Münsterer Hilfe-Verein Nima gelingt ein gelungener kultureller Brückenschlag nach Afrika

Mit allen Sinnen Ghana erleben

+
Yvonne Pullmann und Lisa Pilgram berichteten von ihren Ghana-Erfahrungen, Pape Sidnkoma zeigte seine Schnitzkunst.

Münster - „Ghana meets Münster“ war am Samstag die Losung in der Kulturhalle. Mit allen Sinnen erlebten Besucher Kultur, Mode, Musik, Gastronomie und Mythen des vermeintlich fernen afrikanischen Staates kennen. Von Ursula Friedrich

Mit einer Fülle von Akteuren und Helfern gelang am vierten Ghana-Fest der Brückenschlag nach Afrika mühelos.

Wer das Kulturhaus betrat, schlüpfte in eine andere Welt. Mit Edward Kiduma wurde getanzt und getrommelt. Seine afrikanische Tanzperformance entfachte David Arthur Hagan. Neben dem typisch deutschen Kuchenbüfett wurde Red-Red (Bohnen mit fritierten Bananen), Joloff (ein Reisgericht) und Tsintsinga (Fleischspieße) serviert.

Wer ein bisschen Englisch sprach, konnte mit den drei Ghanaern plaudern, die derzeit zu Gast beim Verein Nima sind und über die Hilfsprojekte aus Münster in der ghanaischen Hauptstadt berichten können.

Landestypischer Ureinwohner zu Gast

Ein bisschen gruselig war die Bekanntschaft mit einem landestypischen Ureinwohner. Wabibo wird die schwarze Achatschnecke genannt, die Professor Michael Tonfeld mitbrachte. „Schmeckt lecker“, kam es beim Anblick des meerschweinchengroßen Geschöpfs von den munteren Damen aus der Küche.

Das vierte Afrikafestival des Münsterer Vereins Nima machte einmal mehr Ghana mit allen Sinnen erlebbar. „Wir steigern uns jedes Jahr“, freute sich Anna Zaaki, die mit ihrem Ehemann Amin und einer Handvoll engagierter Bürger den Hilfeverein 2006 gründete.

150 Helfer packten drei Tage lang mit an, um die Veranstaltung auszurichten. Kinderschminken, Basteln, Diavorträge und Informationsstände, landestypische Küche, Mitmachmärchen und schließlich der Höhepunkt, die Afro-Raggea-Party mit Trommelwirbel und Tanzperformance boten einen mannigfaltigen Aktionstag. „Ghana ist unglaublich!“ sagte eine Gruppe junger Frauen, die aus eigenen Erfahrungen berichtete. Sechs Monate lang waren die frisch gebackenen Abiturientinnen für Nima in Afrika, vor zwei Wochen kehrten sie zurück.

Mit Edward Kiduma wurde in der Kulturhalle zum Ghana-Fest getanzt und getrommelt.

Der Verein gründete im dortigen Tuba 1997 eine Schule und 2009 ein Waisen- und Straßenkinderhaus, das sechs Monate lang Arbeitsplatz der jungen Frauen war. „Die ganze Infrastruktur fehlt dort“, berichtete Lisa Pilgram. „Es gibt zwar eine Toilette und eine Dusche, aber nicht immer Wasser.“ In der Schule, die inzwischen von 360 Kindern besucht wird, sind die Klassen nach Leistungen durchmischt. „Außerdem weiß sowieso nicht jeder, wie alt er ist“, berichtet die Ghana-Reisende Yvonne Pullmann.

Nima möchte informieren

Der vierte Ghana-Hilfstag war ein Instrument, um auf diese Zustände aufmerksam zu machen und zu unterstützen. „Bildung, der Weg in eine bessere Zukunft“ ist die Losung des Vereins Nima, der Förderer, Paten und freiwillige Helfer für seine Mission sucht. Und findet. Die Münsterer Geschäftswelt unterstützte die Aktion mit Sachspenden und Dienstleistungen. Die Kinder von der Kennedyschule und der Schule auf der Aue bereicherten das Kulturprogramm. Und die Einnahmen der gut besuchten Veranstaltung fließen „zu 100 Prozent in die Projekte vor Ort“, so Anna Zaaki. Ehemann Amin hatte selbst in Nima, dem Armenviertel der ghanaischen Hauptstadt Accra das Licht der Welt erblickt.

Mit privater Hilfe von der neuen Heimat Deutschland entwickelte er den Verein Nima. Viel Herzblut steckt im Engagement der Mitglieder, ihre Hilfe zur Selbsthilfe auszubauen. 300 regelmäßige Spender haben Patenschaften für Kinder übernommen oder unterstützen die Projekte durch regelmäßige Geldbeträge. Ein Team Freiwilliger betreut die jungen Menschen vor Ort – meist sechs bis zwölf Monate lang.

Kontakt: Nima e.V., Anna und Amin Zaaki, s 0163 2875299, E-mail www.nima-ev.de, Spendenkonto Nima e.V. Vereinigte Volksbank Maingau, BLZ 50561315, Konto 7430370.

Quelle: op-online.de

Mehr zum Thema

Kommentare