SPD ist für Neubau

Münster (tm) - . Nach der Vorlage der Schadensanalyse des „Hauses der Kinder“, die die Sanierungskosten des von Schimmel befallenen Estrichs und weitere Mängel aufzeigte, sprechen sich die Münsterer Sozialdemokraten für einen Neubau aus.

„Wir sollten uns hüten, in das marode Gebäude weiter Geld zu stecken. Vielleicht lauern da noch verdeckte Mängel, die heute nicht erkennbar sind“, warnt SPD-Vorsitzender Gerald Frank und erteilt dem 1,4 Millionen teuren Sanierungskonzept eine Absage.

Die Erfahrungen, die man in Münster mit Baumängeln in der Kulturhalle und in der Gersprenzhalle gemacht hätten, rieten zu einer zukunftsfähigen soliden Lösung. In das scheinbar billigere Konzept zu investieren, könne sich später als die schlechtere und teurere Alternative erweisen. Zudem spräche auch der betriebswirtschaftliche Aspekt von bedeutend niedrigeren Unterhaltungskosten für einen höchst energieeffizienten Neubau im Passivhausstandard.

Lesen Sie dazu auch:

Abriss und Neubau oder Sanierung?

Nach Wassermängel nun Schimmel

Die Anhörung des von der Gemeinde beauftragten Architekten ergab, dass es hinsichtlich der vorgelegten Kostenschätzung eines Neubaus in Höhe von rund zwei Millionen Euro durchaus erheblich günstigere Varianten gäbe. „Nicht nur die Baukosten sind zu berücksichtigen. Was kostet uns die Unterhaltung in Zukunft? Wenn das Haus der Kinder in Passivhausbauweise neu erstellt wird und eine Fotovoltaikanlage erhält, wäre es ein Null- oder sogar ein Plus-Energiehaus, das mehr Energie erzeugt als es übers Jahr hin verbraucht“, sagt der SPD-Vorsitzende. Vom ersten Betriebstag an würde die Gemeindekasse Energiekosten sparen.

Frank wies auf eine im Mai 2010 erlassene EU-Richtlinie hin, nach der öffentliche Gebäude ab 2018 im Passivhausstandard gebaut werden müssen. Für private Häuslebauer ist dies ab 2021 Pflicht.

„Warum sollten wir nicht heute das schon haben, was technisch und finanziell realisierbar ist?“, fragt Frank und fügt hinzu: „In einen Neubau können die Eltern ihre Kinder besten Gewissens schicken. Bei einer Sanierung bliebe zumindest immer ein ungutes Gefühl, ob denn wirklich alle Schäden beseitigt sind.“

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare