Das große Nachdenken

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Mehr Besucher hätten sich die Organisatoren für Münsterer Weihnachtsmarkt gewünscht. Vor allem bei den Hobbykünstlern im Rathaus gab es so manches zu entdecken.

Münster ‐ In den Nachbargemeinden könne es Backsteine regnen und trotzdem kämen die Leute zu den Martins- und Adventsmärkten, stellte eine Besucherin des Münsterer Weihnachtsmarktes fest, hier bliebe die Resonanz unverständlicher Weise immer überschaubar. Von Michael Just

Einmal mehr hatte sie – wie andere Gäste des Münsterer Weihnachtsmarktes – ein bescheidenes Stelldichein erlebt: Am Eröffnungssamstag hielt das regnerische Wetter viele Besucher fern. Überschaubar blieb die Zahl der Besucher jedoch am Markt-Sonntag. Die größte Anziehungskraft übten noch der Nikolaus, mit 220 Päckchen auf einem Hundeschlitten unterwegs, und der Hobbykünstler-Markt im Rathaus aus. Dass der Zuspruch nachdenklich stimmt, räumte Annelore Oestreicher vom Münsterer Gewerbeverein ein.

Ganz abgesehen vom Wetter war die Zahl der Buden von 20 im Vorjahr auf diesmal bescheidene 18 gesunken. Und nur eine Hand voll Geschäfte hatte den verkaufsoffenen Sonntag zum Weihnachtsmarkt genutzt, bilanzierte Oestreicher weiter. Dazu gesellte sich dann noch Pech: Der tobende Wind sorgte dafür, dass die Weihnachtsdekoration noch nicht am Samstag aufgestellt werden konnte. „Alle sind ein bisschen müde“, konstatiert Oestreicher mit Blick auf das Engagement der lokalen Vereine und Gruppen, das beim Weihnachtsmarkt nicht an das vom Doaschde-Fest heranreiche und unterm Strich zu wünschen übrig lasse.

Veranstaltung auf einen Tag zu reduzieren?

Wir werden die Zukunft überdenken müssen“, bilanziert die Münsterin den mittelmäßigen Zuspruch des diesjährigen Weihnachtsmarktes. Ganz aufgeben will die engagierte Geschäftsfrau den Markt aber nicht: Das würde das Angebot in der Gemeinde weiter schmälern. Ein neues Flair an einem anderen Veranstaltungsort schwebt ihr vor. In der Nähe des Waldes – im Freizeitzentrum oder auf dem Vereinsgelände der Wandergesellschaft „Frisch-Auf“ könnte sie sich den Markt gut vorstellen. Auch die naheliegende Mühle ließe sich bei letzterer Option miteinbeziehen. Zudem erwägt der Gewerbeverein, die Veranstaltung auf einen Tag zu reduzieren. Eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen. Nur eines stehe fest, sagt Oestreicher: „Wir müssen uns wirklich Gedanken machen.“

Quelle: op-online.de

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