Großer Sohn der DJK kehrt zurück

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Das Spielgerät immer im Blick: Tischtennis-Altmeister Jörg Roßkopf

Münster - (mj) Es gibt nur wenige Vereine, die von sich behaupten können, einen Welt- und Europameister sowie einen Silbermedaillen-Gewinner bei Olympia hervorgebracht zu haben. Die DJK Blau-Weiß Münster ist ein solcher Verein.

So hat man heute immer noch das Gefühl, dass ein Sohn heimkehrt, wenn Jörg Roßkopf die Tischtennis-Halle in der Heinrich-Heine-Straße betritt.

Dabei spielt sich immer ein ähnliches Bild ab: Freundschaftlich und herzlich begrüßen ihn seine ehemaligen Kameraden, während die Jugendlichen mit leuchtenden Augen jede Bewegung ihres Vorbildes verfolgen.

So geschehen am vergangenen Wochenende. Mit Slobodan Grujic und DJK-Trainer Tobias Beck bot Roßkopf ein zweittägiges Tischtennistrainingscamp für den Nachwuchs der Region in Münster an. Bereits im Frühjahr schrieb das Trio das gleiche Camp so erfolgreich aus, dass man jetzt die Neuauflage nur wenige Wochen später anging.

Dabei konnte man die Teilnehmerzahl auf 16 Akteure fast verdoppeln. Wie zuvor, spielte es dabei keine Rolle, wie erfahren die Teilnehmer waren, jeder Spieler wurde Ernst genommen und mit großem Respekt behandelt. Intensiv kümmerten sich die drei renommierten Trainer um die lernwilligen Spieler. Diese konnten so das eigene Schlagrepertoire verbessern und so manchen Kniff abschauen. „Wir wollen den Teilnehmern helfen, ihr Können zu verbessern und ihre Stärken vorteilhaft einzusetzen“, machte Beck deutlich.

Die Camp-Teilnehmer hatten sogar die Ehre, als erste die funkelnagelneuen Tische in der Halle auszuprobieren. Waren in der Vergangenheit die Embleme verschiedener Tischtennis-Ausrüster zu sehen hat sich dies seit wenigen Tagen geändert. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte hat die DJK einen Ausrüster-Vertrag geschlossen. Für die nächsten Jahre ziert nur noch das Logo eines großen Tischtennisausrüsters Utensilien des Traditionsvereins. Eine Woche vor dem ersten Punktspiel waren diese gerade noch rechtzeitig eingetroffen.

Parallel zum Camp fand der Saisonauftakt der DJK-Aktiven für die Fans statt, bei dem sich die Spitzenteams der Damen und Herren präsentieren. „Guter Sport und gute Burger aus eigener Herstellung“ hieß das Motto.

Trotz des sonnigen Biergartenwetters waren viele Fans in die Halle der DJK gekommen. Als Zugpferd bewies sich auch hier Jörg Roßkopf, der mit Slobodan Grujic vor der Partie gegen den 1.FC Hösbach zu einen Schaukampf einlud. Die beiden Profis versprühten dabei beste Unterhaltung: Jörg Roßkopf schmetterte den Ball unermüdlich auf die Seite Grujics, der das Spielgerät immer wieder mit großer Leichtigkeit auf die Platte zurückbrachte.

Tägliches Training gehört nach wie vor zu Roßkopfs Pflichtprogramm

Nach dem Match nahm sich Roßkopf noch die Zeit, mit einem Dreikäsehoch, der so eben über die Platte schauen konnte, ebenfalls ein paar Bälle zu spielen.

Von seiner Popularität hat der Münsterer, der in Dieburg geboren wurde, in der Gersprenzgemeinde bis heute nichts eingebüßt. So kommt der DJK zugute, dass Roßkopf durch seinen Wohnort in Groß-Umstadt kurze Wege nach Münster hat. Auf diese Weise ist ein regelmäßiges Wiedersehen garantiert, auch wenn Roßkopf als Bundesliga-Spieler und Assistenztrainer des Deutschen Tischtennis-Bundes nach wie vor in einem zeitlich sehr engen Korsett agiert.

So gehört für den 40-jährigen Profi tägliches Training immer noch zum Pflichtprogramm. Wie lange Roßkopf noch spielen will, weiß er nicht: „Derzeit entscheide ich von Jahr zu Jahr“, sagt der fünffache Olympia-Teilnehmer. Für seine Fans in Münster ist diese Frage unerheblich: Für sie wird er immer der große Sohn der DJK bleiben – frei von jeglichen Starallüren.

Quelle: op-online.de

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