Groß in Mode: Mobbing im Netz

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Bei Klicksalat hatten die Kinder Gelegenheit, zahlreiche Fragen zu stellen.

Münster (jas) - Der Umgang mit den neuen Medien war Thema des Informationstages „Klicksalat“, der an der Münsterer Schule an der Aue auf Initiative des Schulelternbeirats für die Kinder der Klassen fünf bis sieben und für deren Eltern angeboten wurde.

Gleich zu Beginn wies Referent Jörg Kabierske darauf hin, dass die Medien so neu schon gar nicht mehr seien und erklärte: „Die meisten Kinder kennen sich mit den Vorteilen von Handy und Internet schon längst bestens aus, doch deren Nachteile und Gefahren sind ihnen weit weniger geläufig.“

Deshalb setzten die Köche des Klicksalats in diesem Bereich die Schwerpunkte: Sichere Suchmaschinen für Kinder wurden benannt und auf die Risiken des Chattens mit fremden Menschen hingewiesen. „Gebt immer falsche Namen an, sagt nie, wo ihr wohnt und verabredet euch nicht mit Personen, die ihr nicht kennt“, mahnte der Fachmann an. Alle Anmeldungen zu Sozialen Netzwerken wie Facebook sollten nur gemeinsam mit Erwachsenen vorgenommen werden und auch dort sollte darauf geachtete werden, keine allzu persönlichen Details zu veröffentlichen – weder von sich selbst, noch von Dritten.

Diese Variante ist sehr beliebt, wenn ein Kind gemobbt werden soll, denn die öffentliche Bloßstellung ist mittlerweile ein häufiges Mittel geworden, Konflikte auszutragen. Die Opfer fühlen sich ohnmächtig und sehen keinen Ausweg mehr – immer häufiger begehen deshalb solchermaßen in die Enge getriebenen Schüler Selbstmord.

Anschauliche Beispiele

Mit anschaulichen Beispielen und kurzen Filmen lockerte Kabierske die Veranstaltung auf, so dass die Jungen und Mädchen durchweg konzentriert bei der Sache waren. Stets meldeten sich zahlreiche Kinder, die von ihren Erfahrungen berichten wollten oder aber Fragen zum Thema hatten. „Mir hat eine Freundin einen Film auf dem Handy gezeigt, den ich nicht sehen wollte, weil er zu gruselig war. Als ich ihr das gesagt habe, wollte sie nicht mehr mit mir befreundet sein“, schildert ein Mädchen den sozialen Druck, Gewalt und Pornografie cool finden zu müssen. Sie selbst sei dennoch hart geblieben und habe sich den Horrorstreifen nicht angesehen.

Solche Themen waren auch abends für die Eltern von Bedeutung, denn die Möglichkeiten der modernen Mobiltelefone waren den meisten Erwachsenen weniger bekannt, als die des Internets. „In der Schule sollte das Handy immer aus bleiben, denn es können jederzeit Dateien aufgespielt werden, ohne dass der Besitzer es realisiert“, so Kabierske. Auch die Brutalität von Bildern, Filmen und Spielen im Internet wurden von ihm deutlich aufgezeigt, manch eine Mutter danach ging mit einem mulmigen Gefühl nach Hause. Doch Kabierske machte auch deutlich: „Das Internet bietet uns unglaublich viele positive Möglichkeiten – deshalb kann man seine Nutzung den Kindern nicht prinzipiell verbieten. Wichtig bleibt, als Eltern über Dauer und Art der Nutzung zu entscheiden und stets mit den Kindern im Gespräch zu bleiben.“

Sein Ratschlag: Weder Spielekonsole, noch Fernseher oder PC sollten im Kinderzimmer untergebracht sein, zumal nachgewiesen sei, dass die Dauer der Bildschirmnutzung die Ergebnisse in der Schule massiv beeinflusse – natürlich negativ. Das Fazit, das die Eltern mit nach Hause nahmen, war eines, das wohl auch in vielen anderen Bereichen des Lebens gilt: Genuss ja – aber mit Maßen.

Quelle: op-online.de

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