Gospel lässt nichts einstürzen

Gospelkonzert sorgt für Enge auf allen Plätzen

+
Wilhelm Jünger, Dirigent des Gospelchores Münster, stellt die Bandmitglieder in der bis auf den letzten Platz besetzten St. Michaels-Kirche vor.

Münster - Mit dem März kommt nicht nur der Frühling nach Münster, seit einigen Jahren ist dies auch die Zeit, in der ein großes Gospelkonzert geboten wird. Eines mit überkonfessioneller und überörtlicher Tragweite. Von Peter Panknin 

Vor 13 Jahren gründete sich der Gospelchor der evangelischen Martinsgemeinde in Münster und lässt seitdem auch die Öffentlichkeit an seiner Freude am Gospelgesang durch Konzerte in der Kirche teilhaben. Die Begeisterung für diese Art der Kirchenmusik wuchs ständig, noch gesteigert durch mitreißende gemeinschaftliche Auftritte mit dem Michelschor „Pop“ und dem Jugendchor, beide in Reichelsheim beheimatet. Nicht nur die Zahl der zuhörenden Anhänger des Gospels wuchs ständig, auch die Zahl der Sänger. So kam es, dass der verfügbare Platz für Zuhörer in Münster bei den Konzerten der vereinten Chöre nicht mehr ausreichend war. Man kam überein, das Konzert der vereinten Chöre in der wesentlich größeren katholischen Kirche St. Michael zu realisieren. Ein schöner Beleg für ökumenische Zusammenarbeit.

Der Einzug der singenden Protagonisten in den Kirchraum erfolgte unter den Klängen der Begleitband, bestehend aus Bass, E-Piano, Saxophon und Trompete. Auf den Podesten im Raum um den Altar hatten mehr als 80 Akteure Aufstellung genommen, der Kinderchor saß auf Bänken im Seitenschiff. Dirigent Wilhelm Jünger stellte Kollegin Andrea Dippon-Meyer, die den Jugendchor Reichelsheim leitet, sowie Kollege Matthias Ernst, Dirigent des Michelschor, vor. Für den verhinderten Hausherrn, Pfarrer Bernhard Schüpke, übernahm Pfarrerin Kerstin Groß die Begrüßung der ökumenischen Gemeinde.

Wilhelm Jünger gab seiner Freude über das vergrößerte Platzangebot Ausdruck und vergaß auch nicht zu erwähnen, dass es in der evangelischen Kirche schön war, aber eng. Und er stellte sehr zufrieden fest, dass es in St. Michael, trotz größerem Platzangebot, eng bleibt. Bis auf den letzten Platz besetzt war die Kirche, einschließlich der Stehplätze. Die Chorformationen brannten ein wahres Feuerwerk an mitreißender Gospelmusik ab, unterstützt von der hervorragenden Band. Der Trompeter ist in Münster kein Unbekannter, agierte er doch als Begründer des Gospelchores und als Pfarrer dort bis vor nicht allzu langer Zeit: Christoph Sames.

Die Chöre sangen mal alle zusammen, mal in kleineren Gruppen. Auch Solisten traten auf, wie Hannah Kreuzer und Marc Scheerer im Duett mit dem Titel „Possible with God“ oder Waltraud Büttner mit „Joshua fit the Battle down“. Ein weiterer Solist war Bardo Schmidt, der „Wie sag ich Dir Dank“ vortrug. Der Kinderchor „Finken“ aus Reichelsheim brachte sich ebenfalls ein. Mit „When you believe“ stellten sich aus dieser Formation mit Serena Schwardt, Anika Neudenberger und Luisa Pleil beachtenswerte Nachwuchs-Solistinnen vor.

Einer der Konzerthöhepunkte wurde initiiert von Matthias Ernst, als er über den Lärm, der Jerichos Mauern zum Einsturz brachte, erzählte. Alle Besucher waren zum Wechselgesang mit den Chören aufgerufen. Die Mauern von Jericho stürzten nicht erneut ein, auch nicht die der Kirche, denn was da Geboten wurde, war kein Krach, sondern Kunst, die alle begeistert mitmachen ließ. Beschenkt mit reichhaltigem Beifall bedankten sich die Chöre bei den Zuhörern und baten um eine Spende für die Opfer der derzeitigen Hungersnot in Afrika. Als letztes Lied ertönte dann „Denn er hat seinen Engeln befohlen“.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare