Hallo, Herr Haydn, wir kommen!

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Aufgeregt sind sie schon mächtig: Schließlich sind die Auer-Schüler auf dem Weg nach Wien. Zu Haydn.

Münster - Der 14-jährige Herbert ist der Sohn eines berühmten Dirigenten. Er leidet, weil sein Vater keinen weiteren Musiker neben sich dulden mag. Herbert freundet sich im Internat mit der frisch-frechen Paula annimmt heimlich Gesangs- und Geigenstunden. Und dann steht plötzlich Joseph Haydn vor ihm, erzählt von seiner Kindheit und bittet ihn nach Wien zu kommen. Was tun? Von Michael Just

So die Geschichte des musikalischen Hörspiels „Hallo, Herr Haydn“, das ein gemeinsames Projekt des Fachbereichs Musik der Schule auf der Aue in Münster und der dritten Jahrgangsstufe des Wiener Piaristengymnasiums ist. Im Juni 2008 entstand der Wunsch, ein gemeinsames Projekt zu gestalten. Was lag also näher, als im Haydn-Jahr 2009 (200. Todestag) ein musikalisches Hörspiel über Joseph Haydn zu schreiben? Gestern sind die Schüler von der Aue von Münster nach Wien losgefahren. Dort führen sie heute bei einem Konzert das gemeinsame Haydn-Hörspiel auf.

Musiklehrerin Cornelia Krones hat schon seit einigen Jahren in der Schule auf der Aue die Tradition entwickelt, mit den Schülern, selbst verfasste musikalische Hörspiele zu schreiben. Da die Geschichte eine Gemeinschaftsproduktion ist, war bald klar, dass sie in Deutschland beginnen und im Haydn-Museum in Wien enden sollte.

Haydn-Jahr 2009

2009 jährt sich zum 200. Mal der Todestag von Joseph Haydn (1732-1809).
Musikfreunde in aller Welt richten im Gedenkjahr ihr Augenmerk auf Leben und Werk dieses bedeutenden Komponisten,
der in Wien als Sängerknabe seine Karriere startete.

Mehr Informationen und das Programmmagazin zum Haydn-Jahr finden Sie hier.

Es stellte sich dabei die zentrale Frage: Welche Bedeutung kann Haydn heute noch für uns haben? „Den Aueschülern fiel besonders seine fröhlich-heitere Art zu komponieren auf, die oft im Kontrast zu seinem schwierigen Leben stand“,erzählt Krones.

„Die Geschichte um Herbert dient vor allem dazu, das Leben und die Musik Haydns in eine spannende und moderne Rahmenhandlung zu verpacken“,erklärt Krones.

In der Projektwoche der Schule auf der Aue vom 25. September bis zum 1. Oktober 2008 wurde nun parallel gearbeitet. Das Orchester der Schule auf der Aue begann zwei Haydn-Werke einzustudieren: der 1. Satz von Haydns Sinfonie Nr. 97 und die Aria aus dem Oratorium „Die Jahreszeiten“.

Einzelne Schüler übten auch kleinere kammermusikalische Werke ein. Einen Auszug ihrer Geschichte sendeten die Aueschüler an Justus Frantz und seine Philharmonie der Nationen. Dieser war von der Projektidee derart begeistert, dass er den Schülern gestattete, auf der nun zu gestaltenden CD seine Aufnahme von Haydns „Salomon“- Sinfonie zu verwenden und bei Wettbewerben einzureichen.

Die Ideen wurden per Internet zwischen Münster und Wien hin- und hergeschickt. „Und es entstanden zwischen den Schülern viele E-mail- Freundschaften“,so Krones. Nun freuen sich die Münsterer und die Wiener auf das persönliche Kennenlernen. Im Juni ist dann der Gegenbesuch der Wiener geplant diesmal mit einem Konzert in der Münsterer Kulturhalle.

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