Haushalt 2014

Auf Weg zum Ausgleich

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Münster - Es reichte zwar nicht ganz für einen ausgeglichenen Haushalt, doch ein ordentliches Ergebnis von „nur“ minus 320.000 Euro im Haushaltsjahr 2012 tat Münsters Finanzen sehr gut. Und gar stolz machte Bürgermeister Walter Blank bei der Einbringung seines 18. und wohl auch letzten Haushaltsentwurfs. Von Thomas Meier

„Dass unser Zahlungsmittelfehlbestand nach den Millionen-Planungen in den Vorjahren zum 1. Januar 2013 nur noch bei minus 446.000 Euro lag. “ Blank euphorisch gar zum Ausblick auf mögliche Investitionen: „Es macht mich glücklich, dass wir rund eine Million Euro in das Sachanlagevermögen investieren und dies aus eigenen Mitteln finanzieren können.“.

Wenn einem soviel Schönes wird beschert, ist dem Verwaltungschef dies gar eine Schmonzette wert: „Die Kommunalaufsicht hat uns, der Gemeinde Münster, auf die Schultern geklopft“, sagte er Eingangs seiner Etateinbringung im Rathaus. Und dennoch schließt der Ergebnisteil des Haushaltsentwurfs mit seinem Gesamtvolumen an Aufwendungen von 21,7 Millionen Euro mit einem Fehlbedarf von rund 700.000 Euro.

Verbesserte Finanzlage der Kommune

Grund für die verbesserte Finanzlage der Kommune, die seit einigen Jahren wegen unausgeglichener Haushalte unter angeordnetem Konsolidierungszwang steht, ist einmal der Erlös aus einem lange geplanten Bauplatzverkauf. Zum anderen war der Fehlbetrag 2012 weitaus geringer als geplant.

„Die Ergebnisverbesserung erfolgte durch Mehrerträge von über 670.000 Euro“, rechnete der Verwaltungschef vor: 450.000 Euro höhere Gewerbesteuereinnahmen, steigende Einkommensteueranteile von 116.000 Euro, Mehrerlöse beim Holzverkauf von 44.000 Euro, Ertragssteigerung von 50.000 Euro durch bessere Auslastung der Seniorenwohnanlage und Mietwohnhäuser.

Weil durch Personalwechsel 113.000 Euro weniger Aufwendungen nötig waren und die Sach- und Dienstleistungen um 208.000 Euro geringer ausfielen, „kommt somit eine satte Ergebnisverbesserung von über einer Million Euro zustande“, freute sich Blank.

Und weil’s so gut läuft, gute Nachricht für den Bürger: Nachdem man in den Vorjahren die Ertragsseite stark über die Gebührenschraube gesteigert hat, verkündete Blank, erstmals seit langem wieder Gebühren senken zu können: die fürs Abwasser reduziert sich 2014 um 22 Cent auf 2,55 Euro pro Kubikmeter.

„Insgesamt konnten wir unsere Steuererträge auf rund elf Millionen Euro anheben“, berichtet Blank, gegenüber des Vorjahres sei dies eine Steigerung von knapp 600.000 Euro. Aber: „Leider reduzieren sich die schwankenden Schlüsselzuweisungen nach dem diesjährigen Hoch im Jahr 2014 wieder von 4,5 auf 3,8 Millionen Euro.“

Aufwandsreduzierung betrieben

Viel sei in der Gemeinde an Aufwandsreduzierung betrieben worden. Summiert mit den ganzen Erträgen ergebe sich im Etatentwurf ein „ordentliches Jahresergebnis für 2014 von minus 921.000 Euro. Unser ordentliches Ergebnis ist somit um 300.000 Euro besser als im Vorjahr,“ sagte Blank. Und : „Womit wir die Auflagen der Kommunalaufsicht, den Fehlbetrag zu reduzieren, erfüllt haben.“

Von einem ausgeglichenen Haushalt sei man dennoch entfernt, es gehe aber in die richtige Richtung. Die Gemeinde habe 2014 einen Zahlungsmittelüberschuss von 520.000 Euro im Bereich der Verwaltung, und dies könne man sicher als kleinen Etappensieg auf der langen Tour zum ausgeglichenen Haushalt ansehen, meinte der Bürgermeister.

Nachdem die Kassenkredite in den Vorjahren extrem in die Höhe geschossen sind, war Blank froh, von einer Trendwende berichten zu können: „2014 können wir die Kassenkredite um 1,9 Millionen Euro auf zwei Millionen reduzieren.“ Blanks Appell an die Gemeindevertreter: „Stimmen Sie Haushalt und Sicherungskonzept zu, damit wir den Weg zum ausgeglichenen Haushalt weiter gehen können.“ Jetzt beginnen die Beratungen zum Planwerk.

Quelle: op-online.de

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