Mit großen Käfern und Zaubertricks

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Ein Höhepunkt des Zeltlagers war die Zaubervorstellung von Paul Galli, der mit seinen gerade mal elf Jahren ein beachtliches Programm auf die Beine gestellt hatte.

Münster - „Pass doch auf, hier wohnen unsere Eidechsen!“, ruft die kleine Fabienne Opitz ihrer Freundin zu, die versehentlich auf einen unscheinbaren Stapel von Ästen und Blättern getreten ist, der mitten im Münsterer Rotkäppchenwald kaum auffällt. Von Jasmin Frank

Doch die Kinder, die heute dort unterwegs sind, kennen sich gut aus, denn sie sind die „Naturfüchse“ der Nabu-Ortsgruppe Münster.

Etwa 15 Jungen und Mädchen ab sechs Jahren haben sich mit ihren Betreuern und zum Teil auch mit ihren Eltern ein Zeltlager eingerichtet, in dem sie ein ereignisreiches Wochenende verbringen. „Wir haben ein buntes Programm zusammengestellt“, berichtet Hildegard Jacob, eine der Vorsitzenden der Naturfuchsgruppe. „Aber die Kinder haben so tolle eigene Ideen, dass wir gar nicht alles machen können, was wir geplant hatten. Dort drüben bauen sich gerade ein paar ihre eigenen Fackeln aus Holzstäben, die sie mit Moos und trockenen Gräsern umwickeln.“

Und tatsächlich, an allen Ecken des Zeltplatzes stehen Kinder, die sich mit dem, was sie vorfinden, beschäftigen und dabei geht es nicht nur um die wohlbekannten Kastanienmännchen. Die Jungen und Mädchen haben auch einige Tiere eingesammelt, die sie stolz betreuen und die natürlich am nächsten Tag wieder freigelassen werden. Doch zunächst werden tote Baumstämme geschält, um Schmetterlingsraupen aufzustöbern, die dann den Eidechsen und Fröschen als Nahrung angeboten werden. Berührungsängste mit dem zahlreichen Getier hat hier niemand, auch große schwarze Käfer werden von den Kids auf ihren Händen herumkrabbeln gelassen.

Die elfjährige Rosa Galli ist schon seit etwa zwei Jahren bei den Naturfüchsen und hat schon so einiges miterlebt: „Am besten fand ich, dass wir mal ‚tümpeln’ waren. Da haben wir alle möglichen Tiere und Insekten aus einem Münsterer Teich gefischt und dann genau angeschaut. Wir haben auch nachgeschlagen, wie die Tiere heißen und sie dann wieder zurückgesetzt. Auch unser Insektenhotel finde ich klasse.“

Das Basteln und die Naturerlebnisse sind super

Heute hat sie ihre Klassenkameradin Melina Braun mitgebracht, die zum ersten Mal mit von der Partie ist. „Ich finde vor allem das Basteln super und habe schon mehrere Kastanienmännchen gemacht“, schwärmt sie. Die Übernachtung im Freien ist für sie nicht neu, beide Mädchen haben schon zuvor gezeltet, allerdings ist es für die Nabu-Organisatoren eine Prämiere, berichtet Hildegard Jacob: „Wir haben die Gruppe vor etwa zwei bis drei Jahren gegründet, da wir Nachwuchs suchen. Die Ortsgruppe selbst besteht ja eher aus älteren Leuten und nun wollen wir mehr Eltern und Kinder integrieren. Deshalb veranstalten wir bei den Naturfüchsen viele Aktionen für Familien und dieses Jahr zum ersten Mal ein Zeltlager.“

Das Konzept kommt in Münster, aber auch in der Nachbargemeinde Eppertshausen gut an, auch von dort sind Kinder in der Gruppe. Die Eltern der Naturburschen sind jedenfalls begeistert, so auch Martina Hena, die heute mit ihrer achtjährigen Tochter Lauren gekommen ist: „Wir haben schon viele Ausflüge mitgemacht, denn meine Tochter ist total naturverbunden. Ich wollte das fördern und es muss ja nicht immer das Übliche sein, wie Ballett oder so. Wir fühlen uns sehr wohl hier.“

Doch es gab an diesem Samstag nicht nur Naturprogramm, ein Höhepunkt des Tages war die Zaubervorstellung von Paul Galli, der mit seinen gerade mal elf Jahren ein beachtliches Programm auf die Beine stellte und mit verschwundenen Spielkarten oder gewechselten Geldscheinen das Publikum in seinen Bann zog. Danach gab es ein Insektenkino zu bewundern, bei dem nach Einbruch der Dunkelheit mittels eines aufgespannten und hell beleuchteten weißen Betttuches die Kinder die verschiedenen Nachtschwärmer beobachten konnten. Zu guter Letzt wurde noch ein Lagerfeuer entzündet, an dem leckeres Stockbrot geröstet wurde und bei dem die Naturfüchse den Abend ausklingen lassen konnten.

Quelle: op-online.de

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