Legionellen im Hallenbad

Schuld ist ein technischer Defekt

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Seit 18. Dezember ist das Hallenbad in Münster geschlossen. Jetzt ist die Ursache geklärt, warum die Legionellen auftreten konnten. Noch sind die Pforten „vorübergehend geschlossen“, aber das soll sich bald ändern, verspricht Bürgermeister Walter Blank.

Münster - Seit dem 18. Dezember ist das Hallenbad in Münster geschlossen. Jetzt ist die Ursache geklärt, warum die Legionellen auftreten konnten. Von Corinna Hiss 

Gute Nachrichten hat Bürgermeister Walter Blank zu verkünden: Die Ursache für die Legionellen im Münsterer Hallenbad ist nun geklärt. Seine Pforten wieder öffnen darf das Bad aber trotzdem noch nicht – dafür müssen noch einige Vorkehrungen getroffen werden.

„Die Feiertage haben die Arbeit natürlich in Verzug gebracht“, berichtet Blank. So liegt das Ergebnis der Wasserprobe immer noch nicht vor, die direkt am 19. Dezember genommen wurde. Tags zuvor hatte das Gesundheitsamt das Hallenbad schließen lassen. Einige Sofortmaßnahmen zur Bekämpfung der gefährlichen Bakterien hat Blank aber dennoch unverzüglich in die Wege geleitet. „Wir haben eine automatische Desinfektionsanlage einbauen lassen und parallel dazu eine Gefährdungsanalyse beauftragt“, sagt der Bürgermeister auf Nachfrage unserer Zeitung. Mit der Gefährdungsanalyse sollte geklärt werden, wieso Legionellen das Trinkwasser im Münsterer Hallenbad befallen haben. Jetzt steht die Ursache fest: „Schuld daran ist ein technischer Defekt. Unsere automatische Spülanlage ist ausgefallen und somit ist in den Duschen stehendes Wasser entstanden“, erläutert Blank die missliche Lage.

Nicht im Bade-, sondern im Trinkwasser

Legionellen fühlen sich im warmen Wasser am Wohlsten und vermehren sich gerade dann, wenn Wasser steht, also kein frisches Wasser nachgespült wird. Im Münsterer Bad zeigte eine erste Probe, dass die Bakterien nicht im Badewasser zu finden sind, sondern überall dort, wo Trinkwasser verwendet wird. Das ist in den Duschen, Waschbecken und Toiletten der Fall. Wer legionellenhaltiges Wasser trinkt, dem droht in der Regel keine Gefahr. Kritischer ist dagegen die Übertragung durch Inhalation der bakterienhaltigen Wasserdämpfe.

„Die Gesundheit der Schwimmbadbesucher steht an oberster Stelle“, betont Bürgermeister Blank. Daher werde gründlich gearbeitet und das Bad bleibe so lange geschlossen, bis das Gesundheitsamt sein okay gibt. Bereits vor Weihnachten wurden Sterilfilter bestellt, die – bedingt durch die Feiertage – erst jetzt angekommen sind. Als nächster Schritt steht nun an, die Filter an alle Wasserentnahmestellen zu installieren.

Schülertriathlon des VfL Münster

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Das Einbauen wird noch einige Tage in Anspruch nehmen, danach zeigt sich Blank aber optimistisch: „Nach all den Maßnahmen und wenn die Filter gut eingebaut worden sind, steht der Wiedereröffnung Mitte oder Ende Januar nichts mehr im Weg.“ Dann kann endlich das Schild „vorübergehend geschlossen“ von der Tür entfernt werden und ein erneuter, keimfreier Spaß für die Münsterer Badenixen beginnen.

Quelle: op-online.de

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