Vereinsförderung unter der Lupe

Gemeinde will „Härten der Gebührenerhöhungen“ korrigieren

Die Kulturhalle ist eine beliebte Veranstaltungslocation der Münsterer Vereine.
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Die Kulturhalle ist eine beliebte Veranstaltungslocation der Münsterer Vereine.

Münster – In der Kommission für Vereine und Ehrenamt stehen wichtige Themen auf der Agenda. Bürgermeister Gerald Frank hatte sie noch vor Jahreswechsel einberufen, um diese Aufgabenstellungen zu definieren. Es geht ums liebe Geld.

„Mir geht es darum, finanzielle Härten der letzten Gebührenerhöhung zu korrigieren. Einige Vereine kommen doch sehr schlecht weg“, erklärt Frank. Grundsätzlich sei er auch bereit, mittelfristig eine Erhöhung des Förderbudgets für die Vereine in den Haushalt einzuplanen. Auf Anregung der Kommissionsmitglieder wird es in der kommenden (nichtöffentlichen) Sitzung auch zu einer Überarbeitung der Kriterien der Vereinsförderung kommen. Am Ende des Diskussionsprozesses könnte es sein, dass die Vereinsförderung auf völlig neuen Beinen steht. „Es geht darum, Bewährtes fortzuführen, die Kriterien aber an die aktuellen Anforderungen anzupassen“, betont Frank.

Eine Kommission wie die für Vereine und Ehrenamt ist nach Hessischer Gemeindeordnung ein Gremium, das vom Bürgermeister eingesetzt wird. Ihre Mitglieder wurden auf Vorschläge der einzelnen Fraktionen berufen. Sie können, müssen aber keine Gemeindevertreter sein. Somit können auch Vereinsvertreter, die nicht parteipolitisch gebunden sind, in der Kommission mitarbeiten.

Die Kommission für Vereine und Ehrenamt setzt sich aus dem Bürgermeister, dem Gemeindevorstand sowie Vertretern Münsterer Vereine und der Fraktionen zusammen. Sie behandelt Themen, die für das Vereinsleben und das Ehrenamt bedeutsam sind und gibt Empfehlungen an den Gemeindevorstand ab.

Heftig diskutiert wurden in der Sitzung die seit Jahrzehnten unverändert bestehenden Kriterien der Vereinsförderung. So werden nach einem besonderen Schlüssel, der unter anderem Mitgliederzahlen und Altersstruktur berücksichtigt, Punkte ermittelt. Zudem können Zusatzpunkte vergeben werden, beispielsweise wenn extrem hohe Trainerkosten anfallen. Die Vereine erhalten dann eine Förderung entsprechend ihrer Gesamtpunktzahl.

Das Geld vor dem Euro: Kennen Sie diese EU-Währungen noch?

Pesetas, italienische Lire oder Franc: Jedes europäische Land hatte vor dem Euro eine eigene Währung.
Die Deutsche Mark, auch DM oder D-Mark genannt, war als Bargeld von 1948 bis Ende 2001 die offizielle Währung der Bundesrepublik Deutschlands. Eine Deutsche Mark war wiederum unterteilt in einhundert Pfennig. Neben Münzen gab es sie auch in fünf- bis tausend-DM-Scheinen. Noch heute sollen Milliarden D-Mark im Umlauf sein. Ein Euro soll heutzutage zwei DM wert sein.
Die italienische Lira war von 1861 bis zur Einführung des Euro das offizielle Zahlungsmittel Italiens. Sie war zudem auch in den beiden Zwergenstaaten San Marino und Vatikanstadt offizielle Währung. Doch vor 2001 spielten wegen einer anhaltenden Inflation nur noch die Werte 50, 100, 200, 500 und 1.000 Lire eine Rolle im Zahlungsverkehr. Ein Euro beträgt nach heutigem Umrechnungskurs etwa 2.000 Lire.
Die griechische Drachme galt von 1831 bis 2001. Sie war das offizielle Zahlungsmittel in Griechenland. Der Name ist bereits seit der Antike geläufig und bezeichnete schon damals eine Gewichts- und Münzeinheit aus Silber. Ihre Untereinheit war das Lepto, 100 davon ergaben eine Drachme. Umgerechnet wäre heutzutage ein Euro circa 340 griechische Drachmen wert.
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Die Kommission stellte fest, dass die Konditionen für die Zusatzpunkte teils nicht mehr den aktuellen Anforderungen entsprechen und auf den Prüfstand zu stellen sind. Ein Aspekt, der stärker berücksichtigt werden könnte, ist die Idee, dass für Veranstaltungen mit hohem finanziellem Aufwand, die die Gemeinde überregional präsentieren, gesonderte Zuschüsse gezahlt werden könnten. Hierüber und über andere Punkte soll die Kommission bald in Klausur gehen und einen Vorschlag zur Modifizierung erarbeiten. Am Ende des Diskussionsprozesses sind dann die neuen Förderrichtlinien, die ab dem 1. Januar 2020 gültig wären, von der Gemeindevertretung zu verabschieden.

Bürgermeister Frank signalisierte zudem, das Förderbudget im Haushaltsjahr 2020 anzuheben. Der Ansatz war im Zuge der Bankenkrise um 15.000 Euro gekürzt worden. „Jetzt, da wir nach vielen Jahren der Haushaltsdefizite von mehreren Millionen Euro die Finanzen konsolidiert und seit 2016 einen ausgeglichenen Haushalt haben, muss das auch den Vereinen zugute kommen“, sagt er.

Ein weiteres zentrales Thema bei der Sitzung war die Kulturhalle. Für die Gaststätte wird vorerst kein neuer Pächter gesucht. Der Gastraum kann ab sofort sowohl von Vereinen oder privaten Personen, Organisation und Unternehmen mit und ohne Küche für Veranstaltungen, Tagungen und Kongresse gemietet werden. (tm)

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