Das wurde auch beim Abschied der zukünftigen Schulkinder deutlich: Zwar sangen sie „Hurra, ich bin ein Schulkind und nicht mehr klein“, doch bei der Vorstellung, nicht mehr in die freundlichen Kita-Räume zurückzukehren, machte sich eine gewisse Ratlosigkeit breit. Gerade recht kam also die Einladung der Erzieherinnen: „Ihr kommt uns einfach alle einmal besuchen, wir freuen uns auf euch.“ Mit dieser Abmachung im Rücken ließ sich dann auch aus Kindersicht der Tag der Offenen Tür noch weiter genießen.

Quelle: op-online.de

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