Geplante Bebauung des „Dieburger Dreiecks“

 „Antworten kann nur Dieburg“

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So sehen die Baupläne von Fiege für das Dieburger Dreieck aus. Das Gebäude soll 550 Meter lang werden.

Münster - Die geplante Bebauung des „Dieburger Dreiecks“ (östlich des Waldhotels „Haus Hubertus“, an der Einmündung der K128 in die B26) durch das Unternehmen Fiege ist nicht nur ein Dieburger Thema, sondern auch eins mit Bedeutung für Münster und seinen Ortsteil Altheim. Von Jens Dörr

Dieser Auffassung ist nicht nur die „Bürgerinitiative Bebauung Dieburger Dreieck“ (siehe auch Infokasten), die auch von drei Dutzend Bürgern aus Münster und vor allem Altheim mitgegründet wurde, sondern auch der Gemeindevorstand sowie jede der im Gemeindeparlament vertretenen Parteien/Wählergemeinschaften (CDU, SPD und Alternative Liste Münster und Altheim). Das ergab das Bild, das die Antworten auf Fragen unserer Zeitung zeichneten.

Am Montag dieser Woche nahm Bürgermeister Walter Blank (CDU) mit dem Verlesen einer Mitteilung des Gemeindevorstands vor dem Bau-, Planungs- und Umweltausschuss Münsters Stellung und ließ diese auch dieser Zeitung zukommen. In Blanks Auftrag ergänzte zudem Volker Gilbert von der Haupt- und Personalverwaltung der Gemeinde die Mitteilung mit weiteren Aussagen.

Tenor der von Blank verlesenen Mitteilung ist, dass Münster „neue gewerbliche Bauflächen und eine gute Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Dieburg/Münster grundsätzlich“ begrüße. Die nun von Fiege geplante, sich 550 Meter entlang von K128/B26 ziehende Immobilie werde aber „hohen bis sehr hohen“ Einfluss auf die „städtebauliche Qualität und Entwicklungsmöglichkeit Münsters“ haben. „Zusätzliche Arbeitsplätze könnten die Attraktivität Münsters als Wohnort steigern“, heißt es zugleich.

BI gibt Einwände ab und will Parlamentarier überzeugen: Für die „Bürgerinitiative (BI) Bebauung Dieburger Dreieck“ teilt Pressesprecherin Anja Eikel mit, was die BI derzeit tut und als Nächstes tun möchte: „Die BI hat zunächst einige Einwände zum Flächennutzungsplan formuliert“, so Eikel. Diese sollten bis zum heutigen Freitag abgegeben werden. „Weitere Aktionen laufen. Neben Infoständen und Informationsveranstaltungen sind auch Gespräche mit den Verantwortlichen eine Aufgabe der BI. Außerdem wird dem Dieburger Stadtparlament aufgezeigt, dass die getroffenen positiven Aspekte wie Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen so nicht korrekt dargestellt sind. Es gibt zwar Arbeitsplätze, diese sind aber größtenteils im Niedriglohnsegment mit Zeitarbeitern, so dass hier die Sozialmoral hinterfragt werden muss.“ Auch die Gewerbesteuereinnahmen seien für die Stadt Dieburg nicht vorhersehbar. Die Dieburger Fraktionen wollen sich erst nach Ende der Offenlegung von Plänen und Gutachten (noch etwa zwei Wochen lang im Rathaus einsehbar) wieder öffentlich zum Thema äußern. Bis dato obliegt die Bewertung der Gutachten (Verkehr und Umweltschutz) zudem den Fachbehörden. jd

„Besorgt“ sehe er vor allem die Zunahme des Verkehrs, die nicht nur Altheim, sondern auch westliche und südliche Teile der Kerngemeinde betreffen werde. Durch den Verkehr verursachte Emissionen sollten gutachterlich geprüft und Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Auch für den Radweg neben der K128 und B26 müsse mittels einer Über- oder Unterführung eine Lösung gefunden werden. Und: Es könne nicht nachvollzogen werden, warum der Bebauungsplan beschlossen werden solle, obwohl die Verlegung des Banngrabens durch die zuständigen Behörden noch nicht entschieden sei. Gespräche mit Dieburg stünden aber erst noch an.

Die Münsterer CDU teilt die vom Gemeindevorstand genannten Bedenken. „Die CDU nimmt die Sorgen der Münsterer und Altheimer ernst, einige Fraktionsmitglieder haben mit ihrer Unterschrift auf den Listen der Bürgerinitiative deren Arbeit zumindest moralisch unterstützt“, teilt sie mit. Die Bedenken der Bürger seien gerechtfertigt. Man sehe das Vorhaben „in dieser Größe“ ebenfalls kritisch. Aber: „Die Stadt Dieburg stellt natürlich ihre eigenen Bauleitpläne auf.“ Der Umgang mit den Anregungen und Bedenken Münsters und der Bürger und deren Bewertung liege „in Händen der Dieburger Gremien“. Und: „Antworten kann nur Dieburg geben.“

Während die SPD auf die Anfrage unserer Zeitung nicht antwortete, sich aber schon im Juli für eine erträgliche Ausgestaltung des Bauvorhabens stark machte, lehnt die ALMA die jetzigen Planungen besonders deutlich ab und solidarisiert sich mit der Bürgerinitiative. „Wo wir können, unterstützen wir die Bürgerinitiative gerne bei ihren Bemühungen“, teilt Gerhard Bonifer-Dörr mit. Er ruft „die Bürgerinnen und Bürger, insbesondere aus Dieburg“ auf, „ihre Ablehnung deutlich zu artikulieren, um die Dieburger Stadtverordneten zur Einsicht zu bringen“.

Ihrerseits wolle die ALMA nun das Gespräch mit den Dieburger Grünen, die wie alle Fraktionen für die Fiege-Ansiedlung stimmten, suchen.

Quelle: op-online.de

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