Neues Zuhause für die Störche

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Mit einem Einsatzfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Altheim wurden die Nester mit dem Kran an ihren neuen Standort transportiert werden.

Altheim - Ein wahres Vogelparadies erstreckt sich im Garten hinter dem kleinen Einfamilienhäuschen in Altheim. Ob in den Bäumen, an den Mauern oder unter dem Dachfirst – überall befinden sich Vogelnester und -kästen. Ob selbst gebaut oder gekauft, die Vogelscharen machen keinen Unterschied und nehmen die Unterkünfte dankend an. Von Verena Scholze

So kann Vogelfreund Wolfgang Schwarz auch ein riesiges Repertoire gefiederter Freunde vorweisen: Neben Spatzen und Staren, Haussperlingen und Rotschwänzchen, Mauerseglern und Schwalben finden sich sogar Rebhühner bei ihm im Garten ein. Der Höhepunkt ist jedoch ein Eisvogel, den Schwarz bereits mehrfach im Garten gesichtet hat. „Man nennt ihn nicht umsonst den Diamanten unter den Vögeln“, sagt Schwarz. „So wie sein Gefieder glänzt und glitzert.“

An einer Seite seines Hauses zieren 24 Schwalbennester den Dachfirst und warten auf die neuen Bewohner. Nun soll dem Ganzen sozusagen die Krone aufgesetzt, sprich, zwei selbst gebaute Storchennester sollen auf dem Dach des Hauses angebracht werden, um Meister Adebar eine neue Brutstätte zu geben.

„Schon als Kind war ich ein begeisterter Vogelfreund“, blickt Harald Schwarz zurück. „Wir hatten viele Haustiere und ich war jahrelang für den Nabu unterwegs.“So führte ihn sein Weg unter anderem nach Süditalien in verschiedene Greifvogelcamps. „Dort haben wir auch Störche und andere Zugvögel beobachtet und dokumentiert.“Auch leiste er mit dem Nabu Einsätze gegen illegale Vogeljagden und unterstütze die ortsansässigen Gruppen, die Abschüsse und Ausrottung verschiedener Vogelarten verhindern wollen.

Nun möchte er einen weiteren Beitrag leisten und den Störchen ein neues Zuhause bieten. Voller Stolz blickt Schwarz auf die Nester, die liebevoll mit Stroh und schwarz-weißen Federn ausgelegt sind. „Die Stahlkonstruktion darunter hat mein Kollege Peter Kraft geschweißt“,erläutert Schwarz. „Den Rest habe ich gestaltet.“ Jedes der beiden Nester hat einen Durchmesser von 1,20 Meter und wiegt zwischen 30 und 40 Kilogramm. Unter dem Nest befindet sich ein Gestänge, mit dem sie auf dem Dach befestigt werden sollen.

Als ehemaliger freiwilliger Feuerwehrmann hatte Schwarz seine Kollegen um Hilfe gebeten, die mit einem Einsatzfahrzeug anrückten. Gemeinsam wurde beratschlagt und überlegt, wie die Nester mit dem Kran am besten zu ihrem neuen Standort transportiert werden könnten. Nach einem ersten gescheiterten Versuch, bei dem das erste Nest nicht vom Korb des Kranes auf den Dachfirst gehoben werden konnte, wurde Schwarz zuerst auf dem Dachfirst positioniert. Brandinspektor Florian Kiesling befestigte das Nest an einem Ausleger des Kranes und schon ging es wieder in luftige Höhe. Nun war viel Feinarbeit und Absprache gefragt und der Kran wurde teilweise zentimeterweise hin und her bewegt. Nach knapp 45 Minuten war es soweit, das erste Nest hatte seinen Bestimmungsort erreicht.

Die Anbringung des zweiten Storchenzuhauses gestaltete sich nicht weniger schwierig. Zwar hatte man mittlerweile gewisse Erfahrungswerte, die Position des zweiten lag jedoch so ungünstig hinter dem Haus, dass der Ausleger des Kranes nicht ganz hinan reichte. So musste einer der Feuerwehrmänner auf dem Dachfirst entlang spazieren, sich zu der Position des Nestes begeben und das selbige dort in Empfang nehmen. Aber auch dabei machte sich die Geschicklichkeit der Feuerwehr bezahlt, das Nest konnte letztendlich befestigt werden.

„Ich war froh, dass ich nur beim ersten Mal aufs Dach musste“,sagte Schwarz lächelnd. „Mir war doch etwas mulmig zumute.“Aber er sieht gute Chancen, dass sich ein Storchenpärchen bei ihm einnistet. „Mein Haus liegt in der Mitte zwischen Richer Grund, Semner Grund und Hergershäuser Wiesen.“Von der Fluglinie der Vögel her biete sich der Standort der beiden Nester an und die Hoffnung, dass sich Störche einfinden, sei groß, ist sich der Experte sicher.

Auch für die Zukunft hat Schwarz bereits Projekte in Aussicht: Der engagierte Naturschützer möchte an einem Projekt im südamerikanischen Regenwald teilnehmen und in einer Auffangstation mitarbeiten.

Quelle: op-online.de

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