GPS-gelenkte Wanderpiraten

+
Beim Globalcaching müssen die Kinder einiges leisten, hier müssen sie unter einer Brücke hindurchklettern.

Münster ‐ Das englische Wort „cache“ heißt zu deutsch „Versteck, geheimes Lager“ und ein solches galt es jetzt für Münsterer Kinder bei den von zahlreichen Vereinen und der Gemeinde gestalteten Kulturtagen zu finden. Von Jasmin Frank

Zu „Geo-Caching – die moderne Schatzsuche mit GPS-Geräten“ war von der Wandergesellschaft Frisch Auf eingeladen worden. „Wir bieten über unseren Verein ja mit den Wanderpiraten regelmäßig samstags solche Touren für Kinder und Jugendliche an. Gerade für diese Altersgruppe sind normale Spaziergänge ohne Stationen oder ein besonderes Ziel häufig kein Anreiz. Durch das Geo-Caching bleibt die Wanderung aber bis zuletzt spannend und abwechslungsreich“, so Tanja Wenzel, die gemeinsam mit Katja Roßkopf die jüngste Strecke geplant hat.

Unterschieden wird bei diesem Frischluftabenteuer zwischen dem normalen Caching, bei dem nur der Endpunkt gefunden werden muss, und dem Multi-Cashing, bei dem schon der Weg das Ziel ist, was bedeutet, das zwischendurch bereits Stationen geortet werden müssen, an denen dann besondere Aufgaben warten.

„Ich fand es total cool mit so einem Gerät umzugehen. Und schwierig war es auch nicht“, meint der kleine Till und auch sein Freund Luis ist begeistert: „Besonders die vielen Aufgaben haben uns Spaß gemacht. Wir mussten Bäume zählen und kniffelige Rätsel lösen.“

Das wichtigste war für alle aber die Standortsuche. Dazu hat der Wanderverein schon lange an verschiedenen Stellen rund um Münster Plaketten angebracht, auf denen die Koordinaten zu lesen sind, die mit den GPS-Geräten entdeckt werden müssen. „Die Geräte zeigen mit einem Pfeil immer den Weg zur nächsten Station an. Allerdings per Luftlinie und nicht wie ein Navigationsgerät im Auto mittels Straßen. Wir bleiben natürlich trotzdem auf den Wegen, denn wir Cacher wollen die Natur schonen und weder Pflanzen noch Tiere kaputt trampeln, indem wir querfeldein laufen“, so Roßkopf.

Während viele der Kinder das Abenteuer zum ersten Mal erleben, ist Jannis Wenzel schon ein richtiger Profi, geht er doch häufig mit seinen Eltern auf Tour. „Es ist immer wieder toll, wenn wir eine Schatzkiste finden. Dann nehmen wir etwas heraus, was irgend ein anderer Mensch, den wir gar nicht kennen, dort versteckt hat. Wir legen dann natürlich auch wieder etwas hinein“, meint der Schüler begeistert. Seine Eltern erzählen schmunzelnd: „Einmal kamen wir gleichzeitig mit anderen Cachern bei einem Versteck an. Streit um den Schatz gab es aber keinen, sondern es war eine sehr lustige Situation.“

Schwierig ist es für die Profis nur, ihre Verstecke geheim zu halten, vor allem vor „Muggles“, also den ganz normalen Spaziergängern, damit diese nicht auf die geheimnisvollen Kästchen der „Cacher“ aufmerksam werden und diese womöglich plündern. Den Münsterer Jungen und Mädchen ist eine leergeräumte Schatztruhe glücklicherweise erspart geblieben, denn sie hatten ihre Trophäen stolz um den Hals hängen: Ein Lederkette mit einem Drachenanhänger. Eines war nach der abwechslungsreichen Tour durch Wald und Felder aber für alle klar: „Das machen wir wieder!“, so der Tenor der Kinder und die Wanderpiraten werden wohl bei ihrem nächsten Ausflug gemeinsam mit einigen Neuzugängen losziehen.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare