Gersprenzstadion von Schulen und Vereinen rege genutzt

Eine Arena mit vielen Funktionen

+
Eine regelmäßige Veranstaltung im Gersprenzstadion ist der vom VfL Münster organisierte Gersprenzlauf. Alle Distanzen starten und enden dabei im Stadion. 

Münster - Sie machen einen wichtigen Teil des Freizeitwerts einer Gemeinde aus: öffentliche Liegenschaften, etwa Bürgerhallen, Sportstadien oder Freizeitzentren. Auch Münster und Eppertshausen haben hierzu einiges vorzuweisen. Von Jens Dörr

Doch wer nutzt diese Objekte und was kosten sie? Wo stehen in näherer Zukunft womöglich Veränderungen an? Unsere Zeitung hat sich die markantesten Liegenschaften in beiden Kommunen näher angesehen und beleuchtet sie in loser Folge näher. Heute: das Gersprenzstadion.

Es ist vielleicht jenes Münsterer Freizeitangebot, um das die „Doaschde“ in vielen Orten der Region am häufigsten beneidet werden: Mit dem Gersprenzstadion samt tollem Rasenplatz, Tartan-Laufbahn, weiteren Leichtathletik-Anlagen, Zuschauerrängen, Kabinen und Duschen sowie Bolzplätzen setzt die Gemeinde sportinfrastrukturell seit mehr als 30 Jahren ein echtes Ausrufezeichen.

Ende der 1970er regten einige Münsterer Sportvereine an, eine Sportstätte zu schaffen, die es sowohl Vereinen als auch Schülern und Breitsportlern ermöglicht, Leichtathletik zu trainieren. In diesem Bereich verzeichnete Münster seinerzeit noch eine Versorgungslücke. Zugleich nutzte der Schulsport noch die Trainingsstätten der Vereine. Gerade die Schule auf der Aue konnte eine entsprechende Anlage ihrerseits gut gebrauchen.

Wie so oft bei derlei Großprojekten: Von heute auf morgen ging die Realisierung trotz aller Wünsche auch beim Gersprenzstadion nicht. Aber Münster handelte: Am 25. September 1985 fand der ersehnte Spatenstich für das Stadion statt. Ein Jahr später feierte man Richtfest – und zelebrierte die Einweihung des Gersprenzstadions schließlich am 30. und 31. Mai 1987. Die Gesamtkosten für die Anlage lagen damals bei rund 4,6 Millionen D-Mark, wobei der Landkreis auch mit Blick auf die Nutzung durch den Schulsport mit 2,6 Millionen Mark den Löwenanteil finanzierte.

Heute steht noch ein Restbuchwert von 294 741 Euro in den Büchern. „Diese Zahl bezieht sich nur auf das Funktionsgebäude, da die Bahnen und Grünflächen bereits abgeschrieben sind“, teilt für die Gemeinde Öffentlichkeitsmitarbeiterin Meike Mittmeyer-Riehl mit.

Die Zahl der regelmäßigen Nutzer ist stattlich: Vor allem SV Münster, DJK Münster, VfL Münster, TV Münster und TV Hergershausen nutzen das Gersprenzstadion für ihren Sport. Aktuell mietet sich auch der Dieburger Turnverein im Stadion ein, was ab Oktober nachlassen dürfte, weil in Dieburg dann der städtische Sportplatz am Schlossgarten nach einer Sanierung und Verlegung einer Kunststoff-Laufbahn unter besseren Bedingungen für die Leichtathletik freigegeben wird. Täglicher Nutzer des Gersprenzstadions ist zudem die Schule auf der Aue. Insgesamt sporteln dort sogar Schüler von sechs Schulen. Das Dieburger Alfred-Delp-Oberstufengymnasium hält hier sogar teilweise seine Sport-Abiturprüfungen ab. An Sonn- und Feiertagen kann – meist von Frühjahr bis Herbst – zwischen 14 und 17 Uhr jedermann kostenlos und ohne Reservierung die Sportstätte nutzen.

Hauptstraßenfest in Altheim: Fotos

Deren laufende Kosten halten sich für die Gemeinde in Relation zur hohen Nachfrage und zum wichtigen Beitrag für Münsters Freizeitwert in Grenzen. Zu den jährlichen Abschreibungen in Höhe von 13.000 Euro kommen für die Gemeinde noch die Personalkosten hinzu, die in den Zahlen für die Pflege für Münsters Grün- und Freizeitanlagen insgesamt enthalten und solo nur schwer zu beziffern sind.

Hinzu kommen immer wieder allerdings Investitionskosten: Anfang des Jahres haben die Sanierungsarbeiten des 30 Jahre alten Dusch- und Sanitärbereichs begonnen. Die Bäder wurden komplett entkernt und erneuert, da die Duschen nicht mehr neusten gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Diese Vorgaben schreiben zum Schutz vor Legionellen beispielsweise vor, dass die Leitungen alle 24 Stunden automatisch durchgespült werden, um einer Ansiedlung von Bakterien in den Wasserleitungen vorzubeugen. Diese Technik kommt auch bereits im Münsterer Hallenbad zum Einsatz. Die Sanierungskosten liegen bei insgesamt rund 116.300 Euro, wovon die Hälfte durch den Landkreis finanziert wird.

Als weitere größere Investition steht zudem spätestens im nächsten Jahr noch die Sanierung der Tartanbahn an, die in die Jahre gekommen und reparaturbedürftig geworden ist. Auch eine neue Heizungsanlage ist für 2019 geplant.

Halbe Sachen will die Gemeinde dabei nicht machen. Bürgermeister Gerald Frank hebt die Bedeutung der Anlage hervor: „Das Gersprenzstadion ist als ,Multifunktionsarena‘ nicht aus Münster wegzudenken und bereichert die lebendige Sportlandschaft in unserer Gemeinde seit 30 Jahren erheblich. Neben der regen Nutzung als Schulsport-Standort ist es zudem ein beliebter Treffpunkt und Trainingsort für Vereine, eine begehrte Veranstaltungslocation und ein Breitensport-Angebot für jedermann.“

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare