„Eisenfrau“ am Sonntag im Rennen

Halberstadt startet auf Hawaii

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Ein Foto vom Altheimer Volkslauf, den in diesem Jahr erstmals der VfL Münster veranstaltet hatte. Es bleibt wohl beim einjährigen Intermezzo, der Lauf steht erneut vor dem Aus. Hier sind zwei Triathleten des VfL-Teams, das Hessenliga-Meister wurde: Sven Theis (rechts) und Lars Heppner (Zweiter von rechts).

Münster - Den Triathleten des VfL Münster droht an diesem Wochenende Schlafmangel: In der Nacht von Samstag auf Sonntag dürften einige von ihnen vor dem TV-Gerät sitzen.  Von Jens Dörr 

Das ZDF überträgt ab 0.25 Uhr bis in den frühen Sonntagmorgen hinein – und am Samstag schon ab 18.30 Uhr im Internet – den „Ironman“ Hawaii, die legendäre Triathlon-Langdistanz auf der Pazifik-Insel.
Auf Hawaii mit von der Partie ist VfL-Athletin Angelika Halberstadt. Sie qualifizierte sich für den Wettkampf, der für viele Triathleten eine Art Sehnsucht darstellt, über ihren Altersklassen-Sieg beim „Ironman“ in Frankfurt. Eisenfrau Halberstadt geht in der Altersklasse W50 ins Rennen. „Sie arbeitet akribisch daran“, sagt Andreas Kropp, stellvertretender Vorsitzender des VfL. „Delphine fliegt mit“, ergänzt er und meint damit Angelikas Tochter Delphine Halberstadt. Die ist selbst Spitzentriathletin, darf noch ein Jahr in der U23 starten und hat sich in diesem Jahr für die nächste Halbdistanz-WM (70.3-WM) qualifiziert, die im September 2018 in Südafrika stattfindet.

Nicht nur wegen den beiden Halberstadts sagt Kropp: „Aus Sicht der Triathleten war dieses Jahr eins der erfolgreichsten Jahre in der Geschichte des VfL Münster.“ Isabelle Henrich qualifizierte sich in der Altersklasse W25 über den „Ironman“ Kraichgau für die WM in den USA; Lisa Oed wurde Zweite bei der Junioren-DM im Duathlon, studiert inzwischen in den USA und konzentriert sich seit einem Radsturz inzwischen in erster Linie auf die Leichtathletik. In diesem Jahr wurde sie U20-Europameisterin über 3000 Meter Hindernis und U20-Berglauf-Europameisterin. Als Duathletin und Triathletin startet sie nach wie vor für den VfL.

Dann wären da noch die Mannschaften: Das Triathlon-Hessenliga-Team schaffte den Aufstieg in die Regionalliga. „Im Kernteam sind alle jünger als 23 – und alles Eigengewächse“, stellt Kropp heraus. „Sie sind schon seit den C-Schülern zusammen. Das ist das, was uns stolz macht.“ Dem Team gehören Lars Heppner (gewann auch die U23-Einzelwertung der Liga), Sven Theis, Lukas Scholl, Leon Hagenlocher, Erik Thomas, Joshua Steinmetz und Nick Mieth an, Tim Kreher und Felix Schreiber halfen aus. Für das kommende Jahr bleibt die Mannschaft zusammen. Die zweite VfL-Mannschaft tritt in der 4. Hessenliga an, das Frauenteam weiterhin in der 1. Hessenliga. Dort lagen sie bis zum letzten Rennen sogar auf Platz eins.

Delphine Halberstadt begleitet ihre Mutter Angelika nach Hawaii.

Und: „Der Nachwuchs boomt“, sagt Kropp. Das wolle man im anstehenden Winter noch forcieren, „wir haben einen riesigen Einzugsbereich, bei den Schülern und der Jugend kommen sogar Leute aus Klein-Krotzenburg und Groß-Bieberau zu uns.“ Mit Nick Mieth geht der nächste Aktive demnächst in die Trainerausbildung. Sechs Trainingszeiten bietet der VfL für seine Triathleten im Gersprenzstadion, in der Sporthalle Altheim und in den Hallenbädern in Münster und Dieburg an. In den Osterferien im nächsten Jahr geht es mit 18 Jugendlichen wieder zum Radtraining nach Mallorca.

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Die Triathlon-AG mit der Kennedy-Schule brach durch den Wegfall eines Trainers allerdings ein. Und noch eine schlechte Nachricht gibt es neben all den guten, die der VfL Münster in den vergangenen Monaten produziert hat: Der Altheimer Volkslauf steht erneut vor dem Aus. Nach der Aufgabe der Volkssportfreunde Altheim, die den einstigen „Spitz-Älthemer“ mehr als drei Jahrzehnte lang zu einer Marke in der regionalen Laufszene gemacht hatten, gab es im Juni dieses Jahres ein Comeback unter der Leitung des VfL, der die Läufe über fünf, zehn und 21,1 Kilometer an den Abend vor dem „Moret-Triathlon“ platzierte. Wie Andreas Kropp verrät, wird es nächstes Jahr wohl aber keine Fortsetzung des Altheimer Volkslaufs geben. Aufwand und Ertrag hätten in keinem sinnvollen Verhältnis gestanden. Erhalten bleibt unterdessen der Doppeltermin mit Gersprenzlauf und Schüler-Duathlon am selben Tag.

Quelle: op-online.de

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