Vom Glück des Walzers

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Mit Pizzikato und Kaiserwalzer ins neue Jahr: Das Johann-Strauß-Orchester Frankfurt begeisterte in der Kulturhalle Münster.

Münster ‐ Im Dreiviertel-Takt ließ das Publikum in der Kulturhalle Münster das neue Jahr 2010 hochleben. Mit einem fulminanten Vortrag zog das Johann-Strauß-Orchester Frankfurt die Gäste des Neujahrskonzertes rund zwei Stunden lang in ihren Bann. Von Ursula Friedrich

Das Ensemble unter Leitung von Steffen Ottersbach entfachte ein Feuerwerk der leichten klassischen Muse im Saal. Euphorie und Lebensfreude aus dem Werk des Wiener „Walzerkönigs“ Johann Strauß (Sohn) setzten über 30 Musiker harmonisch und mit starkem Charisma um. „Ich wünsche Ihnen Gesundheit und Glück für das neue Jahr“, begrüßte Bürgermeister Walter Blank die Besucher, „und Freude am Leben.“ In diesem Sinn gab das Ensemble, das sich aus Musikern des Radio-Sinfonieorchesters Frankfurt sowie der Opernhäuser Frankfurt, Darmstadt und Wiesbaden rekrutiert, sprichwörtlich Vollgas.

Charisma und Virtuosität sind vereint in der Stimme von Sopranistin Katja Bördner.

Mit der Ouvertüre „Pariser Leben“ (Jacques Offenbach) und der Ouvertüre aus Gräfin Mariza (Emmerich Kálmán) bewies das Orchester seine musikalische Bandbreite, die sich keineswegs auf das Werk der Wiener Komponisten beschränkt. Mit Leidenschaft und Esprit setzten die Musiker auch den wohl meist gespieltesten und beliebtesten Tango der Gegenwart um. „La Cumparsita“ (Gerardo Matos Rodriquez) war gleichzeitig eine Aufforderung an die Gäste, die Veranstaltung tanzend mitzugestalten: „Wir haben das Motto interaktives Konzert“, sagte Dirigent Steffen Ottersbach schmunzelnd, dessen sympathische Moderation mit kleinen Episoden und Gedichten den Abend gelungen ausschmückte.

Pointiert und stimmig

Du sollst der Kaiser meiner Träume sein“, mit dieser Arie ließ Vokalsolistin Katja Bördner besonders Männerherzen höher schlagen. Der ausdrucksstarke Vortrag der jungen Sopranistin rundete das Konzerterlebnis ab.

Auch das Meisterwerk Johann Strauß‘ wurde den Gästen in der Münsterer Kulturhalle nicht vorenthalten. Pointiert und stimmig gelang es dem Johann-Strauß-Orchester Temperament, Melancholie und Erhabenheit des kunstvollen sinfonischen Kaiserwalzers (1888) herauszuarbeiten, den Strauß seinerzeit zur Eröffnung des Berliner Konzertsaals Königsbau komponiert hatte. Leidenschaft und Freude am fulminanten Spätwerk des Meisters spiegelte sich in den Gesichtern der Musiker, die den Auftritt sichtlich genossen. Und dafür steht das Orchester, dessen Intention es ist, klassische Musik auf hohem Niveau mit der Präzision des Profis und dem Herzen des Musikers zu spielen.

Quelle: op-online.de

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