CDU geißelt Münsterer Mehrheitspolitik zu Kitas

„Die Jugendarbeit liegt brach“

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Bahnhofstraße 52: Bis hier Asylbewerber untergebracht wurden, war diese Adresse für Münsters Jugend Anlaufpunkt. Vor zwei Jahren kamen die Rüssel-Kinder hier unter, und auch in Zukunft soll das Gebäude zur Kinderbetreuung, nicht aber für die Jugend genutzt werden.

Münster - Die Kita-Pläne des Bürgermeisters stoßen auf großes Unverständnis bei der CDU. Vor allem die weitere Zweckentfremdung des ehemaligen Jugendzentrums an der Bahnhofstraße wird kritisiert.

„Mit großer Verwunderung nimmt die CDU die Pläne des Bürgermeisters zur Kenntnis, dass Münsterer Jugendzentrum auch weiterhin als Kindertagesstätte zu nutzen und dort ab Sommer zunächst zwei Elementargruppen unterzubringen – und das nach nunmehr fast zwei Jahren Ausweichquartier für die Kita Im Rüssel.“ Zwei Jahre, in denen vom Bürgermeister nichts unternommen worden sei, um die aktuell fehlenden Kita Plätze anderweitig aufzufangen, heißt es im Schreiben von CDU-Fraktionsvorsitzenden Thorsten Schrod. Gerald Frank begnüge sich stattdessen fortwährend damit, die Fehler seines eigenen Handelns mit Versäumnissen der Vergangenheit zu erklären.

Die CDU verlange schon seit Bekanntwerden der Schäden in der Kita Im Rüssel im Herbst 2015, die Kinderbetreuung bis zur Fertigstellung geeigneter Neubauten vorübergehend in Pavillons sicherzustellen. Dies sei vom Bürgermeister und der Mehrheit von SPD und ALMA mehrfach abgelehnt worden. „Mit unserem Vorschlag wäre sowohl die Kinderbetreuung als auch die notwendige Jugendarbeit sichergestellt“, erklärt Schrod. Augenscheinlich seien dem Bürgermeister wohl die Kosten für die Bereitstellung von Pavillons zu hoch. Obwohl es am Geld derzeit mit Blick auf die sprudelnden Einnahmen der Gemeinde in Form von Einkommensteueranteilen, Gewerbesteuereinnahmen und Geldern aus dem kommunalen Finanzausgleich eigentlich nicht fehlen dürfe.

Schrod sieht von der Mehrheit das Geld „an anderer Stelle und für andere Prestigevorhaben“ ausgegeben. Und es würden immer wieder neue Stellen in der Verwaltung geschaffen. Das Veranstalten von Workshops mit externen Beratern zur Umgestaltung des Rathausplatzes oder das Durchführen seiner Öffentlichkeitsarbeit führt Schrod als Beispiele an. Sie seien dem Bürgermeister augenscheinlich so wichtig, dass hierfür extra Personal eingestellt werde. Aus Sicht der CDU könne dies aber genauso gut auch „mit Hilfe von freien Journalisten“ erledigt werden.

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

Das Jugendzentrum werde nun wohl auch auf absehbare Zeit nicht der Jugendarbeit der Gemeinde zur Verfügung stehen. Kontinuierliche offene Jugendarbeit mit einer festen Anlaufstelle sei in Münster aufgrund dieses Umstandes schon seit fast zwei Jahren nicht mehr möglich. Die Jugendarbeit in Münster liege derzeit brach. Bürgermeister, SPD und ALMA wollten Jugendlichen auch weiterhin ein Angebot verweigern, obwohl die CDU bereits vor einem Jahr einen Antrag zur Wiederbelebung der Jugendarbeit in die Gemeindevertretung eingebracht habe, befindet die Union.

„Die CDU wird sich im Interesse der Kinder, Jugendlichen, Eltern und Erzieher auch zukünftig dafür einsetzen, dass die Inbetriebnahme der Kita Im Rüssel nicht wieder in den Startlöchern stecken bleibt und das Juzschnellstmöglich wieder für die Jugendarbeit nutzbar wird oder ein Alternativangebot schnellstens zum Tragen kommt“, heißt es abschließend. (tm)

Quelle: op-online.de

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