Glückskäfer und ihre „Vollmamis“

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Mal was anderes als nur zu Hause abhängen: Die "Glückskäfer" finden hier nette Spielkameraden und die Mamas können sich in Nicht-Babysprache austauschen.

Münster - Das tägliche Babygebrabbel ist schon süß, aber manchmal, wenn man „Voll-Mami“ ist und den ganzen Tag zu Hause verbringt, will man nur noch eins: Raus in die Erwachsenen-Welt und sich dort ganz normal mit vollen Sätzen und ohne Dudidu-Zwischensätze unterhalten. Von Kathrin Rosendorff

Aber wohin bloß den süßen Fratz mitnehmen, damit auch der gut unterhalten ist? Seit zwei Wochen gibt es die Krabbelgruppe Glückskäfer, die trifft sich ab nun immer dienstags von 9.30 bis 11.30 Uhr in der Aula der katholischen Kirche.

Draußen vor der Tür stehen die Kinderwagen aufgereiht. In der Aula sind viele bunte Deckchen ausgebreitet, es gibt ein Miniklettergerüst, bunte Malstifte, Papier. Für die Mamas gibt es Kaffee, für die Kleinen Milch und Kekse. „Es ist wichtig für uns Mütter, dass wir auch mal stressfrei zusammen Kaffee trinken können und eine ganz normale Konversation, ohne Babygebrabbel führen können“, erzählt Diana Kraus, die 28-Jährige ist die Übungsleiterin der Gruppe.

Außerdem wollte ich mit den Glückskäfern eine Krabbelgruppe gründen, die für beide offen ist: Mutter und Kind. Auch wollte ich etwas Struktur, also kein bloßes Miteinanderumsitzen, wie das in anderen Gruppen oft der Fall ist. Wir singen am Anfang und am Ende ein Lied, zwischendrin wird gebastelt. So eine Krabbelgruppe hatte ich in Münster bislang vermisst.“ Ihr Sohn Justus (1) scheint den großen Raum mit den vielen Fenstern, durch die Sonne reinscheint, zu mögen: Er rennt von einem Kind zum nächsten und legt nur ab und an eine kurze Keks- und Kuschelpause bei Mami ein.

Die Idee hat diese gehabt, weil sie noch vor drei Jahren in Mannheim lebte und dort mit ihrer dreijährigen Tochter genau so eine Muttter-Kind-Gruppe besucht hatte. Die Aula der katholischen Kirche können die Glückskäfer mietfrei nutzen. Die anderen Mütter müssen nur Obst, Kuchen oder Milch mitbringen, oder was ansonsten an dem Glückskäfer-Tag gegessen und getrunken wird. „Auch freuen wir uns sehr über Spielzeug-Spenden für die Kleinen“, fügt Claudia Fischer (33), die Ersatzfrau hinter Kraus ein.

Sich stressfrei austauschen

Es ist etwas Besonders, dass die Kinder hier altersmäßig so durchmischt sind. „Wir finden es gut, wenn die Kinder auch mit älteren Spielkameraden spielen und umgekehrt“, betont Fischer.

Claudia Fischer ist Lehrerin und mit ihren Zwillingsjungs Jakob und Vincent (16 Monate) da, beide haben sich an diesem Tag in schicke blau-weiß gestreifte Pullis geworfen. Den Zwillingen gefällt es auf den roten Bobbycars durch den Raum zu flitzen. Typisch Jungs...

Zwölf Mamas plus Nachwuchs sind am ersten Tag gekommen. „Kein schlechter Start. Aber wir haben noch einige mehr Anfragen mehr“, erzählt Claudia Fischer.

Über Aushänge oder gemeinsam besuchte Babymassage-Kurse haben die anderen Mütter von den Glückskäfern erfahren. „Auch Omas und Väter sind willkommen“, betont Kraus. „Hier können wir uns austauschen. Zum Beispiel darüber, wo welche Veranstaltungen und Treffs für Kinder sind, oder auch mal über Erziehungsfragen diskutieren.

Wir hoffen auch bald den Hof oder den Garten draußen mitnutzen zu können, aber das muss ich noch mit dem Pfarrer absprechen“, erzählt Diana Kraus. Sandra Nagel (35) ist extra aus Nieder-Roden mit ihrer 14 Monaten alten Jule gekommen, die gerade am Ende des Krabbelmorgens genüsslich, wenn auch ein bisschen müde, am Fläschchen nuckelt.

Die Glückskäfer, Katholische Kirche Münster, Aula, dienstags 9.30 bis 11.30 Uhr. Informationen gibt es bei Diana Kraus, 0152 03902161.

Eine schöne Abwechslung ist das für meine Kleine, der ansonsten ja zu Hause die Decke auf den Kopf fällt. Da bin ja nur ich“, sagt Sandra Nagel und grinst. „Andere Kinder anzugucken und mit ihnen zu spielen, ist da schon viel spannender.“ Das findet auch Kerstin Jung (27) mit Franziska, drei Monate, auf dem Arm. „Ich brauche Abwechslung von zu Hause, aber auch Franziska. Sie soll nicht denken, dass sie das einzige kleine Wesen auf der Welt ist...

Quelle: op-online.de

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