„Umfrage in Altstadt

Großteil der Häuser nicht barrierefrei

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Über den Multitouch-Tisch – eine Art großer Tablet-PC – können die Workshop-Teilnehmer Animationen abrufen und sich die Münsterer Altstadt im 3D-Modell anschauen.

Münster - Einen Rundgang hat es bereits gegeben, nun folgt mit einem Bürgerworkshop ein weiterer Teil des „AktVis“- Projektes.

Die Münsterer Altstadt steht – wie berichtet – im Fokus des Ortsentwicklungs-Projekts „AktVis“(„Aktion gemeinsame Vision“), das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Ideen zu sammeln, um den alten Ortskerne zukunftsfähig zu machen. Welche Wünsche, Vorschläge und Anliegen haben Eigentümer, Anwohner und interessierte Münsterer für ihre Altstadt? Das wird beim Bürgerworkshop am kommenden Samstag, 17. Februar, diskutiert. Diskussionsgrundlage sind die Ergebnisse einer Umfrage – und modernste Visualisierungsmöglichkeiten.

Viele alte Ortskerne in Deutschland leiden unter den gleichen Problemen: Einkaufsmöglichkeiten gibt es so gut wie keine mehr, Gebäude stehen leer, einige verfallen zusehends, und es fehlt an Parkmöglichkeiten und barrierefreiem Wohnraum. Die Gemeinde Münster geht dieses Thema zusammen mit den Projektpartnern TU Darmstadt und Fraunhofer IGD aktiv an – Hand in Hand mit Eigentümern, Anwohnern und interessierten Bürgern.

Das zu 100 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierte Projekt „AktVis“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Herausforderungen zu benennen und neue Ideen für die Orts- und Innenentwicklung zu sammeln. Im Fokus steht dabei zunächst Münsters Altstadt zwischen Dammstraße, Hintergasse und Austraße.

Dass es Handlungsbedarf gibt, zeigt auch eine Umfrage unter Anwohnern, die Ende vergangenen Jahres von der TU Darmstadt durchgeführt wurde und an der sich 43 Haushalte beteiligten. Daraus geht hervor, dass über 70 Prozent der Befragten derzeit nicht barrierefrei leben. Dass dieses Thema in ein paar Jahren aktuell wird, zeigt die Altersstruktur: Der Großteil der Umfrageteilnehmer war zwischen 60 und 79 Jahre alt (Durchschnittsalter: 61). Trotzdem will die Mehrheit (76 Prozent) bis ins hohe Alter dort wohnen bleiben. Das ist ein Beleg für die große Verwurzelung mit dem Ortskern: Im Schnitt leben die Befragten seit 36 Jahren hier.

Aus der Befragung geht auch hervor, dass die Anwohner sich für den alten Ortskern eine bessere bauliche Gestaltung der Gehwege, bessere Nahverkehrsangebote und mehr Park- und Stellplätze wünschen. Die Gemeinde Münster will den alten Ortskern langfristig als Wohnquartier mit hoher Lebensqualität sichern. Dafür ist es entscheidend, gemeinsam mit Anwohnern Entwicklungsmöglichkeiten auszuloten. Probleme sollen kreativ gelöst werden. „Aber nicht nur gemeinsame Konzepte sollen als Ergebnisse des Workshops vorliegen“, sagt Bürgermeister Gerald Frank. „Ausdrückliches Ziel der TU Darmstadt ist es, auch Wirtschaftlichkeitsberechnungen anzustellen und Fördermöglichkeiten aufzuzeigen.“

Bilder: Gewerbeschau in Münster

Beim Bürgerworkshop wird moderne Technik die Ideenfindung erleichtern. Über einen Multitouch-Tisch kann die Altstadt im 3D-Modell dargestellt und von allen Seiten betrachtet werden. „Der Tisch ist nichts anderes als eine Art großer Tablet-PC, der anwenderfreundlich ist und mit Fingergesten gesteuert wird“, erläutert Frank. „Hier können Teilnehmer Animationen aktivieren und sich eine Vorstellung von der aktuellen Struktur sowie von Veränderungsmöglichkeiten machen.“ (nkö)

Quelle: op-online.de

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