Freundliche Nachbarn

Hauptstraßenfest lockt nicht nur Anwohner

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Zielschießen mit dem Wasserschlauch unter Anleitung der Jugendfeuerwehr.

Altheim - Zwischen Nachbarn können erbitterte Feindschaften entstehen – und wunderbare Freundschaften. Die Anlieger der Hauptstraße in Altheim haben sich für die zweite Variante entschieden. Erklären einmal im Jahr 350 Meter der Hauptader Altheims zur Feiermeile. Von Ursula Friedrich

Und reißen auf dieser vergnüglichen Welle des Feierns nicht nur Nachbarn, sondern die ganze Gemeinde mit.

„Mittendrin statt nur dabei“ ist das Motto des Hauptstraßenfests, das am Samstag zum 21. Mal gefeiert wurde. Dieses Motto prangte von den gelben T-Shirts, die der gastgebende Verein trug. „Wir haben mal mit einer Bierbank beim Bäcker angefangen“, erzählte Horst Riedner, einer der Hauptsträßler der ersten Stunde. Damals hatten Bauarbeiten ihre Spuren auf der Straße hinterlassen, „und beim Bäcker war das erste saubere Eck“, ergänzte Vereinschef Alex Schönberner.

Seither ist nicht nur das Fest den Kinderschuhen entwachsen, sondern auch die Akteure selbst. Inzwischen haben sie (fast) erwachsene Kinder. Und manchem Hauptsträßler ist sein gelbes T-Shirt ebenfalls zu klein geworden.

Kinderschminken war nur ein Programmpunkt von vielen.

In diesem Jahr war die Ausrichtung des beliebten Ortskernfests ein Vabanquespiel. Würde der Verein seine Mitstreiter mobilisieren können? Schönberner fürchtete bereits, dass die muntere Party der Generationen ins Wasser fallen würde. „Schließlich sind wir kein Verein, der sich monatlich trifft. Außerdem steigt der Altersdurchschnitt unserer Leute.“ Lediglich zur Organisation des Ortskernfests und der Seniorenweihnacht mit der evangelischen Kirche kommen die Aktiven zusammen.

Doch allen Unkenrufen zum Trotz gelang es sogar mehr Helfer zu mobilisieren, als vorher angenommen. 50 Vereinsaktive, Freunde und Förderer packten mit an, um Biertischgarnituren herbeizuschleppen, Kuchen und Cocktails zu servieren, Zelte aufzuschlagen und abzubauen. Das Fuhrunternehmen Hensel unterstützte einmal mehr mit Infrastruktur und dem Innenhof des Unternehmens.

Das Festprogramm war altersgerecht getaffelt. Nachmittags standen Kaffee, Kuchen, ein kleines Straßenkulturprogramm und Kinderbelustigung für Senioren und Familien an, in den Abendstunden ging es zu Weinschorle, Grillparty und schließlich der Partynacht mit DJ Tobi für junge und Junggebliebene über.

Kindergartenkinder, Regenschbogen-Schulchor, Jugendfeuerwehr und Nachwuchstänzerin Linda Raute gestalteten das Programm mit. Was den Hauptsträßlern an Einnahmen bleibt, wird an die örtlichen Vereine, die Schule und den Kindergarten gespendet.

Um das bunte Ortskernfest nicht zu verpassen, scheut manch ein Nachbar keine noch so großen Mühen. So etwa Eva Grießmann, die am Tag des 20. Hauptstraßenfests, am 5. Juli 2012, morgens Töchterchen Romy entband – um mittags auf dem Straßenfest dabei zu sein, wo der große Sohn mit dem Kindergarten sang.

Romy feierte nun bereits den ersten Geburtstag und war, wen wundert"s, mit bester Laune einer der jüngsten Gäste. Zur Feier des Tages durfte das blondgelockte kleine Mädchen ein Eis verputzen. Vielleicht liegt hier die Zukunft des Ortskernfests, dessen Ausrichter Nachwuchs ins Team holen müssen. Romy lebt das Motto mit Pampers und eisverschmierten Händchen: „Mittendrin statt nur dabei.“

Quelle: op-online.de

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