Christdemokraten sehen keinen Sanierungsstau

Hallenbad: CDU weist Vorwürfe von Bürgermeister Frank zurück

Münster - Als wiederholtes und unfaires Nachtreten, gar als provozierend empfindet die CDU-Fraktion in Münsters Gemeindevertretungen die jüngste Stellungnahme von Bürgermeister Gerald Frank (SPD) zum Hallenbad.

Wie berichtet, hatte Frank – seit Oktober 2014 im Amt – in der vergangenen Woche kundgetan, dass er in der Sport- und Freizeiteinrichtung einen „regelrechten Sanierungsstau“ ausgemacht habe. Er sprach von Versäumnissen in der Vergangenheit und bezeichnete die Investitionen in das neue Bistro und den Wellnessbereich als „Fehlentscheidungen“. Frank bezifferte die seiner Meinung nach notwendigen Sanierungskosten auf 1,5 Millionen Euro und hob hervor, dass zuletzt das jährliche Defizit von 481.600 auf 345.145 Euro gesenkt werden konnte. CDU-Fraktionsvorsitzender Thorsten Schrod erklärt nun, dass aus Sicht der Christdemorkaten von einem Sanierungsstau nicht die Rede sein kann. Bis zum Jahre 2012 sei das Hallenbad in vier Abschnitten für mehr als drei Millionen Euro grundlegend saniert worden. Eine längere Schließung des Bades wurde dabei durch eine geschickte Planung der einzelnen Arbeiten vermieden.

Schrod zählt auf, was unter anderem erneuert wurde: die Hallenbecken, die Fußbodenheizung und die Umkleidekabinen; das Dach wurde saniert, eine Dämmung eingebaut und die Hallendecken verbessert, die Fenster ausgetauscht und durch solche mit Isolierverglasung ersetzt, ein Aufzug für Behinderte eingebaut und eine neue Kassenanlage errichtet. Im Rahmen der damaligen Maßnahmen seien auch noch Räume für die Schulbetreuung geschaffen und das Bad um einen Whirlpool, ein Kinderplantschbecken, eine Saunalandschaft sowie Massageräume ergänzt worden. „All diese Sanierungsmaßnahmen und Erweiterungen haben dazu beigetragen, die Attraktivität des Bades deutlich zu steigern. Die Besucherzahlen zeigen es“, sagt Schrod. Außerdem erinnert er daran, dass die Alternative zur damals durchgeführten Sanierung eine Schließung des Hallenbades gewesen wäre. „Dies wollte die CDU immer verhindern“, so Schrod. Walter Blank (CDU), Vorgänger von Frank, sowie die Münsterer Christdemokraten hätten die Bedeutung des Hallenbades für die Lebensqualität in der Gemeinde, für Vereine, Schüler und Bürger betont. „Von der SPD gab es in der Vergangenheit nie ein klares Statement zum Erhalt des Bades“, sagt Schrod.

Schülertriathlon des VfL Münster

Durch ein Gutachten wurde nun ein Mangel in der Filteranlage bekannt, was die Gemeindevertreter aller Fraktionen überraschte, berichttet der CDU-Fraktionsvorsitzende. Zuletzt sei die Filteranlage Ende der neunziger Jahre erneuert worden. Nun soll sie erneut ausgetauscht werden. „Inwieweit hier neue Anforderungen an die Wasserqualität eine Rolle spielen ist nicht bekannt“, erklärt Schrod. Die Kosten für den neuerlichen Austausch sind laut Investitionsplan mit 530.000 Euro eingeplant. „Warum Bürgermeister Frank von 1,5 Millionen Euro spricht, ist sein Geheimnis“, gibt sich Schrod ratlos. Er führt an, dass die Untersuchungen von Sachverständigen dem Bad keine gravierenden Mängel, sondern eher einen guten Zustand bescheinigen. Im Hinblick auf die vergangene Investitionen sei der jetzt aufgetretene Mangel keine Altlast aus CDU-Zeiten, „wie es zu Unrecht immer wieder gerne von der SPD-ALMA Koalition“ betont werde, sondern eine gewöhnliche Ersatzinvestition, meint die CDU-Fraktion. Überhaupt stelle sich die CDU die Frage, warum Frank den so notwendigen Austausch der Filteranlagen erst nächstes Jahr angehen möchte. Für 2017 habe er die Mittel im Haushaltsplan nicht eingeplant. Abschließend befindet Schrod, dass das „unbegründete Nachtreten von Bürgermeister Frank gegen seinen Amtsvorgänger und die CDU für das Klima in den gemeindlichen Gremien sicherlich nicht förderlich“ sei. (nkö)

Quelle: op-online.de

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