Gemarkungsrundgang führt über Felder zu Neubauvierteln

Ein hochmodernes Juwel

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In lang gezogener Reihe marschierten die Besucher durch Weideland in Richtung Klärwerk.

Münster - Früher als sonst, nämlich am vergangenen Sonntag, fand der traditionelle Gemarkungsrundgang der Gemeinde Münster statt. Von Peter Panknin 

Anlass für den vorgezogenen Rundgang, zu dem der Gemeindevorstand die Einwohner der Gemeinde und andere Interessierte sonst im Oktober eingeladen hatte, ist der 30. Geburtstag eines Juwels innerhalb der Gemeinde.

Juwelen glänzen, dieses aber nicht. Es ist eher anrüchig und nichts für empfindliche Nasen, aber trotzdem unverzichtbar für alle hier lebenden Menschen: die Kläranlage. Von den offenen Abwässer-Gräben, die sich im Mittelalter durch die Ortschaften zogen über verdeckte Kanalrohre, die Brauchwasser jeglicher Art einfach in offene Gewässer leiteten in der Hoffnung, diese würden den Schmutz schon forttragen, bis zur modernen Kläranlage war es ein weiter Weg. Als erste Kläranlage nicht nur in Hessen, sondern in Deutschland überhaupt, wurde 1887 in (Frankfurt-) Niederrad ein Klärwerk in Betrieb genommen. Im Gegensatz zu dessen spitzgiebeligem Maschinenhaus steht die Kläranlage in Münster nicht unter Denkmalschutz, sondern ist auf dem neuesten Stand der Technik.

Mit viel Geduld und noch mehr Fachkenntnissen gab es Erklärungen zur Wirkungsweise der Kläranlage.

Aber der Reihe nach: Startpunkt des diesjährigen Gemarkungsrundgangs war der Haupteingang zum Gersprenzstadion, wo sich zahlreiche Besucher zur Begrüßung durch Bürgermeister Gerald Frank eingefunden hatte. Einige dunkle Wolken drohten nur und zogen, ohne Regen abzulassen, von dannen und machten der Sonne Platz. Zum ersten Ziel des Rundgangs, das Neubauviertel „Im Seerich“, ging es entlang des Werlacher Weges und über die Beune. Nichts erinnerte mehr an die erfolgreiche Gewerbeschau, die dort vor drei Wochen zu erleben war. Der Erfolg dieser Veranstaltung führte laut Bürgermeister Frank zu einer Steigerung der Nachfrage für die im Neubaugebiet ausgewiesenen Gewerbeflächen. Erste Wohnhäuser recken ihre Mauern empor und zeugen vom Anwachsen der Wohnflächen. Münster bräuchte aber mehr Wohnraum, um die stetig wachsende Nachfrage befriedigen zu können. Eine Verdichtung der Bebauung im vorhandenen Gemeinderaum ist angesagt, denn ein Wachstum über die bestehenden Gemeindegrenzen hinaus wird von neuem Bundesbaurecht begrenzt. Auch hier gäbe es zahlreiche Möglichkeiten, denn innerhalb der Gemeindegrenzen gibt es hinreichend bebaubare Grundstücke. Selbst im relativ neuen Inselviertel gibt es noch 50 nicht bebaute Grundstücke.

Weiter ging der Rundgang, vorbei an idyllisch erscheinende Weideflächen, auf denen Rindviecher friedlich grasten, während nebenan Heu gewendet wurde. In einer lang gezogenen Reihe wanderten die Teilnehmer zum Klärwerk, wo sie von den bereitstehenden Mitarbeiter der Anlage empfangen wurden. Einführende Erläuterungen gaben Bürgermeister Frank und Wolfgang Kleinheinz, bevor sich die vier an ihren grell orangefarbenen Westen erkennbaren Mitarbeiter der Kläranlage auf verschiedene Positionen innerhalb der Anlage verteilten und interessierten Besuchern die zahlreichen Fragen beantworten konnten.

Bilder: Gewerbeschau in Münster

Bereit lag auch eine frisch gedruckte Broschüre, die jeder kostenlos mit nach Hause nehmen konnte, um mal nachzulesen, was eigentlich passiert, wenn die WC-Spülung betätigt wurde. Daneben gab es ein kindgerecht aufbereitetes Heft zum Thema. Die Besucher verweilten teilweise recht lange im Bereich der Anlage, zu der man ja nicht alle Tage kommt und erst recht nicht alle Tage reingehen kann.

Überzeugend waren auch die Darstellungen der vier Klärwerker, denen ihr Engagement für die Sache „Umweltschutz“ anzumerken ist.

Nach und nach begaben sich die Teilnehmer zurück zum Ausgangspunkt des Rundgangs, denn im Gersprenzstadion war ein kleines Zelt aufgebaut, wo Erfrischungen bereitstanden und schmackhafte Suppengerichte darauf warteten, verzehrt zu werden. Hilfsbereite Kräfte waren Startbereit, um Suppe und Getränke zu verteilen, und bewiesen damit, dass sie auch außerhalb des Rathauses tüchtig zupacken können.

Quelle: op-online.de

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