Als Großmütter noch böse waren

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Theaterspaß für junge Leute steht in den kommenden zwei Wochen auf dem Programm: Grundschulkinder feierten begeistert den Auftakt des Theaterfestivals in der Kulturhalle. Witzig, turbulent und professionell: Die Theatergruppe „Gruene Soße“ begeisterte mit ihrem Stück vom kleinen und großen Klaus.

Münster ‐ Bunter Hund mit grüner Soße ist das Synonym für ein bis dato einzigartiges Kulturerlebnis: Am Montag startete das erste Kinder- und Jugendtheater-Festival Münster in der Kulturhalle. Von Ursula Friedrich

Rund 800 Gäste zwischen fünf und 17 Jahren erwarten die Veranstalter zu den Theatertagen mit dem Titel „Bunter Hund“. Bereits zum Auftakt lockte Schüler der Regenbogenschule Altheim und der Gutenbergschule Dieburg ein kultureller Hochgenuss: „,Gruene Soße‘ ist nix zum Essen“, stimmte Max Petermann, Initiator der Veranstaltung, das Publikum ein. Die gleichnamige Theatertruppe begeisterte mit ihrem turbulenten Stück „Kleiner Klaus, großer Klaus“.

Mit viel Humor, Esprit und einem Minimum an Requisiten entfachte das vierköpfige Ensemble ein spritziges Erlebnis aus einer märchenhaften Zeit, da „Großmütter und Wölfe noch böse sind“. Beim turbulenten Bühnenerlebnis, bei dem die Zuschauer nur Zentimeter von den Darstellern trennte, sprang der Funke sofort über: Klatschend und lachend erlebten die jungen Leute das spannungsreiche Märchen mit.

Vom Ministerium gibt es Zuschüsse für fünf Aufführungen

Theater auf hohem künstlerischen Niveau werden die Gäste aus Schulen und Kindergärten in den kommenden zwei Wochen nun erleben. Ermöglicht wurde das Projekt durch die hessenweite Gastspielreihe „flux“, einer Kooperation des Kinder- und Jugendtheaterverbands ASSITEJ und dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Und: Durch das Engagement Max Petermanns, Grundschullehrer an der Regenbogenschule Altheim sowie Kulturberater im Landkreis. Durch das Land Hessen wird eine langfristige und kontinuierliche Zusammenarbeit von Theater und Schule – vor allem im ländlichen Raum – gefördert. Rund 50 Prozent der Kosten werden teilnehmenden Schulen am Landesprogramm „flux“ für die Veranstaltungen erstattet – zur Auswahl stehen Stücke aus einem Pool von 30 hessischen Theatergruppen. Neben dem reinen Theatererlebnis gehört Theaterpädagogik mitsamt Materialpaket zum Programm für junge Gäste.

Für den ehemaligen Schauspieler und Theaterpädagogen Max Petermann war „flux“ sofortiger Auslöser, sich um die Teilnahme am Projekt zu bewerben. Mit Erfolg: Vom Ministerium gibt es Zuschüsse für fünf Aufführungen, die Jugendförderung Münster beteiligt sich ebenfalls an dem Festival.

Mit dem Stück „Schwarz wie Tinte“ vom Theaterhaus Frankfurt geht es am kommenden Donnerstag, 28. Januar, in der Kulturhalle weiter. Am Freitag, 29. Januar, wird den Jüngsten mit „Erbs und Bohn Duell“ vom Aktionstheater Kassel ein humorvoller Vormittag geboten.

Bürgermeister Walter Blank konnte wegen der knappen Haushaltslage zwar keine Finanzmittel zuschießen, stellte jedoch die Münsterer Kulturhalle zur Verfügung: „Eine tolle Sache“, so das Gemeindeoberhaupt, „ohne solche Initiativen wird es solche Dinge in Zukunft nicht geben“, meinte er mit Blick auf die leeren kommunalen Kassen.
Max Petermann denkt derweil bereits an weitere „bunte Hunde“, sprich eine Neuauflage des Festivals im kommenden Jahr, in der Kindergärten und Familieninszenierungen noch stärker akzentuiert werden sollen. Seine Maxime: „Kinder sind die kritischsten Zuschauer, ihnen muss man höchste Qualität bieten, sie sind das Theaterpublikum von morgen.“

Quelle: op-online.de

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