Internationales Flair auf Kulturhallen-Bühne

Ghana-Hilfe: Fest für alle Sinne

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Die Clown-Show des Künstler-Ensembles Adesa war Höhepunkt des kunterbunten Programms beim Ghana-Hilfe-Fest.

Münster - Der neunte Ghana-Hilfe-Tag des Vereins Nima geriet am Samstag wieder zum fröhlichen afrikanischen Happening mit internationalem Flair. In der Kulturhalle fanden sich vom Mittag bis in die Nacht über 1 000 Besucher ein. Von Thomas Meier

Vor allem Familien und Kinder genossen das abwechslungsreiche Nachmittagsprogramm. Welch ein Fest für alle Sinne: Kaffeeduft, leckere Kuchen, afrikanische Küche, raffinierte Cocktails mit und ohne Alkohol; rhythmischer Trommelklang, unterbrochen von Hip-Hop, Rap oder Schulchorgesang; das stumpfe Geräusch der Axtschläge auf Holz; bunte, angemalte Kindergesichter, tanzende Afrikaner in ghanaischer Stammeskleidung, farbige Artisten mit freien, durchtrainierten Oberkörpern buntlackierte Schüsseln jonglierend – da fiel es schwer, sich für ein Angebot zu entscheiden. Und so ließen sich die Besucher treiben durch ein abwechslungsreiches Programm, schauten mal hier, hörten dort, malten da, tanzten im Saal oder beim Workshop und kosteten sich durch die Genüsse an den Ständen.

Der bundesweit agierende Verein Nima, Ghana-Hilfe, mit Sitz in Münster hatte wieder ganze Vorarbeit geleistet, Anna und Amin Zaaki, Gründer und Vorsitzende gleichsam, blickten so auch sehr zufrieden in die Runde.

Durch den Tag führte Günter Frey, Vater von Anna Zaaki, und er hatte viel anzukündigen. Schon die Eröffnungsphase in der ersten Stunde war geballtes Programm. Der Regenbogenchor aus Altheim sang, der Schulchor der Kennedy-Schule Münster ebenso. Und die Hip-Hop-Crew-Kids der Sunny Dance School legten nicht nur eine kesse Sohle aufs Kulturhallen-Parkett. Bürgermeister Gerald Frank ließ es sich nehmen, zu grüßen und die kulturell-soziale Arbeit des Ausrichters zu loben.

Ein Höhepunkt für die vielen Kinder war das Einstudieren eines Mitmachmärchens innerhalb eines Trommel-Workshops mit dem ghanaischen Tänzer David Arthur Hagan, wozu sie sich in einen separaten Übungsraum zurückzogen. Vor der Aufführung gab es bereits einige Tanzperformances mit afrikanischen Animateuren, ein Holzschnitzer zeigte seine Kunst und verkaufte auch etliche seiner mitten im Publikum gefertigten Skulpturen oder Brettspiele. Die Kinder wurden kunstvoll geschminkt, wobei die Gesichtsdesigner kaum nachkamen mit dem Verzieren, so stark war hier der Andrang.

Bilder: Fest in der Kulturhalle

Tänzer Hagan animierte die Kids zum Improvisations-Rap. Das Mitmachmärchen mit Unterstützung des ghanaischen Künstlerensembles Adesa rockte schließlich den ganzen Saal. Über ein Dutzend Kinder-Trommler erzählten soundstark ein afrikanisches Märchen. Adesa bedeutet „Menschheit“ und drückt die weltoffene Einstellung der Musiker, Tänzer und Akrobaten der ghanaischen Künstlertruppe aus, die an die Geschichte der Ga anknüpft, um die rituelle und höfische Kultur dieses Fischer- und Seefahrervolkes zu bewahren, sie mit guten Spirits aus anderen Kulturkreisen zu verbinden und dadurch zu ihrer beständigen Erneuerung beizutragen. Die Gruppe hatte schnell eine große Fangemeinde.

Und Adesas Clownshow war absolute Krönung des Nachmittagsprogramms. Sie brachte Schwung ins Publikum, der sich bis zur abendlichen Afro-Reggae-Party halten sollte. Anna Zaaki war zufrieden mit dem Verlauf des caritativen Festes: „Schon im Vorfeld fanden sich so viele Sponsoren, dass der Festerlös wieder voll und ganz in unsere Hilfsprojekte fließen kann“, sagte sie. Das Waisen- und Straßenkinderhaus „One Love Childrens Home“ in Tuba-Kokrobite wird’s freuen.

Quelle: op-online.de

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