Von zu Guttenberg bis Goethestraße

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Das Publikum hatte großen Spaß bei den lustigen Schlagern der „Jungsänger“ des MGV. Diese und die anderen Nummern sorgten dafür, dass die Sitzung des Münsterer Männgergesangvereins ein toller Erfolg wurde.

Münster ‐ „Wenn’s gut war, soll man’s schreiben, wenn’s schlecht war, darf man’s schreiben“, empfahl der Sitzungspräsident und Vereinsvorsitzende des Münsterer Männergesangvereins Werner Ellermann am Samstag für die Berichterstattung über die Fastnachtssitzung seines Vereins.  Von Jasmin Frank

Sorgen darüber muss er sich wahrlich keine machen: Das Programm war vielseitig, die Beiträge witzig und das Publikum begeistert. Die zahlreichen Darbietungen, die bis spät in die Nacht andauerten, waren bis auf das Worfeldener Gardeballett und den beliebten Woody Feldmann aus Griesheim vom Verein selbst auf die Beine gestellt worden. Schon zu Anfang gab es viele Lacher im Protokoll des Vorsitzenden: Werner Ellermann gelang ein Rundumschlag von der großen Politik bis hin zum Ortsgeschehen unter dem Motto: „Wie man’s macht, macht man’s verkehrt!“ Politiker wie Westerwelle und zu Guttenberg wurden ebenso aufs Korn genommen, wie das Gerangel um Stuttgart 21: „Erst als die Bagger angerückt, ganz frei von hier ich sag euch was, da spielt im Ländle man verrückt, wenn’s fast zu spät ist, passiert erst was!“ Auch die Nachbargemeinden kamen nicht zu kurz: „Nach Dieburg kommt man nur sehr schlecht, das ist nicht schlimm, merk ich hier an, und denk, ihr gebt mir recht, dank Kreisel, Ampel und der Bahn.“

Nach Ellermanns Auftritt ging es musikalisch weiter, der ehemalige Knabenchor, der sich jetzt in reiferen Jahren augenzwinkernd als „Jungsänger“ präsentiert, gab zur Begeisterung des Publikums „zweideutige Schlager“ zum Besten. Wer bei diesem Titel auf frivole Songs gehofft hatte, wurde enttäuscht, denn die Zweideutigkeit bezog sich auf das örtliche Geschehen, was wesentlich lustiger war: Das Lied „Champs Élysées“ wurde auf die Goethestraße umgemünzt, an der alle Bäume gefällt worden waren und die nach Ansicht des Sängers Wolfgang Kleinheinz, so manchen Fahrer zum Gasgeben animiert. „Vom Hochhaus bis zum Café Schrems, wird nur gerast und nicht gebremst“ Doch, so witzelten die Sänger, das sei von Bürgermeister Walter Blank so geplant, eine neue Formel-1-Piste solle die Goethestraße werden. „Das ist gut für die Kass’, der Bürgermeister ist ein Ass!“, lautete schließlich das humorvolle Fazit.

Programmreise von Afrika bis Spanien

Den gesamten Abend ging es heiter weiter, auch Woody Feldmann, das bei den Münsterern sehr beliebte Griesheimer Original, heizte wie zu erwarten dem Publikum tüchtig ein. Interaktiv kommunizierte er mit den närrischen Gästen und kam auch von der Bühne in den Saal herab, um zu kontrollieren, ob auch richtig geschunkelt, nein „gewackelt“, wurde. „Zum MGV da gehn’ wir he, beim MGV da is’ es sche“, sang er in Mundart, die manch ein Zugezogener wohl erst einmal verstehen lernen muss.

Viele weitere Programmpunkte folgten, begleitet von der Kapelle „Holidays“, die mit ihren Schunkelliedern die Zuschauer in Bewegung hielt. Afrikanisch wurde es noch mit der Worfeldener Garde, Spanisch beim Männerballett und gruselig beim MGV-Ballett, ein rundum gelungener Abend also, bei dem viel gelacht werden konnte.

Quelle: op-online.de

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