Die Brücke nimmt Gestalt an

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Bis Ende des Jahres soll der neue Übergang über die Gersprenz am Werlacher Weg in Münster fertig sein. Viel Fingerspitzengefühl war gefragt, als die Betonbauteile auf den Unterbau aufgesetzt wurden.

Münster - Die neue Gersprenz-Brücke am Werlacher Weg in Münster nimmt langsam Gestalt an. In dieser Woche wurden zwei große Stahlbeton-Bauteile angebracht. Von Sebastian Schwarz 

Die beiden Elemente bilden den sogenannten Brückenüberbau, auf den dann der Straßenbelag und die Gehwege auf beiden Seiten kommen. Fast 14 Meter lang, mehr als drei Meter breit und rund 55 Tonnen schwer ist jedes der beiden Bauteile. Mit Hilfe eines Krans werden sie in Position gebracht. Zwei Bauarbeiter ziehen die Elemente zudem an langen, orangefarbenen Bändern in die richtige Richtung. Danach beginnt der schwierige Teil des Manövers. Viel Präzision und Feingefühl ist beim Aufsetzen der Bauteile auf den Brückensockel gefragt - echte Millimeterarbeit für die Bauarbeiter.

Auf jeder Seite haben die Bauteile zwei Öffnungen. Dort werden sie in die sogenannte „Dollen“ eingepasst. Das sind metallene Ösen, die aus dem Unterbau der Brücke herausragen. Wenn die Teile dann sitzen, werden sie später noch einbetoniert. Den Unterbau, auf dem die Bauelemente ruhen, bilden auf beiden Seiten Spundwände, die das Bauwerk jeweils 8,5 Meter tief in Erdreich verankern. Rund 45 Minuten dauert es, dann heißt es: „Sieht gut aus, das passt.“

Im nächsten Schritt wird in den nächsten Wochen nun noch eine Abdichtung auf die Oberfläche aufgetragen, dann folgt eine Schutzschicht aus Gussasphalt und die Deckschicht. Insgesamt vier Meter wird die neue Fahrbahn breit sein, eineinhalb Meter mehr als auf der alten Brücke. Bei der Planung der Fahrbahnbreite habe man die Größe landwirtschaftlicher Fahrzeuge zugrunde gelegt, erklärt Bürgermeister Gerald Frank. Denn die Brücke habe für die Landwirtschaft eine besondere Bedeutung, so das Münsterer Gemeindeoberhaupt weiter.

Flankiert wird die neue Fahrbahn auf beiden Seiten von einem Gehweg. Dieser ist auf der Seite des Gersprenzstadions zwei Meter breit. So sollen auch Rollstuhlfahrer und Kinderwagen dort Platz haben.. „Der Gehweg ist behindertengerecht“, hob Frank hervor. Begonnen hatten die Baumaßnehmen Mitte September. Notwendig geworden waren sie, da die Brücke schon seit einigen Jahren baufällig war. „Eine Sanierung war nach Auskunft der Fachingenieure nicht mehr möglich“, heißt es dazu bei der Gemeindeverwaltung. Daher hatte sich die Gemeinde im letzten Jahr für einen kompletten Neubau entschieden. Für die Planung verantwortlich zeichnet das Büro Friedrich aus Breuberg, die Ausführung der Baumaßnahmen hat das Bauunternehmen Liebig aus Groß-Bieberau übernommen. Abgeschlossen sein soll der Brücken-Neubau am Werlacher Weg bis zum Ende des Jahres. Die Gesamtkosten werden sich voraussichtlich auf rund 380.000 Euro belaufen.

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Quelle: op-online.de

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