Umfrage soll Zufriedenheit noch steigern

Hallenbad macht Menschen glücklich

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Praktikanten aus der Schule auf der Aue stoßen auf überaus großes Verständnis für die Umfrage. „Das Münsterer Hallenbad erfährt fast von allen nur großes Lob“, sagen unisono Luca Santoiemma (links) und Elina Weihert (rechts).

Münster - Die Qualität des Hallenbades verbessern, die Zufriedenheit der Besucher steigern und das Betriebskonzept effizienter gestalten sind Ziele einer Umfrage in Münsters Wellnesstempel. Seit Anfang der Woche werden an die Badegäste Fragezettel ausgeteilt. Von Thomas Meier 

Die Ergebnisse sollen bald dem Gemeindevorstand vorliegen. „Wir sind da, um unsere Gäste glücklich zu machen. Dies ist eine sehr dankbare Aufgabe“, sagt Detlef Pröve, Leiter in Münsters Verwaltung der Abteilungen Sport und Kultur sowie Soziales, Kinder- und Jugendförderung, im Brustton voller Überzeugung. Er initiierte die Umfrage, die einem umfänglichen Qualitätsmanagement nebst Konzeptverbesserung dienen soll. Beides soll die Kundzufriedenheit heben und zudem noch Einsparpotenziale offenlegen.

Vor allem letzteres Argument des Verwaltungsfachmanns dürfte auf offene Ohren von Bürgermeister und Politikern gestoßen sein, denn das Hallenbad ist von Anbeginn defizitär. Auch mehrere Umstrukturierungen änderten bislang nichts daran. „Pro Badegast legt die Gemeinde derzeit 8,50 Euro drauf“, weiß Pröve. Und rund 60 000 Besucher kommen im Durchschnitt pro Jahr an die Darmstädter Straße 90, um zu schwimmen, zu planschen und den kleinen, feinen Wellnessbereich aufzusuchen.

Münster hat kein Erlebnisbad, sondern ein kleines Sportbad mit 25-Meter-Becken und Erlebnisraum. Es dient vor allem dem Wohlbefinden der Bürger und dem Schulsport; und zwar weit über die Grenzen des Ortes hinaus. 2008 wurde das Bad komplett renoviert und nach vielen politischen Diskussionen auch organisatorisch neu aufgestellt. Schon damals waren es betriebswirtschaftliche Überlegungen, die nach Optimierungen suchten und beispielsweise aus dem großzügigen Saunabereich die zunächst heftig umstrittene „Textilsauna“ machten. Sie wird ebenso hinterfragt wie die Öffnungszeiten des Hallenbades.

Melanie Oesterling (links), Meisterin für Bäderbetriebe, ist Chefin im Hallenbad und leitet auch das Babyschwimmen.

Schülerpraktikanten der Schule auf der Aue sprechen die Hallenbadbesucher an. Und sie stoßen mit ihren Umfragabsichten und -zetteln auf große Zustimmung. Fast alle finden die Aktion gut, wollen ihre Meinung zum Badebetrieb abgeben, weiß Pröve. Aue-Schüler Luca Santoiemma, der sich zwei Wochen über das Berufsfeld „Fachangestellter Bäderbetriebe“ im Praktikum informiert, nickt: „Sie sagen nur Gutes übers Bad. Und dass es auf gar keinen Fall schließen dürfte.“

Elina Weihert, Neuntklässlerin, die im Rathaus schaut, was eine Verwaltungsfachkraft so alles wissen muss und im Bad mithilft, bestätigt: „Es gab bislang noch keinen, der irgendwie meckerte.“

Befragt werden die Badbesucher nach ihrer Herkunft (Münster oder auswärtig), warum sie ins Hallenbad kommen, wie oft und wie lange. Auch die Zeiten der Nutzung werden hinterfragt sowie: „Würden Sie gerne zu anderen Zeiten das Hallenbad besuchen können?“ Und auch die Sauna-Nutzung will beantwortet sein. Derzeit laufen Badebetrieb und Saunabereich täglich parallel fast durchgängig, und dies laut Eigenwerbung zum „in der Region einmaligenPreis-Leistungs-Verhältnis“.

Kinder von drei bis 15 Jahren zahlen beispielsweise 1,50 Euro, Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren vier Euro für zwei Stunden, am Wochenende und Feiertags wird ein 50-Cent-Zuschlag erhoben. Wer sich den ganzen Tag im Bad und im Saunabereich verlustieren möchte, zahlt 2,50 Euro (Kinder) oder 6,50 Euro (Erwachsene).

Weil aber beispielsweise der Saunabereich nicht immer gleichmäßig frequentiert wird, will man so genauer erfahren, ob es sich lohnt, ihn ständig mit seinen Saunen aufzuheizen. Die Umfrage betrifft nicht das umfangreiche Kursangebot des Hallenbades, das von Aqua-Fitness über Baby-Schwimmen und Kurse für Schwangere bis hin zu Schwimmkursen und Wassergymnastik reicht. Die Aqua-Fitness- und die Kinderschwimmkurse sind, kaum werden sie öffentlich angeboten, zumeist sehr schnell ausgebucht.

Über eines sind sich Pröve und seine Interviewer schon heute sicher: Das Stammpublikum liebt das Hallenbad, sieht es als Bereicherung und Standortqualität. „Und es gehört auch zur Infrastruktur unserer familienfreundlichen Gemeinde“, sagt der Abteilungsleiter.

Quelle: op-online.de

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