Happening auf Rollen

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Nur auf der Kante des Betonblocks rutscht der junge Skater vielbeachtet die Rampe herunter.

Münster - Anrollen oder nicht anrollen beim zweiten großen „Worscht Jam“ auf Münsters Skater-Anlage am Abtenauer Platz: Das war für die über 60 Teilnehmer am Sonntag nicht eine Sekunde lang die Frage. Von Thomas Meier

Und auch die rund 300 Zuschauer ließen die Sportler auf ihren rollenden Brettern nicht allein im Regen stehen, sondern feierten ein ausgelassenes Happening bei Wind und ansonsten überaus gutem Wettbewerbs-Wetter. Dabei hatte der Veranstalter von Railslide aus Frankfurt, ein Ausstatter für Skater und Snowboardfahrer, noch am Samstag auf Twitter und Facebook die gemeldeten Recken mitgliederöffentlich gefragt: Wollt ihr wirklich rollen?.

Und ob sie wollten, sogar Petrus hatte ein Einsehen. Pünktlich um 12 Uhr zum Einrollen war die mit viel Vorschusslorbeer bedachte Betonbahn knochentrocken. Waren bis Samstagabend 52 Starter gemeldet, so sollte sich deren Zahl sogar noch auf 65 erhöhen. Aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet waren die Rolling-Cracks angereist, von Marburg bis Heidelberg reichte die Spanne der Fans.

Trickreiche Sprünge, bei denen die Skater immer wieder auf ihre Bretter „fallen“, begeisterten das Publikum.

Auf dem Abtenauer Platz trafen sich dann so auch Skater und Zuschauer, die sich bereits im vergangenen Jahr hier erstmals einfanden. Und schnell war die eingeschworene Gemeinde auch wieder bestens drauf - nicht nur auf den rollenden Brettern, die ihre Welt bedeuten, sondern „überhaupt und so“, wie Tobias Mertins versicherte. Der „Event-Manager“ und Marketing-Mann des Veranstalters, (ein „Mädchen für alles rund um Roll- und Gleitbretter“, wie er sich selbst bezeichnet), schaute überaus zufrieden ins Wettbewerbs-Rund. Picknick-Atmosphäre umsäumte die Betonpiste. Die buntgekleidete Schar hatte sich schnell eingerichtet, Decken und Fresskörbe ausgebreitet, derweil vom Musik-Pickup die rechte, und vor allem laute Skater-Musik wummerte. Für den richtigen Sound sorgten die Djs Drew und Birdy, die ihren Funk wattstark vor- und rückwärts aufjaulen ließen. Die benachbarten Inselviertel-Bewohner dürften einige der Skater-Waves abbekommen haben.

Die jüngsten Skater waren erst zehn Jahre alt

Pünktlich um 14 Uhr zeigten die 29 Teilnehmer der Gruppe B ihr Können. Bis 16 Jahre alt waren die Kids, durch die Bank weg Jungs, die sich da in Back- und Frontside-Slides präsentierten und für gewagte Sprünge mit Applaus und Anspornpfiffen entlohnt wurden. Die jüngsten Skater auf der Bahn waren gerade zehn Jahre alt, und einige von ihnen hatten es wirklich schon gut drauf.

Doch sollten sie sich von den über 16-jährigen Skatern, vor allem von denen, die mit Sponsoren im Rücken angereist waren, noch einiges abschauen können. Drei Dutzend Meldungen waren für diese Gruppe eingegangen, soviele, dass sie in der ersten Show-Runde der A-Gruppe zu zweit auf die Piste gingen. 28 Lenze zählte hier der älteste Teilnehmer, ein durchtrainierter Modellathlet, der allerdings wohl auch schon einige Blessuren an Nase und Gebiss hatte hinnehmen müssen.

Bilder vom „Worscht Jam“

Skater beim „Worscht Jam“

Überhaupt Verletzung: Skater sind hart im Nehmen. Zwei traten mit vergipsten Armen aufs Rollbrett, einer mit einem Verband im Gesicht, der dem einer Mumie nicht unähnlich war. Dabei hat der Trick mit Namen „Crooked Grind“ (hier für: gekrümmtes Schleifen“) überhaupt nichts mit verkrustetem Blut gemein...

Bis in die frühen Abendstunden währte das rollende Treiben am Abtenauer Platz, und Tobias Mertins ist sich sicher: „Das wird nicht das letzte Mal gewesen sein. Die Bahn ist spitze, die Gemeindeverwaltung sehr zuvorkommend, hier stimmt alles und unsere Fans kommen gern zum Worscht Jam.“

Quelle: op-online.de

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