Ghana-Hilfe-Tag

Hilfe mit Axt und Schokolade

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Pape Sidinkoma klopfte afrikanische Kunstgegenstände mit der Axt aus Holzstämmen, die guten Absatz fanden.

MÜNSTER - Besuchern der Kulturhalle wurden am Samstag die Pforten in eine andere Welt geöffnet: Mit allen Sinnen konnte das Publikum hier eine Erlebnisreise ins ferne Ghana starten. Von Ursula Friedrich

Zum fünften Mal lud der Ghana-Hilfe-Verein „Nima“ zum Afrika-Fest, um Fremdes vertrauter zu machen und mit fulminantem Programm kräftig die Werbetrommel für seine Hilfeprojekte zu rühren. Gut einhundert Helfer waren auf den Beinen, um das Fest zu stemmen und dem Publikum etwas zu bieten.

Ungewohnte Gaumenfreuden versprachen landestypischer Speisen, rasanter Trommelwirbel ließ auch schüchterne Europäer auftauen, Kinder genossen ein umfangreiches Bastel- und Unterhaltungsprogramm und Kunsthandwerker ließen sich über die Schulter blicken. Pape Sidinkoma, bereits im Vorjahr zu Gast beim Afrika-Fest, fertigte aus groben Holzklötzen mit nur mit Beil und Schnitzmesser Figuren und Holztiere.

Visavis übten sich derweil kleine Hände in der Herstellung von Kakaopulver. Bernhard Knitsch vom Eine-Welt-Laden in Dieburg hatte seine Schokoladenwerkstatt eröffnet und zeigte die Herstellung der süßen Leckerei von der Bohne bis zum Schokoriegel.

Internationale Schminktechniken zum Ghana-Fest.

Am Nachmittag hieß es schließlich, Film ab für die Premiere der Dokumentation, die im August 2012 in Ghanas Hauptstadt gedreht wurde. Accra, genauer das Armenviertel Nima, ist die Wirkungsstädte des Ghana-Hilfe-Vereins. Mit einem Stipendienprogramm unterstützt Nima Kinder und Jugendliche, deren Armut eine schulische Ausbildung ansonsten nicht möglich machen würde. „Im Waisen- und Straßenkinderhaus in Tuba-Kokrobite, etwa 30 Kilometer von Accra entfernt,- betreuen wir zur Zeit 24 Kinder“, sagte Anna Zaaki, die mit ihrem Ehemann Amin und einer Handvoll Mitstreitern den Verein 2006 in Münster gründete. Nima entsendet regelmäßig Helfer nach Ghana, meist junge Leute, die mit dem Abitur in der Tasche für ein paar Monate oder ein Jahr ehrenamtlich helfen. Aber auch Sozialarbeiter, Lehrer oder anderes qualifiziertes Personal hilft mit.

„Im Dezember können wir erstmals eine Hebamme nach Ghana schicken“, berichtete das Ehepaar Amin. In Kooperation mit der Partnerorganisation „Günter Frey International School“ unterstützt Nima Schulen und Kindergärten. Nima ist außerdem Arbeitgeber. Neun einheimische Angestellte stehen auf der Gehaltsliste. Aus bescheidenen Anfängen entwickelte sich inzwischen ein großes Hilfsprojekt, um Menschen in Armut durch Bildung eine Zukunft zu gewährleisten. Förderer und Unterstützer gibt es inzwischen in ganz Europa.

Vor Ort trugen viele Sponsoren zum Gelingen des fünften Ghana-Hilfe-Tags bei. Die Einnahmen der Veranstaltung, die gegen Abend in eine rasante Afro-Reggae-Party mündete, werden in die Arbeit dreier Projekte vor Ort fließen. „Jede einzelne Spende zählt“, machten Amin und Anna Zaaki deutlich, wie wichtig nachhaltige Förderung ist. Denn die Liste mit Hilfsprojekten ist nach wie vor lang. Sexuelle Aufklärung, medizinische Beratung und Betreuung, Ausbildungs- und Arbeitsplätze, eine Beratungsstelle für Mädchen und Frauen sind Zukunftsprojekte, die der Verein realisieren möchte.

Quelle: op-online.de

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