Hallenbad-Bistro bleibt geschlossen

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Bald wird entschieden, wie es mit dem Hallenbad weitergeht, sicher ist - es bleibt offen.

Münster - „Wie geht es mit unserem Hallenbad weiter?“, fragen sich derzeit viele Einwohner Münsters und Besucher aus der Umgebung, die gerne in der kommunalen Einrichtung ihre Bahnen ziehen, Kurse besuchen oder mit ihren Kindern planschen. Von Jasmin Frank

Die bange Frage stellt sich nicht nur den Nutzern, sondern auch den Verantwortlichen, die im Zuge der Neuverpachtung der Gastronomie beschlossen hatten, einen Schritt nach dem andern zu tun. „Bevor wir uns für einen neuen Pächter des Gastronomiebereiches entscheiden, wollten wir erst einmal Experten zu Rate ziehen. Deshalb haben wir eine Unternehmensberatung damit beauftragt, das Bad genau unter die Lupe zu nehmen und den Gremien dann eine Empfehlung abzugeben“, informierte Bürgermeister Walter Blank Ende letzten Jahres.

Das „Bäderstrategiekonzept“ wurde mittlerweile vorgelegt und ausgewertet, dabei hat die beauftragte Unternehmensberatung zunächst eine konkrete Analyse des Ist-Zustandes erstellt und den Vergleich mit ähnlichen Einrichtungen in Rödermark, Darmstadt und Groß-Zimmern gezogen. Es wurde deutlich, dass in Münster wesentlich günstiger geschwommen werden kann als anderswo und dass die Besuchszeiten unter der Woche wie zu erwarten Stoßzeiten zwischen 7 und 11 Uhr sowie zwischen 14 und 20 Uhr aufweisen. Am Wochenende füllen sich die Becken zumeist in der Zeit von 8 bis 17 Uhr.

Die Sauna wurde im Jahr 2010 von 1 938 Nutzern frequentiert, was bei 245 Öffnungstagen einem Schnitt von acht Gästen pro Tag entspricht. 2010 hat das Bad insgesamt 249.803 Euro erwirtschaftet, die von den Ausgaben inklusive Abschreibung weit überschritten wurden: Ein Verlust von 381.009 Euro wurde verbucht.

„Dieser Betrag wurde von den Fachleuten durchaus positiv bewertet: Mit einem jährlichen Defizit von 400.000 Euro sei die Gemeinde gut bestellt, in anderen Städten und Gemeinden sehe es noch viel schlechter aus“, führte die zuständige Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung, Nicole Uhrich, aus.

Schlechtes Urteil für Sauna und Gastronomie

Doch auch wenn der Badebetrieb an sich positiv bewertet wird, fällt das Urteil für Sauna und Gastronomie deutlich schlechter aus. So ist in dem Gutachten zu lesen: „Für die Gastronomie ist aus Beratersicht keine Zukunftsfähigkeit gegeben. Die bestehende Nachfrage reicht bei weitem nicht aus, um einen Gastronomiebetrieb rentabel zu führen. Es kann daher nur empfohlen werden, den Gastronomiebetrieb (wie derzeit bereits gehandhabt) stillzulegen.“

Auch das Heißluftbad schneidet schlecht ab: „Es ist nicht möglich, aus der Sauna eine im regionalen Markt wettbewerbsfähige Saunaanlage zu machen. Hierzu wäre eine markante Vergrößerung erforderlich, für die keine Flächen vorhanden sind.“ Neben einer Komplett-Stilllegung schlagen die Unternehmensberater deshalb verschiedene Nutzungsvarianten vor, darunter eine Textilsauna, die als integraler Bestandteil des Bades in Badekleidung genutzt werden könne.

Auf der gemeinsamen Sitzung des Bau-, Planungs- und Umwelt- sowie des Haupt- und Finanzausschusses herrschte aufgrund der klaren Worte der Experten deshalb Einigkeit über die Fraktionsbänke hinweg: Weder wolle man weitermachen wie bisher, noch radikale Kürzungen vornehmen. Der Beschlussvorschlag für die Gemeindevertretung folgte deshalb dem Vorschlag der Unternehmensberatung, die einem Mittelweg entspricht: „Sauna, Hallenbad und Solarien werden von der Gemeinde Münster in Eigenregie weiter geführt. Die Gastronomie wird geschlossen. Die Öffnungszeiten werden auf die empfohlenen Stunden reduziert, die Kursangebote sollen umgesetzt werden, der Personalbedarf wird aufgestockt, die Sauna wird als Textilsauna weitergeführt und die Eintrittspreise werden dem Vorschlag entsprechend angepasst.“

Zwar stehen die genauen Eintrittspreise noch nicht fest, sicher ist, dass es weiterhin Ermäßigungen und Rabatte sowie Kurzschwimmer- und Tagestarife geben soll, die dann auch den Besuch der Textilsauna ermöglichen. Die Öffnungszeiten sollen moderat um insgesamt 19 Stunden verringert werden, so wird unter der Woche ein Vormittag weniger geöffnet sein und am Wochenende nicht von 7 bis 19 Uhr sondern von 9 bis 18 Uhr geschwommen werden können.

Quelle: op-online.de

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